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Basierend auf dem Reportage-Bestseller von Roberto Saviano, inszeniert Matteo Garrone einen Mafia-Film der anderen Art. Ganz dezidiert versucht er jede Stilisierung, jede Verherrlichung des Gangster-Lebens zu vermeiden. Fünf lose erzählte Geschichten beleuchten unterschiedliche Aspekte der Mafia, die in Garrones nüchternem Stil zu einer dokumentarisch anmutendem Darstellung der Mafia verschmelzen. Dafür gab es 2008 beim Filmfestival in Cannes den "Großen Preis der Jury"!
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Italien 2008 - 135 Min.; ab 16;
Regie: Matteo Garrone; Darsteller: Toni Servillo, Gianfelice Imparato, Maria Nazionale, Salvatore Cantalupo, Gigio Morra, Salvatore Abruzzese, Marco Macor, Ciro Petrone . Homepage www.imdb.com |
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Die Camorra, die neapolitanische Mafia, könnte, wenn es ums Töten geht, an erster Stelle stehen. So wird jedenfalls ziemlich zuverlässig berichtet. In zehn Jahren sind durch sie anscheinend mehr Menschen umgekommen als durch vergleichbare Organisationen etwa in Albanien, Sizilien oder Russland, von der ETA im Baskenland oder der IRA in Irland einmal ganz abgesehen. Von ihren Umtrieben handelt dieser Film. In alle wichtigen Wirtschaftszweige ist die Camorra verstrickt: die Lebensmittelbranche, die Mode, den Bausektor, den Tourismus, den Transport, den Restaurant- und den Bankensektor. Fünf Schicksale werden erzählt: jenes von Pasquale, dem Modedesigner und Schneider, der für einen Hungerlohn dafür arbeitet, dass andere Millionen einsacken. Jenes von Don Ciro, der als Buchhalter Familien von Opfern oder Gefangenen mit Geld versorgen muss und nach einer gewissen Zeit durch seine Gewissensbisse lediglich erreicht, dass es zu einem schrecklichen Blutbad kommt. Jenes von Roberto, der zunächst froh ist, für Franco arbeiten zu können, jedoch zu spät begreift, dass die illegalen Gift- und Mülltransporte, die der gewissenlose Übeltäter Franco organisiert, der Umwelt schweren Schaden zufügen. Jenes des jungen Toto, der, von falschen Begriffen von Macht, Reichtum, Frauen oder Ansehen geblendet, sich als Kämpfer und Totschläger anwerben lässt und danach zwischen die Fronten gerät. Jenes von Marco und Ciro, die echte Mafia-Größen werden möchten, jedoch von den wirklichen Bossen als „streunende Hunde“ angesehen werden, die man beseitigen muss. Fiktion und Realität mischen sich hier, aber zweifellos ist an diesem Film Wahres. Er ist mit einer derartigen Unmittelbarkeit in Szene gesetzt, dass man sich während der ganzen 128 Minuten in einem Dokumentarfilm wähnt. Das gilt für die Handlung, das trifft für die überaus echt wirkenden Locations zu, und das ist nicht zuletzt bei der Milieuschilderung und der schauspielerischen Darstellung der Fall. |
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