Eine schwarze Familie beim Skifahren ist das autobiografisch inspirierte Thema von Lucien Jean-Baptistes Komödie über Vorurteile und Familienprobleme. Der Film will ausdrücklich kein Sozialdrama über Rassismus sein, sondern eine vergnügliche Winterkomödie der besonderen Art. Und als solche ist „Triff die Elisabeths!“ durchaus gelungen: In Frankreich war der Film mit 1,7 Mio. Besucher ein großer Überraschungshit, auf dem Festival des komischen Films Alpe D'Huez erhielt er den Publikumspreis und den Großen Preis der Jury, und auf dem Filmfest Hamburg wurde er mit dem Publikumspreis ausgezeichnet!



Originaltitel: La première étoile;
Frankreich 2009 - 90 Min.; ab 0;
Regie: Lucien Jean-Baptiste;
Darsteller: Lucien Jean-Baptiste, Anne Consigny, Firmine Richard, Jimmy Woha-Woha, Loreyna Colombo, Ludovic François.

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Jean-Gabriel, Held dieser leichten Komödie aus Frankreich, ist ein echter Luftikus: Sympathisch aber verantwortungslos, nie um eine Ausrede verlegen und nicht wirklich zuverlässig. Der von den Antillen stammende dunkelhäutige Mann ist mit der weißen Suzy verheiratet und hat drei Kinder, die mehr oder weniger integriert sind. Seine Zeit verbringt Jean-Gabriel allzu gern im Wettbüro, wo er schon mal sein ohnehin karges Monatseinkommen verspielt. Seiner Frau verspricht er daraufhin mit schöner Regelmäßigkeit eine Besserung seines Verhaltens, doch wirklich ernst meint er das nie. Eines Tages jedoch kommt seine kleine Tochter Manon mit einem Wunsch nach Hause: Sie will Skifahren gehen, schließlich machen das auch ihre Klassenkameradinnen. Und so verspricht Jean-Gabriel seiner Familie genau das: Einen tollen Skiurlaub. Nicht mehr als ein leeres Versprechen, dass bald ebenso vergessen sein würde, wie all die anderen leeren Versprechen, die Jean-Gabriel im Laufe der Jahre gemacht hat. Diesmal jedoch will Suzy ihn nicht so leicht davonkommen lassen, zumal ihre Geduld endgültig erschöpft ist. Und so beginnt Jean-Gabriel zu improvisieren, leiht sich den Sportwagen eines Freundes dank einer kleinen Erpressung, holt sich hier ein paar Euros, dort eine Skiausrüstung und so geht es schließlich los. Allerdings ohne Suzy, die Jean-Gabriel einmal mit seinem Chaos allein lässt, ihm nicht helfen will, ihn dazu nötigt, seine Probleme alleine zu lösen. Das geht natürlich nicht ohne zahlreiche Missverständnisse, absurde Situationen und melancholischer Momente vonstatten, bis sich am Ende auch Jean-Gabriel zu einem besseren Menschen gewandelt hat. Der Schauspieler Lucien Jean-Baptiste, der mit „Triff die Elisabeths!“ sein Regiedebüt gibt, schrieb sich die Rolle auf den Leib. Das er sich dafür acht Jahre jünger macht ist eher nebensächlich, deutlich problematischer ist es – zumindest wenn man diese Film an der Realität misst – wie sich jedes Problem, dass sich Jean-Gabriel in den Weg stellt, als letztlich irrelevant erweist, dass sich seine Leichtlebigkeit, sein unverantwortliches Verhalten letztlich in Luft auflöst. Natürlich ist dieser Film nicht mehr als eine harmlose Komödie, doch von einem Film, der dezidiert das schwierige Verhältnis der weißen Franzosen, mit einer dunkelhäutigen, von den Antillen stammenden Familie thematisiert, hätte man sich eine etwas weniger märchenhafte Darstellung gewünscht. Gerade im Skiort, zwar keine mondäne Angelegenheit, aber eben doch ein Ort, an dem auch Wohlhabende verkehren, schlägt der Familie kaum mehr als Überraschung entgegen. Der Sohn findet eine weiße Freundin, die kleine Tochter ist das Ereignis bei einem Gesangswettbewerb, den Rest erledigt die resolute Großmutter. Das ist recht amüsant anzusehen und nicht ohne Momente pointiertem Witzes, nur sollte man nicht den Irrtum begehen in „Triff die Elisabeths!“ einen realistischen Film über Rassenverhältnisse in Frankreich zu sehen.