Die Welt weiß, dass der geniale
Erfinder und Milliardär Tony Stark als Superheld Iron Man für Recht
und Ordnung sorgt. Diese Entwicklung hat nicht nur Vorteile für Stark:
Die Regierung und die Presse erhöhen den Druck auf ihn, er solle
die Geheimnisse hinter der Iron-Man-Technologie öffentlich machen.
Stark will jedoch vermeiden, dass die Informationen in die falschen
Hände fallen und hat es wenig später mit zwei Bösewichten zu tun.
Gegen Whiplash und die Black Widow muss er auf die Hilfe seiner Freunde
Pepper Potts und James Rhodes vertrauen.
Mit "Iron Man" landete Jon Favreau 2008 nicht nur einen
weltweiten Blockbuster-Erfolg, der Robert Downey Jr. zu einem dritten
Frühling als Hollywood-Superstar verhalf, sondern legte auch die
Latte hoch, wie anspruchsvoll und zugleich unterhaltsam Comic-Verfilmungen
tatsächlich sein können. Die Fortsetzung baut auf das Original auf,
erhöht den Actionquotienten, ohne den Charme und Humor preiszugeben,
und vertieft die Mythologie hinter der Figur. Mit Mickey Rourke -
ein weiterer gefallener Engel mit neuem Auftrieb - und Scarlett Johansson
wurden zwei tolle Bösewichte gefunden. Zudem gibt es den ersten Auftritt
von War Machine, gespielt von Don Cheadle, der Terrence Howard aus
dem ersten Film ablöst. |
USA
2010 - 118 Min.; ab 12;
Regie: Jon Favreau;
Darsteller: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Don Cheadle, Scarlett
Johansson, Sam Rockwell, Mickey Rourke, Samuel L. Jackson, Jon Favreau,
Clark Gregg, John Slattery, Kate Mara.
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Höheres Tempo, mehr Action, genauso viel Witz, etwas
weniger Charme: "Iron Man 2" ist eine Fortsetzung, die
wirklich alles bietet, was die Fans erwarten.
"Iron Man 2" ist nicht "Iron Man", das steht
fest. Das Original kam einer Revolution gleich, läutete zu Beginn
der Sommersaison 2008 eine neue Ära des Genres des Comic-Verfilmung
ein und wäre auch immer noch ihr einsamer Höhepunkt, wenn ein paar
Monate später nicht "The Dark Knight" die Latte noch einmal
höher gelegt hätte. Der Film machte aus einer Marvel-Figur aus der
zweiten Reihe des Comic-Imperiums eine weltweit gefeierte Figur der
Popkultur, etablierte Jon Favreau als führenden Regisseur einer neuen
Generation von Mainstream-Filmemachern und ließ den zuvor wegen Drogenexzessen
und anderen Entgleisungen geächteten Robert Downey Jr. als Superstar
wie Phönix aus der Asche auferstehen. Soviel kann die rasend schnell
realisierte Fortsetzung nach einem Drehbuch von "Tropic Thunder"-Autor
Justin Theroux unmöglich leisten - der betörende Rausch des Neuen
ist unwiederbringlich passé. Aber "Iron Man 2" wird noch
mehr Geld einspielen (585 Mio. Dollar waren es bei "Iron Man" weltweit),
weil der Film so clever ist, auf all den Neuerungen des Originals
aufzubauen, auf dessen Stärken zu vertrauen und die Karten genau
richtig auszuspielen. Ein bisschen mag man die Eleganz und coole
Entspanntheit des ersten Teils vermissen. Aber das liegt auch daran,
dass man sich nicht mehr Mühe geben muss, ein ganzes Universum und
sein Personal vorzustellen und gleich mit Vollgas mitten in die Handlung
einsteigen kann. Hit the ground running, wie der Amerikaner sagt.
Tatsächlich setzt "Iron Man 2" nahezu zeitgleich mit dem
Ende des ersten Films ein, als der Multimilliardär und geläuterte
Waffenfabrikant Tony Stark vor laufenden Kameras offenbarte, er sei
der Mann, der sich hinter der Maske von Iron Man verbirgt. Die Bilder
der Pressekonferenz flimmern über einen Fernsehbildschirm in Moskau,
wo sich Ivan Vanko an die Arbeit macht, den eisernen Mann für immer
auf den Schrotthaufen der Geschichte zu befördern. Sechs Monate später
beginnt die eigentliche Handlung, die ihrem Helden so viele Hindernisse
in den Weg stellt, wie es die 124-minütige Laufzeit zulässt. Seinem
lebensspendenden Elektrotransmitter geht der Saft aus, ein Ersatz
ist trotz intensiver Forschungsarbeit nicht in Sicht. Das Erbe des
Vaters Howard Stark wiegt schwer. Die Beziehung zur getreuen Assistentin
Pepper Potts und seinem Kumpel James "Rhodey" Rhodes verschlechtert
sich. Die amerikanische Regierung übt Druck auf ihn aus, die Iron-Man-Technologie
dem Militär zu übergeben. Der überhebliche Westentaschen-Stark Justin
Hammer drängt sich in Tonys Position. Und dann kommt Vanko in Gestalt
seines Alterego Whiplash, um sich Stark beim Grand Prix von Monaco
in einer der spektakulärsten Sequenzen des Films entgegenzustellen
und mit einem furiosen Peitschenhieb die Einzelteile der Handlung
richtig in Bewegung zu setzen.
Weil Favreau und seinem Team bewusst ist, dass der einzigartige
Charme von "Iron Man" nicht reproduzierbar ist, erhöhen
sie in der Fortsetzung das Tempo und verdichten die Handlungselemente,
ohne den ganz typischen lakonischen Ton und handfesten Witz des Franchise
zu vernachlässigen. Mit Vanko und Hammer sowie der atemberaubenden
Schönheit Natalie Rushman aus der Rechtsabteilung von Stark Industries,
die ihrerseits ein paar Überraschungen im Gepäck hat, werden neue
Figuren nahtlos in das bestehende Personennetz integriert, in dessen
Zentrum wieder Stark, Pepper und Rhodey stehen. Fans werden mit den
ersten Auftritten von Black Widow und War Machine bedient, die in
spürbar besser durchdachten und realisierten Actionsequenzen ihre
ureigenen Qualitäten ausspielen dürfen. Die Neulinge Mickey Rourke,
Scarlett Johansson, Don Cheadle (der den Part von Terrence Howard
übernahm) und vor allem Sam Rockwell haben starke Auftritte, Gwyneth
Paltrow ist zuverlässig wie gewohnt, Sam Jackson und Regisseur Favreau
als Bodyguard Happy Hogan fallen mehr ins Gewicht, und John Slattery
aus "Mad Men" hat einen imposanten Kurzauftritt, der das
emotionale Herzstück des Films markiert. Doch die Show gehört wieder
einem anderen. Robert Downey Jr. thront über all dem mit einer weiteren
bewundernswerten Performance: Tony Stark wurde erfunden, damit Downey
ihn spielt. Und Downey wurde geboren, um Stark zu spielen. Alldieweil
findet "Iron Man 2" noch die Zeit, die übergeordnete Marvel-Mythologie
um SHIELD und die Avengers weiterzuspinnen, als würde man im Kino
auf größtmöglicher Leinwand Zeuge der aberwitzigsten Miniserie aller
Zeiten. Und AC/DC spielt dazu, in einer Fortsetzung, die so strahlend
glänzt wie der neue Glasboden in Tony Starks Labor. |