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Das fiktive Musikerporträt schildert die Drogenexzesse des Berliner Elektro-DJs Ickarus. Hauptdarsteller Paul Kalkbrenner tritt im wahren Leben tatsächlich als Club-DJ auf und schrieb die Musik zum Film - einer der Gründe, warum das Sittengemälde so erschreckend authentisch wirkt.
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Prädikat: wertvoll;
D 2007 - 109 Min.; ab 12; Regie: Hannes Stöhr; Darsteller: Paul Kalkbrenner, Rita Lengyel, Corinna Harfouch, Araba Walton, Udo Kroschwald, Henriette Müller, RP Kahl, Dirk Borchardt, Peter Schneider, Mehdi Nebbou. Homepage www.imdb.com |
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Der Berliner Martin Karow komponiert am Computer elektronische Rockmusik. Er gibt Alben heraus, reist aber auch als DJ „Ikarus“ durch die in- und ausländische Clubszene. Die Mutter ist tot, der Vater evangelischer Pfarrer. Der Bruder ist kein verrückter Rocker, sondern ein „anständiger Mensch“. Martins Freundin ist Mathilde. Sie passt auf den Musiker auf. Und das ist auch dringend notwendig. Denn Ikarus, der sich voll als Künstler begreift, lebt zwischen Himmel und Hölle, zwischen Komponieren und Drogendelirium, zwischen Schaffenskraft und Apathie, zwischen Partys und Einsamkeit, zwischen DJ-Erfolg und Komponistenabsturz. Die Schizophrenie geht so weit, dass Mathilde ihn verlässt und sich mit ihrer lesbischen Freundin Corinna zusammentut, dass außerdem Martins Labelchefin die Zusammenarbeit aufkündigt. Jetzt bleiben Ikarus nur noch sein Dealer und die Groupie Jenny. Der Sturz ist so tief, dass der Musiker zur Professorin Petra Paul in die Nervenklinik muss. Aber auch dort geht die äußere und innere Achterbahnfahrt noch lange Zeit weiter. Wird Ikarus sein nächstes Elektromusik-Album schaffen? Und was wird aus ihm und Mathilde? Hannes Stöhr wollte kein Musikerportrait aus der Vergangenheit schaffen, wie sie jüngst aus den USA zu sehen waren, sondern erklärtermaßen eines aus der Gegenwart, ein rocker-, disco- und zeittypisches. Es ist formal erlaubt, dass man zur besseren Sichtbarmachung, gegebenenfalls auch zur künstlerischen Überhöhung, zu extremen Situationen greift. Und genau das ist hier geschehen. Ikarus ist stark behaftet mit beinahe überirdischer Vision, aber auch tagtäglichem Normalleben, mit musikalisch-handwerklicher Kreativität, aber auch Leerlauf, mit Partyfreuden, aber auch Außenseitertum, mit Konzerthöhepunkten, aber auch nervlichem Zusammenbruch. Gestaltet ist das alles o.k. man muss allerdings gegenüber dem Thema aufgeschlossen sein. Es tut sich in diesem Film viel an charakteristischem Ambiente und schauspielerischer Fähigkeit. Besonders Paul Kalkbrenner ist hier zu nennen, der ja eigentlich Komponist und DJ ist, in „Berlin Calling“ jedoch zu beachtlicher darstellerischer Form aufläuft. |
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