Drama über die US-Musikgeschichte der Fifties und Sixties und die Rolle, die das berühmte Plattenlabel "Chess Records" dabei spielte.

USA 2008 - 109 Min.; ab 12;
Regie: Darnell Martin;
Darsteller:
Emmanuelle Chriqui (Revetta Chess),
Gabrielle Union (Geneva Wade),
Beyoncé Knowles (Etta James),
Adrien Brody (Leonard Chess),
Jeffrey Wright (Muddy Waters),
Norman Reedus (Chess),
Columbus Short (Little Walter),
Tony Bentley (Lomax).

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28 Jahre amerikanische Musik- und Gesellschaftsgeschichte komprimiert Darnell Martins dritter Kinofilm auf 109 Minuten. Zwangsläufig wirkt "Cadillac Records" wie eine Single-Auskoppelung, der man die Möglichkeiten einer LP wünschte.

Es beginnt Anfang der Vierzigerjahre, wenn der Sohn eines polnischen Einwanderers in einem vorwiegend von Schwarzen bewohnten Viertel Chicagos einen Club eröffnen möchte, während in Mississippi ein Mann aufbricht, um als Bluesgitarrist Karriere zu machen. Als sich die Wege von Leonard Chess (Adrien Brody) und Muddy Waters kreuzen, ist das die Keimzelle einer Plattenfirma, deren afro-amerikanische Stars den Blues revolutionierten, den Rock'n' Roll etablierten und damit auch das entwürdigende Etikett der "Race Music" pulverisierten. Während die Frauen auf ihre Männer und das Ende ihrer Affären warten, konzentriert sich der Film auf die Beziehung zwischen Produzent Chess und Musiker Waters sowie dessen fast brüderliche Bindung zum explosiven Harmonikaspieler Little Walter. Mitte der Fifties kommt mit Chuck Berry der Rock'n' Roll zur Welt und eine weitere Legende zu Chess Records, bald danach auch Etta James, die mit Seele in der Stimme das Herz des weißen Publikum eroberte, wie schon Berrys Rhythmen dessen Füße.

Dieser Crossover kann nur angerissen werden, wie auch die Rassenspannungen, die Konflikte in der heterogenen Künstlerfamilie und die Bereicherung der Weißen durch die Musik der Schwarzen, die Chess vorgeworfen wurde, aber auch im Plagiatsstreit Berrys gegen die Beach Boys zum Ausdruck kam. Auch wenn Martins biografisch recht frei und in großen Sprüngen erzählter Film nicht alles einlösen kann, was er sich vorgenommen hat und kurze Vollständigkeitspräsenzen (Rolling Stones) überflüssig wirken, ist "Cadillac Records" eine sehens- und hörenswerte Einführung in eine spannende Zeit, in der sich mit der Musik auch Amerika weiterentwickelte. Darstellerisch setzt der Film mit Jeffrey Wright als Muddy Waters, mit dem intensiven Eamonn Walker als Muddys Rivale Howlin' Wolf, aber auch mit Beyoncé als Etta James ebenso Glanzpunkte wie musikalisch. Finaler Höhepunkt, wenn sich Leid und Leidenschaft verbinden, ist Beyoncés Cover von "I'd rather go blind", mit dem sie unter Tränen ihren Lover Leonard und auch den Zuschauer verabschiedet.