Weihnachtsvorstellung 24.12. um
14.00 Uhr (nur 5,-)
Sylvestervorstellung 31.12. um 19.00 Uhr (nur 7,- incl. Glas Sekt)
Reservierung bitte unter 57586
Leander Haußmann ist Experte für
die Sorte deutsche Komödie, die gerade genug Tiefgang besitzt, um
ihre Leichtigkeit nicht zu verlieren. Immer lustig, auch wenn's um
Rentner geht. |
D 2009
- 104 Min.; ab 6;
Regie: Leander Haußmann;
Darsteller: Eva-Maria Hagen, Ezard Haußmann, Walter Giller, Nadja Tiller,
Daniel Brühl, Tom Gerhardt, Ingrid van Bergen, Steffi Kühnert, Horst
Pinnow, Ralf Wolter, Heinz Meier.
Homepage
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Armut, Siechtum, wachsende Unzurechnungsfähigkeit
und eine Umwelt, der solche Probleme komplett egal sind. Diesen Schrecken
des Alterns lässt sich filmisch nur in der Komödie begegnen. Jedenfalls,
wenn man möchte, dass irgendwer ins Kino kommt. Die Rentner in Leander
Haußmanns "Dinosaurier" sind so turbulent wie sonst nur
die sprechenden Tiere in Disneyfilmen. Und dass sie niemand mehr
ernst nimmt, ist ihr Ticket in die Freiheit.
Das Übervorteilen älterer Menschen ist eine feste Größe unseres
Wirtschaftssystems. Riesige Summen brav ersparten Geldes werden von
gut gedrillten Bankangestellten aus morschen Rippen geleiert. Auch
die graziöse Rentnerin Lina Braake (Eva-Maria Hagen) fällt am Anfang
von "Dinosaurier" dem freundlichen Anlageberater Hartmann
(Daniel Brühl) zum Opfer - eine unüberlegte Unterschrift genügt,
und ihr kleines Häuschen in Berlin gehört der Bank. Als neue Unterkunft
bleibt nur ein abgerocktes Altenheim. Und wenn der Direktor dieser
Einrichtung von Tom Gerhardt gespielt wird, kann man sich denken,
wie es da zugeht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten findet Lina in
dem punkigen Ex-Manager Johann (Haußmanns Vater Ezard!) einen Verbündeten,
mit dem sie die kriminellen Energien der Insassen weckt, um ihr geliebtes
Eigenheim zurückzubekommen.
Richtig, auch in dieser Hommage an Bernhard Sinkels Film "Lina
Braake" setzt Komödienspezialist Haußmann konsequent auf schrullige
Charaktere, ein gut geschmiertes Ensemble und vor allem auf ungebremsten
Slapstick-Humor. Der unbedingten Verpflichtung, das Publikum zum
Lachen zu bringen, wurden glücklicherweise alle anderen Facetten
dieser "Rentners-in-crime"-Posse untergeordnet. Klar, Figuren,
Handlung und Konfliktlösungen sind geradezu grotesk unglaubwürdig.
Aber wenn Haußmann seinen eigenen Vater mit einem Rennrad gegen einen
Baum rasen lässt, ist das endlich mal wirklich lustig. Auch vor platzenden
Katheterbeuteln, gestohlenen Gebissen oder Alzheimerwitzen wird nicht
zurückgeschreckt. Sämtliche Register des Boulevardhumors werden gekonnt
gezogen. Und das Rezept geht auf: Haußmann kriegt mit seiner tolldreisten
Herangehensweise tatsächlich eine ganze Riege Dinosaurier des deutschen
Showgeschäfts (Giller! Tiller! Wolter!) dermaßen in Spiellaune, dass
einem ganz schwindelig wird. So was hat man hierzulande seit 40 Jahren
nicht mehr gesehen. Leider.
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