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Woody Allens dritter London-Film hintereinander versammelt einmal mehr erstklassige Schauspieler in einer Krimigeschichte. Zwei Brüder (Ewan McGregor und Colin Farrell) werden mit einem Mord beauftragt, der sie ihrer finanziellen Sorgen, nicht aber ihrer moralischen Zweifel entledigen wird. Für „Match Point“-Liebhaber ein willkommener Aufguss, für Woody-Allen-Fans ein wenig spektakulärer Exkurs in die Welt von Schuld und Sühne, in der sich der Regisseur gerne selbst zitiert.
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(Cassandra's Dream)
USA/GB 2007 - 108 Min.; ab 12; Regie: Woody Allen; Darsteller: Colin Farrell, Ewan McGregor, Hayley Atwell, Tom Wilkinson, Tamzin Outhwaite, Sally Hawkins, Andrew Howard, Mark Umbers. Homepage www.imdb.com |
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Woody Allen ist trotz seiner 72 Jahre noch immer ein akribischer Autor und fleißiger Regisseur, der pro Jahr einen Film dreht und immer wieder zu seinem Lieblingsthema zurückkehrt: Die tragische Ironie des Lebens und die fatale Wechselwirkung der Liebe zwischen Menschen verschiedener Klassen. Die Crux ist leider: Jeder weitere Film wird primär mit Allens Vorgängerwerken verglichen und eigentlich gar nicht mehr als eigenständiges Projekt betrachtet. Die Aussagekraft scheint nur noch mit der Frage verbunden zu sein, ob sich Allen in seiner Ideenvielfalt noch einmal selber toppen und bereichern kann. Denn wie kaum ein anderer klaut der Regisseur aber nur bei sich selbst. Nahezu spielerisch gelingt es Allen, der unbeschwert-lockeren Anfangsviertelstunde so viel Suspense mit auf die Reise zu geben, dass sich die Intensität mit jeder Minute steigert und zu einem genialen Krimi mausert. Der Regisseur berauscht sich wieder an der Ironie des Schicksals, moralischen Taten und selbstsüchtigen, aber umwerfenden Frauen (auch wenn hier Hayley Atwell in der Nebenrolle nur ein Schatten von Scarlett Johansson ist). Die Vorliebe für Dostojewski und inszenatorische Ähnlichkeit zu „Match Point“ ist teilweise frappierend, der Twist am Ende des Films auch nicht halb so gut und die Spannung weit weniger intensiv. Dennoch: Allens erster Film ohne amerikanische Schauspieler überzeugt als moralisches Sittenspiel über Schuld und Sühne. Einzeln betrachtet, ist „Cassandras Traum“ somit ein kurzweiliger Krimi, der im Kontext des Allenschen Œuvres jedoch nur wie eine schwächere Zweitverwertung der „Match Point“-Grundidee wirkt. Wie gut, dass er nach drei Filmen in London fürs erste Abstand von der Stadt genommen hat. Der bereits abgedrehte „Vicky Cristina Barcelona“ (mit Penelope Cruz, Scarlett Johansson und Javier Bardem; Filmstart in den USA Ende August) führte Woody Allen zum ersten Mal auf neues Terrain nach Spanien. Vielleicht so etwas wie ein Neuanfang für die New Yorker Filmlegende und ein Versuch, nicht mehr der Versuchung zu erliegen, sich selbst zu zitieren. |
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