Der Film erzählt die Geschichte von Konrad, dem Knecht des fränkischen Ritters Ekkelin Geyling. Dieser gerät mit dem Burggrafen von Nürnberg in eine Fehde und wird geächtet. Gemeinsam mit seinen Gefolgsleuten und Konrad überfällt Ekkelin Kaufleute, um auch weiterhin standesgemäß leben zu können. Doch Ekkelin wird gefasst und hingerichtet. Sein ehemaliger Knecht, Konrad, versucht nun nachträglich, den Ruf seines ehemaligen Herrn wieder herzustellen...
D 2007 - 108 Min.; ab 12;
Regie: Reinhard Kungel ;
Darsteller:
Peter Klewitz, Philipp Sprongl, Katrin Klewitz, Yvonne Brosch, Johannes Ernst, Till Klewitz, Kay Waidelich, Ralph Traunbauer, Hubertus Hinse, Silke Heimann, Lisa Andree.

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wikipedia

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Natürlich ist die mittelalterliche Stadt Regensburg prädestiniert für einen Mittelalterfilm. So fand die Welturaufführung von Peter Klewitz’ Film „Ekkelins Knecht“ passend im Altstadtkino Garbo statt. Das Genre Mittelalterfilm sei fest in der Hand Hollywoods, mit dieser Bemerkung sei er als Regisseur mehrmals von Fernsehanstalten abgeschmettert worden, sagte Reinhard Kungel. Mutig war also die Entscheidung für schlappe 190 000 Euro, die aber erst mal aufzutreiben sind, eine immerhin bis in unsere Zeit überlieferte Rittergeschichte aus der Region nachzuerzählen. Gedreht wurde an hiesigen Burg-Schauplätzen unter Mitwirkung verschiedener Mittelalter-Gruppen, wie etwa der Regensburger „Stadtmaus“. Und von hiesigen Engagierten, allen voran Peter Klewitz, auch als Drehbuchautor und Hauptdarsteller, wurde das Projekt produziert. Beachtlich ist nun das Ergebnis, denn der Film schafft es durchaus, den unrealistisch schlichten Hochglanz-Ritter-Klischees, wie sie in den Massenmedien kursieren, Paroli zu bieten.
Im 14.Jahrhundert hat Ekkelin von Geyling von seiner Burg Wolf aus das Frankenland unsicher gemacht. Warum? In einer Zeit des Umbruchs, als die Städte und die Handelsherren immer mächtiger wurden, versuchte Ekkelin taktierend und mit allen Mitteln des Fehde- und Faustrechts seinen Ritterstand zu behaupten. Und hat verloren. Raubritter nannte man ihn. Peter Klewitz spielt ihn streng, alt, verbohrt und sehr glaubhaft. Die Unsicherheit soll spürbar werden, nicht nur die der Zeit, sondern auch die der Personen, sagt er.
Auch Ekkelins Knecht (Philipp Sprongl) ist dafür ein Beispiel: Ein Aufsteiger, der sich die Ritterideale der Treue, des Mutes und der Lauterkeit zu eigen macht, sie unter der Hand der Zeitläufte verliert, sie bewahren will und dabei ganz närrisch wird. Dies sind interessant skizzierte Charaktere. Unspektakulär, dafür aber vertraut und eigentümlich „nah“ wirken die verhangenen Wald-und-Wiesen-Schauplätze und die ganze Lebenswelt der Figuren.
Zwar hat der fast zweistündige Film Längen, doch ohne die ausführliche Liebesgeschichte wäre die damalige Situation der Frauen nicht zu schildern gewesen. Natürlich hätte man opulenter, sauberer inszenieren können. Aber das „Arme“ wurde überzeugend als Chance für realistische Darstellung genutzt. Und mit mehr Hintergrundinformationen wäre man auch langatmiger geworden. Vorwissen ist wohl notwenig, um den Film zu verstehen. Aber gerade deshalb eignet sich dieser ernsthafte, auch entmystifizierende Versuch der Annäherung an eine Epoche bestens für den Unterricht: um trockenes Geschichtswissen mittels lebendiger Charaktere greifbarer zu machen.