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„Echte Wiener“ ist eine sympathische, mit
einfachen Mitteln gedrehte Burleske, die bei allen dramaturgischen Windungen
konsequent auf ihren turbulenten Höhepunkt zusteuert. Mit viel Verständnis
für die alltäglichen, aber keineswegs banalen Probleme der „kleinen
Leute“ und im Glauben an das Gute im Menschen erzählt, rüttelt
die herzerfrischende Komödie das Bild vom echten Wiener ordentlich
durcheinander; die präsentierten vier Generationen könnten kaum
unterschiedlicher sein, so weit sind der punkrockende Urenkel oder der computerversierte
Enkel vom alten Mundl entfernt. Was sie verbindet, ist das, was beinahe
vergessen wurde: nämlich, dass sie eine Familie sind. Echte Wiener
tragen das Herz am rechten Fleck, und so kann am Ende auch ein Hamburger
ein bisschen Wiener sein. Obwohl das Drehbuch an einigen Stellen allzu leichtfertig
den Zufall ex machina bemüht, ist es letztlich die Balance zwischen
idyllisierendem Heimatfilm und feinsinniger Sozialstudie, die aus der Sackbauer-Saga
einen lebensklugen Kinospaß macht.
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Österreich 2008 - 110 Min.; ab 12;
Regie: Kurt Ockermüller; Darsteller: Karl Merkatz, Ingrid Burkhard, Klaus Rott, Liliana Nelska, Erika Deutinger, Alexander Wächter, Götz Kauffmann, Dolores Schmidinger, Kurt Weinzierl, Charles Brauer. Homepage Movie Database |
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Was macht einen „echten“ Wiener aus? Er grantelt, besitzt Schmäh und einen Schrebergarten. So ähnlich würde wohl Edmund „Mundl“ Sackbauer (großartig verkörpert von Karl Merkatz), der legendäre Familienpatriarch der ORF-Serie „Mundl – Ein echter Wiener geht nicht unter“ (1975–1979), die wesentlichen Merkmale eines prototypischen Ureinwohners der Stadt umschreiben. Natürlich nicht, ohne zuvor mit einem „eh kloa“ lakonisch darauf hinzuweisen, dass die Antwort auf diese Frage doch auf der Hand liege. Genauso wie Mundl in den Geheimnissen der Welt wie in einem offenen Buch zu lesen glaubt. Auch das macht einen echten Wiener aus. In Wirklichkeit ist natürlich alles ganz anders. Mit charmanter (echt Wienerischer?) Selbstironie krempelt Regisseur Kurt Ockermüller, der die letzten acht Folgen der Fernsehserie inszenierte, dann auch Leben und Selbstverständnis des Mundl-Uropas tüchtig um. Das fängt damit an, dass ein Bagger aus seiner Schrebergartenhütte Kleinholz macht und dabei auch noch die geliebten Gartenzwerge überrollt. Fortan steckt der echte Wiener in einer waschechten Krise. Da, denkt seine Ehefrau Toni, kann nur die Verwandtschaft helfen. Oder aber alles noch schlimmer machen. Mundls Sohn Karli und Schwiegertochter Irmi planen ein Familienfest zum 80. Geburtstag des liebenswerten Ekels. Nicht nur René, der seit dem Unfalltod seiner Frau schwer depressive Enkelsohn, und dessen pubertierender Sprössling Edi sollen kommen, sondern auch die Tiroler Verwandtschaft, Mundls bester Freund, der todkranke Kurti, und nicht zuletzt Tochter Hanni, die Mundl vor 30 Jahren wutentbrannt aus dem Haus geworfen hat, weil sie sich ausgerechnet von einem „Piefke“ – und dann auch noch einem verheirateten – ein Kind hat machen lassen. Dass sie nun zu seinem Ehrentag eingeladen wurde, darf der Mundl allerdings nicht wissen. Umso größer fällt die Überraschung aus, als nicht nur Hanni mit ihrem Sohn aus Hamburg aufkreuzt, sondern ihnen auch noch der verhasste Geliebte hinterher reist. „Echte Wiener“ ist eine sympathische, mit einfachen Mitteln gedrehte Burleske, die bei allen dramaturgischen Windungen konsequent auf ihren turbulenten Höhepunkt zusteuert. Mit viel Verständnis für die alltäglichen, aber keineswegs banalen Probleme der „kleinen Leute“ und im Glauben an das Gute im Menschen erzählt, rüttelt die herzerfrischende Komödie das Bild vom echten Wiener ordentlich durcheinander; die präsentierten vier Generationen könnten kaum unterschiedlicher sein, so weit sind der punkrockende Urenkel oder der computerversierte Enkel vom alten Mundl entfernt. Was sie verbindet, ist das, was beinahe vergessen wurde: nämlich, dass sie eine Familie sind. Echte Wiener tragen das Herz am rechten Fleck, und so kann am Ende auch ein Hamburger ein bisschen Wiener sein. Obwohl das Drehbuch an einigen Stellen allzu leichtfertig den Zufall ex machina bemüht, ist es letztlich die Balance zwischen idyllisierendem Heimatfilm und feinsinniger Sozialstudie, die aus der Sackbauer-Saga einen lebensklugen Kinospaß macht. |
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