Weder sentimental noch kitschig
oder pathetisch, sondern wunderbar leicht inszeniert Stephen Frears
seine zeitlose Liebesgeschichte im prachtvollen Gewand der Belle
Epoque. Dabei entsteht aus Colettes Roman „Chéri“, einem literarischen
Meisterwerk von 1920, Gefühlskino der besonderen Art. Elegant verbindet
das gleichnamige period piece des bedeutendsten Regisseurs des New
British Cinema Komödie und Drama. Michelle Pfeiffer, die mit Frears
bereits das Historiendrama „Gefährliche Liebschaften" drehte,
glänzt in der Rolle der alternden Edelkurtisane ebenso perfekt wie
in ihren exquisiten Roben. |
Großbritannien
/ Deutschland / Frankreich 200 - 93 Min.; ab 6;
Regie: Stephen Frears;
Darsteller:
Michelle Pfeiffer, Kathy Bates, Rupert Friend, Felicity Jones, Frances
Tomelty, Anita Pallenberg, Harriet Walter, Iben Hjejleo.
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Gibt es etwas Schöneres als ein Bett, das man ganz
für sich allein hat?", seufzt Léa de Lonval zufrieden. Als Kurtisane
im Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts zählt sie, wie uns Regisseur
Stephen Frears ("Die Queen") gleich zu Beginn wissen lässt,
zu den einflussreichsten Frauen in der Geschichte der Prostitution.
Mit ihrem luxuriösen Lebensstil trieben sie so manchen Aristokraten
in den Ruin - oder in den Selbstmord. Frears selbst fungiert in der
Originalfassung als unsichtbarer Erzähler, der die Ereignisse mit
britischem Understatement kommentiert.
Léa (Michelle Pfeiffer) ist Mitte 40 und will sich gerade zur Ruhe
setzen, als sie von ihrer früheren Nebenbuhlerin, der gehässigen
Madame Peloux (Kathy Bates), gebeten wird, sich um die Erziehung
ihres lasterhaften Sohns zu kümmern. Weder Léa noch der verwöhnte
Chéri (Rupert Friend) ahnen, dass sie sich schon bald unsterblich
ineinander verlieben werden.
In Bildern von erlesener Schönheit entwirft Stephen Frears ein prachtvolles
Sittengemälde, das auf einem Roman der Skandalautorin Colette basiert.
Das mit ironischen Bonmots garnierte Drehbuch von Christopher Hampton
("Abbitte"), die sarkastischen Scharmützel zwischen Kathy
Bates und Michelle Pfeiffer ("Jetzt, wo die Haut weniger straff
ist, kommt Ihr Parfüm viel besser zur Geltung"), aber auch die
stimmungsvolle Musik, die das Geschehen auf unsentimentale Weise
dramatisiert, machen "Chéri" zu einem ausgesprochen sinnlichen
Vergnügen.
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