Der Autohändler Yvan stellt einen
Einbrecher in seiner Wohnung. Er nimmt sich seiner an und begibt
sich mit dem Junkie auf eine ungewöhnliche Reise. Das unwiderstehliche
Roadmovie aus Belgien wurde bereits in Cannes zu Recht ausgezeichnet
....so
skurril wie unterhaltsam.
tz München
Ein Juwel des schmutzigen kleinen Films... Es sind wahre Typen,
gespielt von hervorragenden Darstellern, die für sich und gemeinsam
den Grenzbereich zwischen albernster Komik und tiefer Schwermut neu
vermessen.
Berliner Zeitung
Belgien gehört eigentlich zum weiten amerikanischen Westen. Davon
ist der Regisseur und Schauspieler Bouli Lanners überzeugt. Sein
schräges Roadmovie 'Eldorado' war letztes Jahr der Überraschungshit
in Cannes. - Sehenswert!
tip Berlin |
Belgien
/ Frankreich 2008 - 81 Min.; ab 12;
Regie: Bouli Lanners;
Darsteller:
Bouli Lanners, Fabrice Adde, Francoise Chichery, Philippe Nahon, Didier
Toupy, Stefan Liberski, Baptiste Isaia, Jean-Jacques Rausin.
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Movie Database |
Der Autohändler Yvan hat sich auf den Verkauf von
amerikanischen Oldtimern spezialisiert. Keine brotlose Kunst, aber
eben doch eine recht spezielle. Schließlich wohnt er in einem eher
verträumten belgischen Kaff, fern der zahlenden Kundschaft. Nur gut,
dass er mit seinen Amischlitten problemlos den potentiellen Käufern
entgegenfahren kann. Von einer dieser Geschäftsreisen zurück, glaubt
Yvan seinen Augen und Ohren nicht zu trauen. Wie sich bereits an
seiner Haustür herausstellt, hat sich jemand mit Gewalt Zugang zu
seiner Wohnung verschafft. Doch damit nicht genug. Dieser jemand
befindet sich offenkundig noch immer im Haus, was eindeutige Geräusche
aus dem oberen Stockwerk belegen. Und tatsächlich: Als Yvan sein
Schlafgemach betritt, liegt der Einbrecher unter dem Bett. Kein besonders
originelles Versteck, doch da der Ganove womöglich bewaffnet ist,
traut sich der Hausherr nicht recht, ihn zu stellen.
Am nächsten Morgen
erwacht Yvan auf seinem Stuhl. Just in dem Moment, als der Dieb die
Treppe hinunter zu fliehen gedenkt. Nun gelingt es ihm, den Langfinger
zu schnappen. Dieser entpuppt sich als ein Häufchen Elend, dass da
unbeholfen am Fuße der Treppe kauert. Ein Junkie, der angeblich nur
ein wenig Geld für den Bus ergattern wollte. Und was tut der körperlich
überlegene und bestohlene Herr des Hauses? Die Polizei rufen? Selbstjustiz?
Von wegen! Er nimmt sich des bedauernswerten Stromers an. Und so
muss Elie - so sein Name - nicht länger auf den Bus warten, sondern
wird stattdessen von seinem neuen Gönner in einem schicken Wagen
chauffiert. Ziel ist die französische Grenze und der Besuch bei Elies
Eltern. Doch schon sehr bald soll sich herausstellen, dass auf dieser
ungewöhnlichen Reise einmal mehr der Weg das eigentliche Ziel sein
soll. Für beide!
Bouli Lanners, der nebst Drehbuch und Regie auch
eine der beiden Hauptrollen übernahm, wollte mit „Eldorado“ einen
Film abliefern, „den die Leute einfach gerne sehen“. Das ist ihm
wahrlich gelungen! In seiner unwiderstehlich herzerfrischenden Erzählung,
schickt er seine ungleichen Antihelden auf eine bizarre Reise durch
die wallonische Landschaft. Ein traurigsüßes und urkomisches Roadmovie,
dem man sich nicht entziehen kann. Eine ernste Komödie, die jederzeit
die Balance zwischen Tragik und Komik hält. Allein hierfür sei dem
belgischen Kinojuwel die Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger
Film 2009 vergönnt. Der Weg hierfür ist geebnet, denn das belgische
Auswahlkomitee hat sich bereits dafür entschieden, „Eldorado“ ins
Rennen um die begehrte Trophäe zu schicken. Für das Land wäre es
die erste Auszeichnung ihrer Art und mit Bouli Lanners würde man
einen möglichen Preisträger nach Hollywood schicken, der auch auf
der Oscar-Bühne seine Wirkung nicht verfehlen dürfte.
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