Fesselnd, pointiert und sehr bewegend.
Ein wunderbarer Film!
ZDF Heute-Journal
Ein auf wahren Begebenheiten
beruhendes Historiendrama von shakespearescher Finesse.
DER SPIEGEL
...spannend, anrührend, amüsant und großartig gespielt.
Brigitte
Irrsinnig unterhaltsam...
KulturSPIEGEL |
Großbritannien
/ Australien 2010
- 118 Min.; ab 12;
Regie: Tom Hooper;
Darsteller: Colin Firth, Helena Bonham Carter, Guy Pearce, Michael
Gambon, Geoffrey Rush, Timothy Spall, Jennifer Ehle, Derek Jacobi.
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Es ist nur ein unbedeutendes Pferderennen, bei dem
Prinz Albert von York, genannt Bertie, eine Rede halten soll. Doch
kaum leuchtet der rote Knopf am Mikrofon, obsiegt zuverlässig die
Nervosität, und Bertie beginnt unter den sich peinlich berührt abwendenden
Zuschauern zu stottern. Alle möglichen und unmöglichen Behandlungsmethoden
haben Bertie (Colin Firth) und seine Frau Elizabeth, die spätere
Queen Mom (Helena Bonham Carter) schon in Erwägung gezogen, geholfen
hat keine. Sehr zum Verdruss von Berties autoritärem Vater König
George V (Michael Gambon), und das, obwohl Bertie eigentlich gar
keine Aussichten auf den Thron hat. Er ist der jüngere Bruder vom
zukünftigen König Edward VIII. (Guy Pearce), einem strahlenden, selbstbewussten
Lebemann. Der allerdings eine Schwäche für die Damen hat und im Besonderen
für die schon zwei Mal verheiratete Wallis Simpson. Doch diese faszinierende
historische Episode ist nur Hintergrund in Tom Hoopers Film, ebenso
wie der sich anbahnende Zweite Weltkrieg. Ähnlich wie „The Queen“
entfaltet auch „The King’s Speech“ ein historisches Panorama anhand
einer Person und ihrer zunehmenden Selbsterkenntnis. Für Bertie ist
der Auslöser für seinen Wandel der unkonventionelle Logopäde Lionel
Logue (Geoffrey Rush). Lionel, ein Mann aus dem Volk, dazu noch Australier
und nicht gerade mit größtem Respekt für königliche Hoheiten ausgestattet,
bemüht einen psychologischen Ansatz, um die Probleme des zukünftigen
Königs zu lösen. Mehr als widerwillig lässt sich Bertie auf die Behandlung
ein, die ihre Komik vor allem daraus bezieht, einen Adeligen bei
bizarren Entspannungsübungen und ausufernden Fluchtiraden zu beobachten.
Dass die Ursachen für Berties Stottern in seiner Rolle als Zweitgeborener
liegen, der ständig im Schatten seines Bruders stand und den Erwartungen
eines autoritären Vaters nie recht wurde, ist so offensichtlich wie
banal. Vielleicht deswegen hält sich der Film kaum mit solchen Nebensächlichkeiten
auf, sondern schwelgt in der Dramatik der Simpson-Affäre. Nach dem
Tod von George V. findet sich Edward plötzlich auf dem Thron – und
entscheidet sich für das Undenkbare: Aus Liebe zu Wallis Simpson
verzichtet er auf die Krone und überlässt das schwierige Amt seinem
Bruder. So ist der Weg frei für die finale, titelgebende Rede des
Königs, mit der Bertie, nun als König George VI., seine Sprachschwierigkeiten
überwindet, um die Nation auf den schweren Weg des gerade angebrochenen
Kampfes gegen Hitler einzustimmen. Für einen Moment deutet der Film
hier eine interessante Gegenüberstellung an: Auf der einen Seite
der Stotterer George VI, auf der anderen der brillante Redner Hitler.
Doch auch dieses Potential verschenkt der Film, der im Sauseschritt
durch die Geschichte rennt. Mal taucht Winston Churchill auf, kurz
ist Nevil Chamberlain zu sehen, doch wirkliches Interesse an den
historischen Umständen hat „The King’s Speech“ nicht. Er konzentriert
sich ganz auf die Darstellungskünste Colin Firths. Was man ihm nicht
wirklich verdenken kann, so eindrucksvoll und überzeugend spielt
Firth einmal mehr. So wird aus einem inhaltlich wenig überraschenden
Historienfilm dann doch eine mitreißende Charakterstudie, deren Emotion
man sich kaum entziehen kann. |