Der vielfach preisgekrönte und
am Boxhagener Platz aufgewachsene Berliner Regisseur Matti Geschonneck
inszenierte den Film nach dem gleichnamigen Romandebüt von Torsten
Schulz, der auch das Drehbuch verfasste. Trockener Humor, Melancholie
und Berliner Charme – mit diesen Zutaten wirft BOXHAGENER PLATZ einen
Blick zurück auf die 60er Jahre. Und auf eine wunderbare Liebesgeschichte
zwischen einer friedhofs- und kochbegeisterten älteren Dame und einem
eleganten Ex-Spartakisten. Der Film ist eine Liebeserklärung an die
Stadt Berlin, an den kleinen Kosmos Boxhagener Platz und seine liebenswerten
Bewohner und gleichzeitig eine Hommage an phantastische Schauspielgrößen
aus Ost und West. BOXHAGENER PLATZ - ein Berliner Heimatfilm im besten
Sinne.
D
2009 - 102 Min.; ab 6;
Regie: Matti Geschonneck;
Darsteller: Samuel Schneider, Gudrun Ritter, Michael Gwisdek, Horst
Krause, Jürgen Vogel, Meret Becker, Ingeborg Westphal, Milan Peschel,
Claudia Geisler.
1968. Studentenunruhen und sexuelle Revolution im
Westen – sowjetische Panzer in Prag. Auch die Welt von Oma Otti und
ihrem Enkel Holger am Boxhagener Platz in Ostberlin ist in heller
Aufruhr: Die lebensfrohe, passionierte Friedhofsgängerin Otti hat
bereits fünf ihrer Ehemänner zu Grabe getragen. Und jetzt, da ihr
sechster Mann Rudi kurz davor steht, das Zeitliche zu segnen, machen
ihr gleich zwei neue Verehrer Avancen: der ebenso charmante wie wortgewandte
Witwer und Rentner Karl Wegner, Ex-Spartakuskämpfer und Pendler zwischen
Ost und West, und der schleimige Altnazi „Fisch-Winkler“. Im Gegensatz
zu Oma Otti hat ihr Enkel Holger noch wenig Glück beim anderen Geschlecht:
Der schüchterne Außenseiter steht als Sohn eines linientreuen Abschnittsbevollmächtigten
nicht nur bei den älteren Jungs vom Boxhagener Platz, sondern auch
bei den Mädchen dort nicht besonders hoch im Kurs. Zu allem Überfluss
streiten sich seine Eltern immer häufiger, so dass er noch öfter
als sonst zu seiner heißgeliebten Oma Otti flüchtet.
Dann wird Fisch-Winkler tot in seinem Laden aufgefunden. Holgers Vater
nimmt sich als Abschnittsbevollmächtigter des Falles an, wodurch Holgers
Ansehen zunächst sprunghaft steigt. Doch die Ermittlungen geraten schon
sehr bald ins Stocken, Holgers Vater hat keine interessanten Neuigkeiten
mehr zu bieten. Und so muss Holger sich des Falls annehmen, allein
schon, um mehr Achtung auf dem Boxhagener Platz zu gewinnen.