Ausgezeichnet mit 3 OSCARS

(Ausstattung, Kamera, Make-Up und visuelle Effekte)
Es sind die großen, zeitlosen Themen wie Liebe, Tod, Freundschaft und Verlust von denen diese bewegende Geschichte des immer jünger werdenden Benjamin Button mit philosophischen Untertönen ergreifend erzählt. Regisseur David Fincher gelingt es meisterhaft mit der Umsetzung einer Fantasy-Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald den immerwährenden Kreislauf des Lebens und die Vielfältigkeit des Seins mit unterschiedlichsten Schicksalen und einer Fülle eigenartiger Anekdoten spannend zu bebildern. Ein perfekt inszenierter Film, der mit märchenhaftem Ton und einer verblüffend echt wirkenden Maske die perfekte Illusion vom Altern und Verjüngen suggeriert. Virtuos werden Genres gemischt, treffsicher das Lebensgefühl und der Gestus der jeweiligen Epochen beschrieben. Ein Film, der intensivst berührt.

Ein mitreißendes Melodram... bewegend und oscar-würdig... ein Meisterwerk... Kino der großen Gefühle... Hollywoods größter Liebesfilm seit James Camerons 'Titanic'... rührend, ohne rührselig zu sein... subtil und eindringlich...
DER SPIEGEL

Prädikat besonders wertvoll;
Originaltitel: The Curious Case of Benjamin Button;
USA 2008 - 159 Min.; ab 12;
Regie: David Fincher;
Darsteller: Brad Pitt, Cate Blanchett, Taraji P. Henson, Julia Ormond, Jason Flemyng, Elias Koteas, Tilda Swinton, Faune A. Chambers, Ed Metzger.

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Mag die Wahl des Stoffes für den „Sieben”-Macher auf den ersten Blick ungewöhnlich anmuten, kommt doch Finchers zuletzt in „Zodiac” demonstrierter Perfektionismus bis in die feinen Nuancen von Story, Figurenzeichnung und Ausstattung auch hier zum Tragen, was nicht zuletzt erneut in eine Laufzeit von weit über zwei Stunden resultiert. Der seltsame Fall des Benjamin Button, der nicht altert, sondern als Greis geboren und immer jünger wird, und seiner Liebe zur Kindheitsfreundin Daisy bietet dank seiner Erzählzeit eines ganzen Lebensalters, die durch die Rahmenhandlung noch erweitert wird, nicht nur eine Spielwiese für die hervorragenden Maskenbildner und das Special Effects-Team, die Brad Pitt ein unglaublich realistisches Mini-Greisen-Gesicht und -Körper verpassen, sondern auch für das Ausstattungs-Team, das die 20er Jahre, den Zweiten Weltkrieg, die 60er und die Gegenwart darzustellen hat. Das tut es verspielt mit einem Hang zur nostalgischen Verklärung bzw. märchenhafter Überzeichnung, die vor allem in den wie gemalt wirkenden Hintergründen offenbar wird.
Das soll nicht heißen, dass es sich bei „Der seltsame Fall” um eine reine Ausstattungs-Extravaganz handelt, es ist ein Film, der Herz hat und das am rechten Fleck. Herzstück ist schließlich die Liebesgeschichte, auch wenn das gemeinsame Glück nur kurz währt. Skripter Eric Roth, der bereits in „Forrest Gump” ein Leben und ein Stück Geschichte höchst unterhaltsam verwob, findet auch hier - unterstützt von Koautorin Robin Swicord - den richtigen, zwischen Komik und Tragik balancierenden, märchenhaften Ton und fügt die bezeichnenden skurrilen Episoden und Begegnungen geschickt aneinander. Eine perfekte Szene, in der Komik und Tragik Hand in Hand gehen, ist etwa, als Benjamin bei einem Wunder-Prediger erstmals aus dem Rollstuhl aufsteht und zu gehen beginnt, während der Prediger vom Schlag getroffen wird. Dass das Publikum mit seinem Protagonisten mitlacht und -fiebert und auch nach zweieinhalb Stunden nicht müde wird, wie ein Kind auch nie eine Gute-Nacht-Geschichte satt hat, liegt neben der originellen Story am starken Ensemble, das sich in seinen Performances regelrecht gegenseitig übertrifft und die Figuren mit prallem Leben füllt. Das gilt nicht nur für Pitt und Blanchett, sondern auch und gerade für die Nebenfiguren. Eine Entdeckung etwa ist Taraji B. Henson, die ungemein liebenswert und vital die Adoptivmutter von Benjamin spielt. Den wohl besten Auftritt hat Jared Harris als knorriger, ewig betrunkener Captain, unter dessen Fittichen der Greisen-Junge zum Mann wird. Bei der Erwachsenwerdung hilft außerdem Tilda Swinton in einem neuerlichen Bravourstückchen als erste Geliebte Benjamins.
So empfehlen sich bei diesem ebenso seltsamen wie wunderbaren Fall fürs Kino, der von der US-Kritik hoch gelobt wurde, Ausstattung, Buch, Ensemble und Regie für die höchsten Ehren.
hai. (Blickpunkt Film)