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Regisseur Heinrich Breloer hat sich im deutschen Fernsehen vor allem durch seine herausragenden Duko-Dramen wie "Todesspiel" und "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" einen Namen gemacht. In Letzterem arbeitete er bereits mit Schauspieler Armin Mueller-Stahl zusammen und so ist es nur folgerichtig, wenn Mueller-Stahl auch bei der opulent ausgestatteten Verfilmung von Thomas Manns Nobelpreis-gekürtem Roman über Aufstieg und Fall einer großbürgerlichen Handelsfamilie eine der Hauptrollen übernimmt. Daneben finden sich unter anderem mit Jessica Schwartz, August Diehl und Iris Berben weitere bekannte deutsche Schauspieler.
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D 2008 - 150 Min.; ab 6;
Regie: Heinrich Breloer; Darsteller: Armin Mueller-Stahl (Konsul Jean Buddenbrook), Iris Berben (Konsulin Bethsy Buddenbrook), Jessica Schwarz (Tony Buddenbrook), August Diehl (Christian Buddenbrook), Mark Waschke (Thomas Buddenbrook), Raban Bieling (Hanno Buddenbrook), Léa Bosco (Gerda Buddenbrook, geb. Arnoldsen), Justus von Dohnanyi (Bendix Grünlich), Fedja van Huêt (Hermann Hagenström), Maja Schöne (Anna Iwersen), Nina Proll (Aline Puvogel), Martin Feifel (Alois Permaneder), Sunnyi Melles (Senatorin Möllendorpf), Josef Ostendorf (Senator James Möllendorpf), Sylvester Groth (Bankier Kesselmayer), André Hennicke (Gosch). Homepage Movie Database |
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66 Jahre alt musste er werden, um als Kinoregisseur in Erscheinung treten zu dürfen - Fernsehfilmemacher Dr. Heinrich Breloer, siebenfacher Grimme-Preisträger, Vater des so genannten Doku-Dramas und spätestens seit seinem opulenten TV-Dreiteiler "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" ein ausgewiesener Experte des literarischen Oeuvres von Thomas Mann. Mit der Adaption des mit dem Literaturnobelpreis bedachten Romans "Buddenbrooks" setzt Breloer nun einen Meilenstein in punkto Literaturverfilmung, übertrifft sich selbst in Sachen Detailversessenheit, überzeugt in Sachen erlesenes Kostümdesign, opulenter Ausstattung und erstklassiger Schauspielführung. So kann man von der aufwändigsten Bavaria-Produktion seit Wolfgang Petersens "Das Boot" mit Fug und Recht behaupten, dass man es hier - um mit Thomas Mann zu sprechen - mit einem Film von einiger Größe zu tun hat. Breloer, der so nah als möglich an der Vorlage bleibt, entführt ins Lübeck Mitte des 19. Jahrhunderts, damals eine florierende Handelsstadt, in der Kaufleute wie Jean Buddenbrook (Armin Mueller-Stahl) zu Reichtum und Wohlstand gekommen sind. Gemeinsam mit seiner nicht minder ehrgeizigen Gattin Bethsy (Iris Berben) ist der Konsul bestrebt, seinen Ruf zu wahren und den Einfluss der Patrizierfamilie zu mehren. Das bedeutet auch für die beiden Söhne Tom (Mark Waschke) und Christian (August Diehl), den Beruf des Kaufmanns zu erlernen, und für Tochter Tony (Jessica Schwarz), standesgemäß zu heiraten. Das geht eine Zeitlang gut, bis Tonys erste Ehe mit einem Mitgiftjäger scheitert, somit "Geld und Gatte perdü" sind, und sich Christian mehr für die Kunst als das Kommerzielle zu interessieren beginnt. Nach Jeans Tod -Tom hat inzwischen längst die Geschäfte übernommen - beginnt der tiefe Fall der einst so ruhmreichen Buddenbrooks. Tonys zweite Ehe mit einem bayerischen Lebemann geht in die Brüche, Tom überwirft sich endgültig mit seinem Bruder, als dieser sich mit einer "Minderwertigen", einer Tänzerin, einlässt und die Geschäfte mit dem Getreide verlaufen immer glückloser. Zwar wird Tom noch zum Senator gewählt und kann dabei seinen alten Jugendfreund und jetzigen Rivalen Hagenström ausstechen, aber als er das neue Heim, das er für sich, seine hübsche holländische Frau und seinen Sohn gebaut hat, bezieht, fällt ihm das türkische Sprichwort ein: "Wenn das Haus fertig wird, kommt der Tod". Es folgt ein Sterben Shakespearschen Ausmaßes, bei dem erst Mutter Bethsy, dann Tom und schließlich auch noch dessen Sohn Hanno (Raban Bieling, der einstige "Wilde Kerl" beweist großes schauspielerisches Format) dahingerafft werden. Selten wurden Verlogenheit, Stolz und Standesdünkel der Bourgeoisie so trefflich auf Zelluloid gebannt wie in Breloers aktueller Version der "Buddenbrooks". Dabei kann sich der Filmemacher auf grandiose Schauspieler verlassen, die - angeführt von einem perfekt besetzten Armin Mueller-Stahl - mit Höchstleistungen auftrumpfen. Das betrifft Nebendarsteller wie Sylvester Groth als grausam-gehässig lachenden Bankier Kesselmeyer und Sunnyi Melles als giftspritzende, tratschende Senatorin Möllendorpf ebenso wie August Diehl, der als missratener Sohn Christian seine bis dato beste Karriereleistung abruft. Gerne wäre man ihm auch auf seine Kaufmanns-Reisen nach London oder ins chilenische Valparaiso gefolgt, doch Breloer bleibt eng bei seinen Figuren. Außer ein paar Postkartenansichten von Lübeck, München und der Ostsee mit den entsprechenden historischen Segelschiffen lässt Gernot Rolls Kamera wenig Landschaft zu. Das letztlich macht das 150-Minuten-Epos trotz perfekt choreografierter Massenszenen und an Visconti erinnernde Ballsaalsequenzen dann doch weniger zu einem großen Kinofilm als zu einem jener klassischen Weihnachts-Vierteiler mit Quotenhit-Garantie. |
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