Duncan Jones, Sohn von David Bowie,
hat einen sympathisch altmodischen Science-Fiction gedreht, indem
es um alternative Energien, Gentechnik, Ethik und die Großindustrie
geht. Sam Bell, Angestellter von Lunar Industries, betreut ganz alleine
den Helium-3-Abbau auf dem Mond. Kurz bevor sein 3-Jahres-Vertrag
abläuft, geschehen seltsame Dinge in seiner Raumstation. Es läuft
durchaus nicht alles so, wie Lunar es ihm vermittelt hat. Der Film,
der auf Action verzichtet und sich durch freundlich-robuste Modellanimationen
und ein intelligentes Drehbuch auszeichnet wurde, mit einer Reihe
von Preisen ausgezeichnet, u.a. den BAFTA Award für 'besten Debutfilm'
und 'besten britischen Film', den British Independent Film Award
und den Preis des Edinburgh Film Festivals. |
Großbritannien
2009 - 97 Min.; ab 12;
Regie: Duncan Jones;
Darsteller: Sam Rockwell, Dominique McElligott, Kaya Scodelario, Benedict
Wong, Matt Berry, Malcolm Stewart, Adrienne Shaw, Rosie Shaw, Matt
Berry, Robin Chalk.
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Die Erde hat ihr Energieproblem gelöst. Die alten
umweltschädlichen Energiequellen Atom, Kohle und Öl sind inzwischen
fast vollständig von Helium 3 abgelöst worden. Sam Bell (Sam Rockwell)
ist Angestellter von Lunar Industries, die den wertvollen Rohstoff
auf der erdabgewandten Seite des Mondes abbauen. Schon fast drei
Jahre lebt er als einziger menschlicher Arbeiter auf der Mondstation
von Lunar und kümmert sich dort gemeinsam mit Computer GERTY um den
reibungslosen Ablauf. Seine Tage sind gleichförmig. Einmal täglich
besucht er die großen Abraummaschinen, die sich über die Mondoberfläche
arbeiten, holt das Helium ab und verschifft es zur Erde. Die restliche
Zeit verbringt er mit Essen, Fitnesstraining, filigranen Schnitzarbeiten
und der Vorfreude auf die Rückkehr zur Erde nach Ablauf seines Drei-Jahres-Vertrages.
Dort warten Frau und Kind auf ihn, auch wenn die Videobotschaften
seiner Frau sich etwas ambivalent anhören.
Nur wenige Wochen vor seiner Rückkehr wird die Routine unterbrochen.
Als Sam seine übliche Tour über die Mondoberfläche macht, erleidet
er einen Unfall. Er wacht in der Krankenstation der Raumstation wieder
auf. Wie er dort hinkommt, kann er sich nicht erklären. Ebensowenig,
warum er nicht mehr ins Freie darf. Sam beginnt den Ungereimtheiten
auf die Spur zu gehen und entdeckt nach und nach, dass er nur ein kleines
Rädchen im perfiden System von Lunar ist.
MOON ist ein sympathisch altmodischer Science-Fiction, der auf liebevolle
Modelle und einen durchdachten Plot, statt auf ausgeklügelte CGI-Effekte
setzt. Die Raumstation und die Helium-3-Abbaumaschinen erinnern eher
an die Monstermaschinen aus dem Braunkohletagebau als an Designer-Computer.
Bei den Farben dominiert Grau, lediglich das Lunar-Logo leuchtet
Gelb auf Sams Overalls. Die robuste Ästhetik macht Sinn, immerhin
geht es um Arbeitsmaschinen, die vor allem funktional und solide
sein müssen und dem menschlichen Mondarbeiter lediglich das Minimum
an Komfort bieten, dass ihn vor dem Durchdrehen bewahrt. Auch geht
von den Modellen eine ganz andere Präsenz und Glaubwürdigkeit aus,
als von den spiegelglatten Oberflächen digitaler Animationen.
Allerdings setzt auch die Inszenierung auf eine altmodische Langsamkeit,
die fast vollständig auf Action verzichtet und damit Sams dröges
Leben wieder zu spiegeln scheint. Das funktioniert in den ersten
zwei Dritteln des Films, in denen man Sam und seine Welt kennen lernt,
ganz gut. Im letzten Drittel, als die wichtigsten Geheimnisse schon
offenbart, die Auflösung aber auf sich warten lässt, führt es zu
Längen. Dass MOON seine Zuschauer dennoch nicht verliert, liegt an
der interessanten Grundkonstruktion des Films, der eine Menge Fragen
aufwirft: Wer ist Sam eigentlich? Wie umweltfreundlich ist Helium
3 wirklich? Gibt es geheime Ziele der Lunar Industries und wenn ja,
wie sehen diese aus? Auf welcher Seite steht GERTY, der wie ein entfernter
Verwandter von HAL aus Kubricks 2001 – A SPACE ODYSSEY scheint? Wo
hört die Technik auf und wo beginnt der Mensch? Wohin führt die Gentechnik?
Nicht alle dieser Fragen beantwortet MOON.
Hendrike Bake |