Im August 2007 bestiegen die österreichischen Extremsportler Axel Naglich und Peter Ressmann mit dem in Alaska gelegenen Mount St. Elias nicht nur einen der schwierigsten Berge der Welt, anschließend fuhren sie auf Skiern hinab! Diese irrsinnige Aktion schildert Gerald Salmina in seiner Dokumentation auf eindringliche Weise und mit sensationellen Bildern der Berge.

Ö 2009 - 105 Min.; ab 12;
Regie: Gerald Salmina;
Darsteller: (Mitwirkende) Axel Naglich, Jon Johnston, Peter Ressmann.

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Für einen durchschnittlich sportlichen Menschen mutet in der Regel sowohl das Besteigen eines Berges bei 20 Grad unter Null, im stürmischen Wind und widrigen Bedingungen, als auch eine teils fast senkrechte Abfahrt auf Skiern nicht wie etwas an, dass man freiwillig tut. Die Österreichischer Axel Naglich und Peter Ressmann, anfangs noch begleitet vom Amerikaner Jon Johnston, machen gleich beides auf einmal. Sie gehören zu jener Sorte Mensch, die in einer zunehmend kontrollierten Welt, in der selbst die Besteigung des Mount Everest im Reisebüro buchbar ist, nach immer neuen Möglichkeiten suchen, die Grenze des Machbaren zu verschieben.
Warum sie tun was sie tun, ist für den Außenstehenden kaum nachvollziehbar. Das Risiko, sich schwerste Verletzungen zuzuziehen oder gar zu sterben scheint derart hoch, dass man solche Menschen oft allzu schnell als fahrlässige, lebensmüde Adrenalinjunkies abtut. Zwar mag der Kick, etwas eigentlich kaum Vorstellbares zu schaffen ein Antriebsgrund sein, viel wichtiger ist jedoch die Suche nach möglichst unberührter Natur, nach unerforschtem Terrain.
Und das findet sich in Alaska, am Mount St. Elias. Zwar ist er nur knapp 5500 Meter hoch und somit weit von den Riesen im Himalaja entfernt, doch misst man die Höhe von der Spitze eines Berges zum ihn umgebenden flachen Land, dann ist der Mount St. Elias der höchste Berg der Welt. Während der Everest nur etwa 3500 Meter aus dem tibetischen Hochland aufragt, liegt in unmittelbarer Nähe des St. Elias das Meer. Und so wurde die wahnwitzig anmutende Idee geboren, den St Elias erst zu besteigen (was allein schon eine Leistung ist, die in den letzten hundert Jahren kaum mehr als ein Dutzend Seilschaften vollbracht haben) und anschließend von 5500 Meter Höhe auf Skiern hinab ans Meer zu fahren.
Das größte Problem dabei ist weniger die Schwierigkeit des Berges als das unvorhersehbare Wetter, das binnen Minuten von strahlendem Sonnenschein in wüste Stürme umschlagen kann, die zudem oft Tage, wenn nicht Wochen anhalten. Und genau so kommt es beim ersten Gipfelsturm: Tagelang kämpfen die Alpinisten inklusive Kameramann und Regisseur um ihr Überleben, sieht man Angst und Schrecken auf den einst selbstbewussten Gesichtern. Vorher war schon ein Teilerfolg gelungen, eine Abfahrt aus dem Basislager auf 3500 Meter Höhe, teils fast senkrechte Wände herunter, über Eisfelder und Schluchten. Eingefangen vor allem mit Kameras aus Flugzeugen- und Helikoptern, die, so macht es den Anschein, während des ganzen Aufstieg und vor allem der anschließenden Abfahrt um den Berg kreisten.
Und auch wenn Gerald Salminas Film bisweilen etwas marktschreierisch daherkommt, er zudem reichlich unnötige Bilder eines nachgestellten Unglücks am St. Elias verwendet; allein die sensationellen Aufnahmen der Berge machen diesen Film unbedingt sehenswert. Winzige Punkte sieht man da, die sich langsam einen Bergkamm empor kämpfen, später lässiges Wedeln in 5000 Meter Höhe, an der Kante einer steil abragenden Felswand, im Hintergrund der strahlend blaue Himmel und das alaskische Meer. In dieser Natur zu bestehen und einen solchen Berg auf Skiern hinab zu fahren – eine sensationelle Leistung, der „Mount St. Elias“ ein Denkmal setzt. Doch mit Peter Ressmann war das Schicksal nicht gnädig: Im Mai diesen Jahres verunglückte der Bergführer bei einer Routineaktion. Ihm ist der Film gewidmet.