USA 1999 - 136 Min.; ab 16;
Regie: Larry & Andy Wachowski;
Darsteller:
Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss, Hugo Weaving, Gloria Foster, Joe Pantoliano, Marcus Chong, Julian Arahanga.

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Hatten Sie auch schon mal das Gefühl, daß alles nur Fassade ist? Daß manchmal die Farben so unecht aussehen, die angebliche Realität nur ein ferngelenkter Traum ist und sich alles gegen Sie verschworen hat? Ja? Dann sollten Sie sich schleunigst in Behandlung begeben oder den neuen Film der Wachowski-Brüder ("Bound - Gefesselt") ansehen. Oder beides.

Keanu Reeves spielt den Computerprofi Neo, der zur Untergrundgruppe des mysteriösen Morpheus (Laurence Fishburne) stößt und von diesem in ein Geheimnis eingeweiht wird, das selbst einem Terminator Alpträume bereiten würde: Die Welt, die Neo wahrzunehmen glaubt, ist die vorgegaukelte Illusion eines Computerprogramms namens Matrix, das ziemlich unangenehme Dinge mit menschlichen Embryonen anstellt. Nur ein "Auserwählter" kann sie besiegen - und "Neo" ist nicht umsonst ein Anagramm für "one", also "The One", der Auserwählte.

Wie in den Büchern des Cyberspace-Autoren William Gibson entfaltet der Film ein bizarres, technokratisches Paralleluniversum, dessen apokalyptische Schauwerte die Wachowskis exzessiv ausschöpfen. Die gothische Horror-Ästhetik kontrastriert wirkungsvoll mit Anleihen beim Hongkong-Kino: Nie zuvor waren in einem Hollywood-Film derart ausgefeilte Martial-Arts-Kämpfe zu sehen. Nie zuvor aber auch wurde die "Akte X"-Paranoia der 90er so hemmungslos aufgeblasen. Also: Wenn Sie sicher sind, daß sich dieser Text nach dem Umblättern in Luft auflöst, ist "Matrix" der richtige Film für Sie.