Während ein neuer Papst gewählt werden soll, steht
der Vatikan vor seiner schwersten Prüfung. Vier Kandidaten für die
Papstnachfolge wurden vom mysteriösen Geheimbund der Illuminaten
entführt, sollen stündlich hingerichtet werden. Und irgendwo in der
Vatikanstadt tickt eine Antimateriebombe, die das Zentrum der katholischen
Kirche in wenigen Stunden vernichten wird. Wenig Zeit und viel Druck
für Symbologe Robert Langdon und Physikerin Vittoria Vetra, die auf
der Jagd durch Rom vier Morde und eine Katastrophe verhindern müssen.
Wie schon der erfolgreiche Vorgänger "The Da Vinci Code
- Sakrileg" schickt
auch die zweite Verfilmung eines Bestsellers von Dan Brown Tom Hanks
in ein Rennen gegen die Zeit, ist die dramaturgische Struktur auch
hier eine atemlose Schnitzeljagd, die den Spuren von Mördern und
Verschwörern folgt. Mitgefühl für die Opfer kann aber auch dieses
neue Thrillerabenteuer nicht entwickeln - wohl aber Tempo, Spannung
und einen Plot, der weniger verschraubt in der Verknüpfung von Religion
und Mythos realistischer als der Vorgänger wirkt. |
Originaltitel: Angels & Demons
USA 2009 - 138 Min.; ab 12;
Regie: Ron Howard;
Darsteller: Tom Hanks, Ayelet Zurer, Ewan McGregor, Stellan Skarsgård, David Pasquesi, Cosimo Fusco, Allen Dula, Kristof Konrad, Armin Mueller-Stahl.
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Eine Glaubensfrage war "The Da
Vinci Code - Sakrileg" zumindest in den Resultaten nicht. Mit
einem globalen Einspiel von mehr als 750 Mio. US Dollar war die Verfilmung
von Dan Browns Bestseller das kommerzielle Ausrufezeichen, das Hanks
und Ron Howard in die ersten Sequels ihrer Karrieren als Darsteller
und Regisseur trieb. Vom Auftakt in Genf abgesehen, ist jetzt Rom
Schauplatz der Ereignisse, die weniger mysteriös angelegt als im
Vorgänger nun auf diesen folgen und damit die Chronologie der Bücher
umkehren. Die dubiosen Aspekte der Vorlage, von Entführungen mit
angedachten Vergewaltigungen bis zu Papstnachwuchs durch künstliche
Befruchtung, wurden mit den romantischen ausgemerzt. Womit Hanks
auch mit neuer Begleitung nur Vornamen austauschen darf, wenn der
Plot, auf wenige Stunden komprimiert, permanenten Zeitdruck garantiert.
Im Prolog in Genf, im größten Teilchenbeschleuniger der Welt, wird
erstmals Antimaterie erzeugt und im fragilen Schwebezustand gesichert.
Nach einem Mord wird der Behälter mit dem hochexplosiven Inhalt gestohlen
und in der Vatikanstadt versteckt, um diese um Mitternacht auszulöschen.
Verantwortlich dafür soll der Geheimbund der Illuminaten sein, der
Jahrhunderte nach seiner brutalen Verfolgung durch das Papsttum Rache
nehmen will. Auch durch die Entführung von vier Kardinälen, die zum
engen Kandidatenkreis für die Wahl des neuen Papstes gelten und am
Abend im Stundentakt öffentlich hingerichtet werden sollen. Jeder
der Tatorte enthält Hinweise auf den nächsten und schließlich auch
auf die Bombe. Entschlüsselt werden diese von Robert Langdon und
der Physikerin Vittoria Vetra (Ayelet Zurer aus "München")
- beides laufende Lexika in Fragen von Naturwissenschaft, Religion,
Kunst und Geschichte. Während das Duo auf Schnitzeljagd durch Rom
hetzt, gibt sich Armin Mueller-Stahl als Kardinal, der den Vatikan
nicht evakuieren und die Papstwahl nicht verschieben will, hauptverdächtig,
die treibende Kraft der Illuminaten-Wiedergeburt zu sein. Viele Blicke
auf suspekte Gestalten wirft die Kamera, um mögliche Mittäter für
den Zuschauer zu markieren, der sonst das Rätselraten recht passiv
verfolgen muss und den Entführer und Auftragskiller nach 35 Minuten
zu Gesicht bekommt. Durch den Druck der Bombe und der Mord-Ultimaten
bedingt, erlaubt sich Howards Thriller kaum Atempausen, bringt aber
dennoch Humor ein und Hanks, der fitter als im Vorgänger wirkt und
erneut viel erklärenden Dialog zu bewältigen hat, in Konfrontationen
mit dem Killer in Gefahr, ohne aber Mitgefühl für die Opfer erzeugen
zu können. Zum Ende hin sorgt eine Druckwelle für visuelles Spektakel,
bevor der finale Twist platziert und die anfangs religionsskeptische
für eine versöhnlichere Haltung aufgegeben wird.
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