Eine schwarze Familie beim Skifahren ist das autobiografisch inspirierte
Thema von Lucien Jean-Baptistes Komödie über Vorurteile und Familienprobleme.
Der Film will ausdrücklich kein Sozialdrama über Rassismus sein,
sondern eine vergnügliche Winterkomödie der besonderen Art. Und
als solche ist „Triff die Elisabeths!“ durchaus gelungen: In Frankreich
war der Film mit 1,7 Mio. Besucher ein großer Überraschungshit,
auf dem Festival des komischen Films Alpe D'Huez erhielt er den
Publikumspreis und den Großen Preis der Jury, und auf dem Filmfest
Hamburg wurde er mit dem Publikumspreis ausgezeichnet!
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Jean-Gabriel, Held dieser leichten Komödie aus Frankreich,
ist ein echter Luftikus: Sympathisch aber verantwortungslos, nie
um eine Ausrede verlegen und nicht wirklich zuverlässig. Der von
den Antillen stammende dunkelhäutige Mann ist mit der weißen Suzy
verheiratet und hat drei Kinder, die mehr oder weniger integriert
sind. Seine Zeit verbringt Jean-Gabriel allzu gern im Wettbüro, wo
er schon mal sein ohnehin karges Monatseinkommen verspielt. Seiner
Frau verspricht er daraufhin mit schöner Regelmäßigkeit eine Besserung
seines Verhaltens, doch wirklich ernst meint er das nie. Eines Tages
jedoch kommt seine kleine Tochter Manon mit einem Wunsch nach Hause:
Sie will Skifahren gehen, schließlich machen das auch ihre Klassenkameradinnen.
Und so verspricht Jean-Gabriel seiner Familie genau das: Einen tollen
Skiurlaub. Nicht mehr als ein leeres Versprechen, dass bald ebenso
vergessen sein würde, wie all die anderen leeren Versprechen, die
Jean-Gabriel im Laufe der Jahre gemacht hat. Diesmal jedoch will
Suzy ihn nicht so leicht davonkommen lassen, zumal ihre Geduld endgültig
erschöpft ist. Und so beginnt Jean-Gabriel zu improvisieren, leiht
sich den Sportwagen eines Freundes dank einer kleinen Erpressung,
holt sich hier ein paar Euros, dort eine Skiausrüstung und so geht
es schließlich los. Allerdings ohne Suzy, die Jean-Gabriel einmal
mit seinem Chaos allein lässt, ihm nicht helfen will, ihn dazu nötigt,
seine Probleme alleine zu lösen. Das geht natürlich nicht ohne zahlreiche
Missverständnisse, absurde Situationen und melancholischer Momente
vonstatten, bis sich am Ende auch Jean-Gabriel zu einem besseren
Menschen gewandelt hat. Der Schauspieler Lucien Jean-Baptiste, der
mit „Triff die Elisabeths!“ sein Regiedebüt gibt, schrieb sich die
Rolle auf den Leib. Das er sich dafür acht Jahre jünger macht ist
eher nebensächlich, deutlich problematischer ist es – zumindest wenn
man diese Film an der Realität misst – wie sich jedes Problem, dass
sich Jean-Gabriel in den Weg stellt, als letztlich irrelevant erweist,
dass sich seine Leichtlebigkeit, sein unverantwortliches Verhalten
letztlich in Luft auflöst. Natürlich ist dieser Film nicht mehr als
eine harmlose Komödie, doch von einem Film, der dezidiert das schwierige
Verhältnis der weißen Franzosen, mit einer dunkelhäutigen, von den
Antillen stammenden Familie thematisiert, hätte man sich eine etwas
weniger märchenhafte Darstellung gewünscht. Gerade im Skiort, zwar
keine mondäne Angelegenheit, aber eben doch ein Ort, an dem auch
Wohlhabende verkehren, schlägt der Familie kaum mehr als Überraschung
entgegen. Der Sohn findet eine weiße Freundin, die kleine Tochter
ist das Ereignis bei einem Gesangswettbewerb, den Rest erledigt die
resolute Großmutter. Das ist recht amüsant anzusehen und nicht ohne
Momente pointiertem Witzes, nur sollte man nicht den Irrtum begehen
in „Triff die Elisabeths!“ einen realistischen Film über Rassenverhältnisse
in Frankreich zu sehen. |