„Wer zwei Stunden lang in ein archaisches Stammesleben unter den tausenden Himmelsfarben von Wüste und Steppe entführt werden will, der ist jetzt im Kino genau richtig.“
- FAZ

„In jedem Fall kann Bodrovs Vorhaben als rundum geglückt betrachtet werden. Vor den schönsten Landschaften Chinas, Kasachstans und der Mongolei entfaltet sein Film sowohl die epische Opulenz wie die emotionale Intimität großer Historienfilme – obendrein gibt es prachtvolle Schlachtenszenarien zu sehen. Die Oscarnominierung war verdient.“ - SZ Extra

„Der Mongole“ ist großes Unterhaltungskino, das zu Recht für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert war. Eine spannende Geschichtsstunde, die keine Sekunde langweilt!
CINEMA

"Überzeugend gespielt, packend inszeniert!"
Dieter Oßwald

Temudgin, besser bekannt als Dschingis Khan, eroberte im 13 Jahrhundert Weite Teile Asiens. Mit großem Aufwand, Tausenden Komparsen und einem Budget von 20 Mio. Dollar entstand unter der Regie des russischen Filmemachers Sergei Bodrov („Nomad“) ein bildgewaltiges Portrait des legendären Mongolen-Herrschers, der schon zu Lebzeiten ein Mythos war. „Der Mongole“ brachte Kasachstan eine Oscar-Nominierung als „Bester fremdsprachiger Film“ ein.
(Mongol)
Kasachstan / Russland / Deutschland 2007 - 120 Min.; ab 12;
Regie: Sergei Bodrov;
Darsteller:
Tadanobu Asano, Sun Hong Lei, Khulan Chuluun, Aliya, Ba Sen, Amadu Mamadakov, Tegen Ao, Bayertsetseg Erdenebat, You Er.

Homepage

www.imdb.com

Russland besitzt knapp 4000 km gemeinsame Grenze mit der Mongolei und wurde ca. 200 Jahre lang von Mongolen beherrscht; Dschingis Khan gilt generell im Westen als Schreckensherrscher par excellence. Da reibt man sich erstaunt die Augen, wenn ausgerechnet der russische Regisseur Sergei Bodrov ein Gegenbild von Kindheit und Aufstieg dieser Legende an Grausamkeit vermittelt.

Ungern erinnert man sich in Russland dieser 200 Jahre mongolischer Herrschaft. Aus den mongolischen Machthabern formte das kollektive Gedächtnis barbarische Unterdrücker, ein einseitiges Bild, welches dem russischen Regisseur Sergei Bodrov spanisch vorkam. Sein akribisch recherchiertes Heldenepos bricht mit den auch im Westen verbreiteten Klischees der nur mittels roher Grausamkeit siegreichen Horden. Trotzdem muss man nicht auf wesentliche Ingredienzien einer klassischen Heldensage verzichten: gefährliche Gegenspieler, eine lange Periode fast aussichtslosen Überlebenskampfes, gigantische Schlachtszenen und eine komplizierte, alle Fährnisse überdauernde Liebesgeschichte.

Eine 10jährige biografische Lücke füllt Bodrov mit einer plausiblen Hypothese, die er, wie auch die historischen Fakten, direkt in Bilder und Handlung umsetzt. Theoretische oder dokumentarische Erklärungen sind seine Sache nicht, und das ist gut so, denn seine beiden Kameramänner leisten Spektakuläres, und mit nur wenig Digitaltechnik werden die saftigen Blutspritzer veredelt, ohne die ein richtiger Kampf heutzutage eben nicht echt aussieht. Mehr als 1000 Statisten und viele, viele Pferde bevölkern die weiten Landschaften, die in irisierenden Farben und abwechlsungsreicher Topologie eine ungewöhnliche Pracht entfalten.

Besonderes Gewicht liegt auf dem Hauptdarsteller, dem japanischen Autorenfilmstar Tadanobu Asano, sowie den beiden anderen tragenden Figuren, dem Gegenspieler und der Geliebten. Während der phänomenale chinesische Darsteller Sun Hong mit Ohrschmuck, porentief gepflegter Haut und selbstreflexiver Klugheit einen Hieb Homoerotik und Stil neben Macht und Gewalt ins Spiel bringt, vermittelt die mongolische Laiendarstellerin (nicht nur sexuelle) Selbständigkeit, Wagemut und Gleichwertigkeit, an denen auch die Emanzipation ihre Freude haben dürfte.

Die Lektion, die uns Bodrov unter anderem erteilt, lautet wohl, dass nur der zum Herrscher taugt, der auch das untere Ende der Macht, die Ohnmacht bestens kennt - eine wahrlich zeitgemässe Erkenntnis. Bodrov sieht in Dschingis Khan einen Herrscher, der mit seinen Toleranzedikten gegenüber Andersgläubigen und seiner menschlichen Vernunft sogar unserer Zeit voraus war.