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Produziert und protegiert von Fatih Akin, zeichnet Chiko, das Spielfilmdebüt des Hamburger Deutschtürken Özgür Yildirim, den Aufstieg und Fall eines jungen, übermütigen Gangsters nach. Wenngleich der mitunter postulierte Authentizitätsanspruch bezweifelt werden darf, gelingt Yildirim eine über weite Strecken packende Milieu-Studie, die vorrangig als harter Genrebeitrag in der Tradition amerikanischer Gangster-Dramen funktioniert. Bei seiner Premiere in der Panorama-Sektion der diesjährigen Berlinale rief der Film ein geteiltes Echo hervor. Besonders die Gewaltdarstellung sorgte bei manch einem für Unbehagen. Dabei ist Chiko gerade in diesem Punkt unmissverständlich.
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D 2007 - 92 Min.; ab 16;
Regie: Özgür Yildirim; Darsteller: Denis Moschitto, Volkan Özcan, Moritz Bleibtreu, Fahri Ogün Yardim, Reyhan Sahin, Lilay Huser, Philipp Baltus, Hans Löw, Lucas Gregorowicz . Homepage www.imdb.com |
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Chiko, bereits Vater eines kleinen Mädchens, und sein Freund Tibet sind junge Türken in Hamburg. Sie sind hier aufgewachsen, sprechen so gut deutsch wie jeder Einheimische. Das Milieu, aus dem sie stammen, ist allerdings keine Oberschicht. Deshalb will Chiko „raus“. Er lässt sich trotz offensichtlicher Frömmigkeit mit dem Drogen-Dealer Brownie ein, der ihm ein besseres Leben verheißt. Tibet hat eine schwer nierenkranke Mutter. Der Sohn will ihr eine neue Niere verschaffen und zweigt deshalb von Brownies Rauschgift einen Teil ab, um ihn auf eigene Rechnung zu verkaufen. Er wird natürlich entdeckt, und das ist der Beginn des Dramas. Tibet wird aufs grausamste bestraft und will Anspruch auf echten Zusammenhalt wie unter Türken selbstverständlich -, dass Chiko zu ihm steht und Brownie umbringt. Brownie verlangt seinerseits von Chiko, Tibet „wegzumachen“. Chiko schert aus. Er will Geld, Frauen, ein teueres Auto. Luxus gilt ihm plötzlich mehr als Freundschaft. Eine Zeitlang blüht das einträgliche, wenn auch betrügerische Drogengeschäft. Chiko lebt auf großem Fuß. Tibet geht alleine los und schießt auf Brownie. Das wiederum zieht nach sich, dass er von dessen Schlägern gesucht wird. Als man ihn nicht findet, muss seine Mutter dafür büßen mit dem Leben. Das ist für Chiko der Anlass zur radikalen Umkehr. Jetzt könnte es sein, dass Brownie nicht mehr lange lebt. Und Chiko? Er vielleicht auch nicht. Ein harter Milieufilm über den Fluch, den dunkle Geschäfte nach sich ziehen, über das Streben nach purem Luxus, über Freundschaft und Verrat, über eine quasi archaische Tragödie. Thematisch ist das alles andere als neu aber geboten ist es ziemlich stark, und zwar sowohl von der Dramaturgie des Drehbuchs als auch von der Regie her. Über Moritz Bleibtreus Spiel als Brownie braucht nicht viel gesagt zu werden, es ist gut wie immer. Erstaunlich auch, wie realistisch und gut Denis Moschitto als Chiko auftritt eine Entdeckung. Temperament, Emotion, Ekstase fehlen in diesem Film in keinem Moment. Eines ist danach sicher: Wer Geldgier über die Freundschaft stellt und diese auch noch verrät, rennt ins Verderben. |
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