Ein Bilderrausch voller Schönheit und Schrecken. ...begeisternd.
ZDF Aspekte

Großartig.
Brigitte

Natalie Portman glänzt als Primaballerina zwischen Wahn und Wirklichkeit. Oscar-reif: Betörend-verstörendes Meisterwerk.
Cinema

Spektakulär... Ein Film, der einen wie ein Zug überrollt, mit schier unendlicher Kraft.
KulturSPIEGEL

Primaballerina Nina will unbedingt die Doppelrolle als weißer und schwarzer Schwan in der neuen „Schwanensee“-Produktion. Die Konkurrenz mit der Mutter, die ihre Tänzerinnenkarriere wegen der Schwangerschaft mit Nina aufgeben musste, schürt noch Ninas eigenen Ehrgeiz. Doch Kolleginnen und Chef werfen Nina einen Mangel an Sex-Appeal vor. Nach einem Biss beim Kuss vom Chef bekommt sie die Traumrolle unverhofft doch. Ihre Freude ist nur kurz, glaubt sie ihre Position als Star der Truppe gefährdet - insbesondere durch das neu engagierte Talent Lilly, die viel lockerer als sie selbst ist und sie verführt. Zwischen psychologischem Drama, puren Horror und großer Oper siedelt Darren Aronofsky den Nachfolgefilm seines preisgekrönten „The Wrestler“ an. Raffiniert konstruiert und choreografiert Aronofsky seine Geschichte mit wiederkehrenden Bild-/Musik-/Erzähl-Motiven und die Tanzszenen, die sein Stammkameramann seit „Pi“, Matthew Libatique, in dynamische, mitreißende Bilder packt. Auch seine Besetzung kann überzeugen, angefangen bei Natalie Portman, die auch körperlich vollen Einsatz zeigt, über Mila Kunis als sexy Biest und Vincent Cassel als knallharter künstlerischer Leiter.

USA 2010 - 110 Min.; ab 12;
Regie: Darren Aronofsky;
Darsteller: Natalie Portman, Mila Kunis, Vincent Cassel, Barbara Hershey, Winona Ryder, Benjamin Millepied, Ksenia Solo, Kristina Anapau, Janet Montgomery, Sebastian Stan, Toby Hemingway .

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„Ich erschrecke das Publikum“, sagt Darren Aronofsky, „mit einer Horrorstory aus der Welt des Balletts“. Damit verspricht der Kultregisseur des preisgekrönten Catcherdramas „The Wrestler“ seinen Zuschauern keinesfalls zu viel. Die Symbiose zwischen Tanz und Film faszinierte und inspirierte zwar schon vor ihm etliche Regisseure. Schließlich dominieren in beiden Ausdrucksformen Musik und Bewegung. Doch sein handwerklich perfekter Psycho-Thriller, der mit den Elementen der Horror-Dramaturgie arbeitet, zelebriert beunruhigend ein Inferno schockierender Visionen. Mit großem Gespür für Effekte, nervöser Handkamera und einem bedrohlich wirkenden Soundtrack hält sein düsteres Drama den Spannungsbogen aufrecht. Der permanente Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit, Einbildung und Realität bestimmt den Rhythmus. Schnelle Schnitte, Nahaufnahmen und Reißschwenks prägen die Albtraum-Ästhetik seines verstörenden Spiegelkabinetts. Schock-Momente werden sorgfältig vorbereitet. „Im Kino ist nie gezeigt worden“, betont Aronofsky, „wie unerbittlich dieser Beruf ist, wie er junge Menschen viel zu früh in Wracks verwandeln kann“. Und so zerstören die Schattenseiten hinter den Kulissen dieser Hochkultur die blütenweißen Ballett-Träume seiner Protagonistin Nina (Natalie Portman). Ihr Leben besteht nur aus Tanz. Unterstützt von ihrer ehrgeizigen Mutter (Barbara Hershey), quält sich die junge New Yorkerin durch das harte Training, ganz beherrscht von rigider Körperkontrolle und technischer Perfektion. Als der selbstgefällige Leiter des Balletts Thomas Leroy (Vincent Cassel) die ehemalige Primaballerina der Truppe Beth Macintyre (Wynona Ryder) brutal abserviert und ihr die Hauptrolle in Tschaikowskis berühmtem Ballett „Schwanensee“ anbietet, glaubt sie sich am Ziel. Doch damit beginnt gleichzeitig ein unterschwellig gnadenloser Konkurrenzkampf. Denn rücksichtslos nutzt der exzentrische Egomane seine Machtposition und spielt sie gegen ihre neue Kollegin Lily (Mila Kunis) aus. Verstört von seinen sexuellen Übergriffen, zunehmend überfordert von den scheinbar eigenen Ansprüchen, gleitet die junge Frau, deren ganz in Rosa getauchtes Jungmädchenzimmer noch vor Kuscheltieren überquillt, allmählich immer stärker in den Bann paranoider Zwangsvorstellungen. Mehr und mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Wahn. Bildmagier Darren Aronofsky zieht auch den Zuschauer fast sogartig in die inneren Abgründe der einsamen Schneeprinzessin, die sich in absoluter Hingabe an ihr künstlerisches Ideal, gepeinigt von Magersucht, Waschzwang und Selbstverstümmelung, nach einem furiosen Finale selbst zerstört. Eine Oscar-reife Leistung von Natalie Portman. Als junges kesses Kind wurde sie einst mit Luc Bessons „Leon der Profi“ an der Seite von Jean Reno bekannt. Danach spielte die jetzt 29jährige oft eher starke und burschikose Frauen. Hier hingegen verkörpert sie eindringlich einen äußerst verletzlichen Charakter, gefangen im Geschlechterstereotyp eines repressiven Frauenbildes. Nicht von ungefähr drängen sich Vergleiche mit Roman Polanskis Schwarz-Weiss Klassiker „Ekel“ auf. Dessen beklemmendes Psychogramm spielte freilich weniger glamourös in der banalen Alltagswelt.