Er ist ein von sich mehr als überzeugter
Frauenversteher, sie eine echte Kämpfernatur. Was passiert, wenn
diese beiden Charaktere aufeinander treffen und sich ineinander verlieben,
zeigt diese charmant-lässige Romanze. Ist die Geschichte auch weniger
originell, als sie es vermutlich gerne wäre, so gefällt der Film
nicht zuletzt aufgrund seiner erstklassigen Darsteller. Insbesondere
Anne Hathaway darf sich erneut berechtige Hoffnungen auf eine Oscar-Nominierung
machen. |
USA
2010 - 120 Min.; ab 12;
Regie: Edward Zwick;
Darsteller: Anne Hathaway, Jake Gyllenhaal, Oliver Platt, Hank Azaria,
Josh Gad, Gabriel Macht, Judy Greer, Jaimie Alexander, George Segal,
Katheryn Winnick.
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Edward Zwicks neuer Film über Probleme mit Potenz,
Parkinson und Bindungen ist leichte Komödie und bittersüße Romanze
in einem.
Es erfordert große Fantasie, in einem autobiografischen
Bestseller über die pharmazeutische Steigerung von Potenz das Potenzial
für eine fiktive Romanze zu sehen, bei der überdies eine schwere
Krankheit eine tragende Rolle spielt. Das kreative Kunststück, Jamie
Reidys witziges Sachbuch über seine Jahre als Viagra-Vertreter als
Basis für einen verwegenen Genremix zu adaptieren, gelang Autor-Regisseur
Edward Zwick und seinen Koautoren. Zwar nicht ohne Nebenwirkungen,
aber doch sehr unterhaltsam. In einer seiner besten Rollen verkörpert
Jake Gyllenhaal den charmanten Verführer Jamie Randall, der seine
bisher vorwiegend bei Frauen demonstrierten Qualitäten nun bei spröden
Medizinern einzusetzen lernt. Als neuer Vertreter für einen großen
amerikanischen Pharmakonzern muss er nun Ärzte erobern. Wichtigster
Baustein in seinem Erfolgspuzzle ist Dr. Knight, über den er nicht
nur an andere Ärzte, sondern auch an Parkinson-Patientin Maggie Murdock
(Anne Hathaway) herankommt. Murdock und Randall sind sexuelle Piranhas,
die sich selbstbewusst nehmen, was sie wollen und schnell übereinander
herfallen, ohne einen Gedanken an Bindung zu verschwenden. Als Randall
mehr investieren möchte, beginnt ein romantischer Kraftakt, bei dem
eine Barriere überwunden werden muss, die dieser Beziehung jede Perspektive
zu nehmen scheint. Parkinson ist im zehnten Spielfilm des sonst auf
episches Kino spezialisierten Edward Zwick vor allem ein Schatten
in der Zukunft - eine Krankheit, die im ersten von fünf Stadien gezeigt
wird, deren fatale Entwicklung im Dialog aber angedeutet wird. Wer
mehr über Parkinson mit allen Konsequenzen erfahren will, geht besser
in die Ambulanzen von Krankenhäusern, denn Zwicks Film hat sich richtigerweise
der Unterhaltung und damit seinem Titel verschrieben. Und als solcher
funktioniert er - als witziges Porträt eines Pharmavertreters, der
von der Erfolgswelle des neu auf den Markt gekommenen Globalhits
Viagra mitgerissen wird, wie auch als Lovestory, bei der elementare
Hindernisse aus dem Weg geräumt werden müssen. Parallelen zu "Up
in the Air" sind unübersehbar, thematisch und auch in der Qualität
der Darsteller und Dialoge. Nicht nur in den freizügigen Sexszenen
ist "Love and Other Drugs" ein Erwachsenenfilm, in den
sich allerdings ein Kind verirrt hat. Gyllenhaals Filmbruder scheint
mit all seinen Handlungen aus einem anderen, derberen Genre eingewandert
und wirkt mit seinem Migrationshintergrund, den Kömödien Judd Apatows,
nie integrationsfähig. |