Fahrende Lebensmittelhändler sind hierzulande eine bereits ausgestorbene Spezies – in Frankreich oder auch einzelnen Regionen der Schweiz oder Italiens, wo das Netz von Discountern und Supermärkten noch Lücken aufweist, aber durchaus noch anzutreffen. Verpackt in eine leichte und erfrischende Sommerkomödie erzählt „Der fliegende Händler“ von Eric Guirado von der Entscheidung eines jungen Franzosen, den elterlichen Tante-Emma-Laden auf Rädern fortzuführen.
(Le fils de l'épicier )
F 2007 - 96 Min.; ab 0;
Regie: Eric Guirado;
Darsteller:
Nicolas Cazalé, Clotilde Hesme, Daniel Duval, Jeanne Goupil, Stéphane Guérin Tillié, Liliane Rovère, Paul Crauchet.

Homepage

www.imdb.com

Antoines Vater liegt nach einem Herzinfarkt im Krankenhaus und kann mit seinem rollenden Tante-Emma-Laden nicht mehr die Dorfbewohner der Umgebung mit Lebensmiteln versorgen. Widerwillig kehrt Antoine zurück in sein Heimatdorf und das Haus seiner Eltern. Begleitet wird er von einer Freundin – Claire – die im Gegensatz zum knurrigen Antoine sofort Gefallen an der wunderbaren Umgebung und dem ländlichen Leben findet. Ihrem Charme und ihrer kindlichen Freude an der Natur erliegen nicht nur die kauzigen Dorfbewohner, auch Antoine taut nach und nach ein wenig auf.
Kino kann glücklich machen. “Der fliegende Händler” beweist es. Manchmal muss man ziemlich lange stöbern um einen Film zu finden, der alles richtig macht. Dieses Sommermärchen aus Frankreich ist so ein kleines Juwel. Die Geschichte, die Eric Guirado (nach mehreren dokumentarischen Arbeiten fürs Fernsehen ist dies sein Kino-Debüt) erzählt, ist völlig unspektakulär. Ein 30-jähriger kehrt knurrend in sein Heimatdorf zurück um seinen Eltern unter die Arme zu greifen und findet durch diesen Ausflug zu sich selbst.
Mit seinem rollenden Verkaufwagen fährt er durch die Sommerlandschaft, die Wiesen duften, das Getreide steht hoch, der Geruch von Erde und staubigen Steinen liegt in der Luft. – Doch, auch im Kino verbreitet sich dieser Duft von Land und Leuten, so wunderbar hat Guirado die Landschaft gefilmt.
Nicht nur das Thema, also die Wiederentdeckung der Heimat und die Nähe zur Natur, erinnert an die Filme von Marcus H. Rosenmüller, auch die Kamerafahrten, die Musik und die Zärtlichkeit mit der Guirado die knorrige Landbevölkerung aufnimmt, zeigt eine Gemeinsamkeit. Und so wie Rosenmüller stammt auch Guirado vom Land und kennt jeden Winkel, jedes Straßengestrüpp, das er hier filmt.