In Buenos Aires wartet Maria aus
Deutschland auf einen Anschlussflug nach Chile. Doch dann hört sie
neben sich ein spanisches Kinderlied und summt leise mit. Seltsam
berührt und verwirrt verpaßt sie ihren Flug, bleibt für ein paar
Tage in Argentinien und verliert zunächst ihren Pass und danach ihre
gesamte Identität. Denn auf einmal stellt sich die wichtigste aller
Fragen: Woher komme ich und wer bin ich? Florian Cossen ist mit seinem
Debut ein bewegender Film zum Thema Sehnsucht nach Identität, Heimatgefühl
und Selbstfindung gelungen. Souverän führt der Regisseur die starken
Schauspieler in einem hochemotionalen und sensiblen Film, der glaubwürdig
die Konflikte seiner Figuren vermittelt. Die Kamera schafft ausdrucksvolle
Bilder mit authentischer Ausstattung und findet dabei wunderschöne
Stadtaufnahmen von Buenos Aires. Ein atmosphärisch dichter Film von
zarter Melancholie. Ein beeindruckendes Erstlingswerk! |
Deutschland
/ Argentinien 2009
- 95 Min.; ab 12;
Regie: Florian Cossen;
Darsteller: Jessica Schwarz, Michael Gwisdek, Rafael Ferro, Beatriz
Spelzini, Carolos Portaluppi, Alfredo Castellani, Marcela Ferrari.
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Maria strandet in Buenos Aires, weil sie den Anschlussflug
nach Chile verpasst. Am Flughafen hat sie ein spanisches Kinderlied
gehört. Es löst in ihr unbekannte Gefühle aus, die sie sich nicht
erklären kann. Ohne ein genaues Ziel zu haben, beschließt sie, in
der Stadt zu bleiben. Ihr Vater, der äußerst besorgt scheint, kommt
aus Deutschland angereist, um sie zu unterstützen. Er lüftet das
Geheimnis, dass sie adoptiert wurde. Bei der Suche nach ihrer Vergangenheit
ist Maria allerdings auf sich allein gestellt. Als schließlich die
Familie gefunden und der Kontakt hergestellt ist, kommt Maria der
Wahrheit immer ein Stück näher und lernt ihre Wurzeln kennen. Die
Suche nach der eigenen Identität und den familiären Wurzeln sind
Thema des Films. Mit der Ankunft Marias in Buenos Aires findet er
zu seinem Thema. Hier beginnt ihre Suche und hier gewinnt auch der
Film an atmosphärischer Dichte und Ausdruckskraft. Die Frische und
Unbefangenheit, mit der die Stadt Buenos Aires dargestellt wird,
verschaffen dem Film eine originale Stimmung. Besonders die darstellerische
Leistung der argentinischen Schauspieler verleiht Glaubwürdigkeit
und erst sie erwecken Marias Geschichte zum Leben. Damit erhält der
Film starke emotionale Momente, die ihn bedeutsam machen. Der Film
spart die Erläuterung politischer Hintergründe bewusst aus. Die Kamera
verdichtet die Szenen wirksam, arbeitet teilweise fast dokumentarisch.
Der Schnitt gibt das angemessene Tempo für den Film vor. Auch die
Übersetzung der spanischen Dialoge, die spielerisch vorgenommen wird,
wirkt charmant und überzeugend. |