Kanada
/ Belgien / Frankreich / Deutschland 2009 - 138 Min.; ab
12;
Regie: Jaco Van Dormael;
Darsteller: Jared Leto, Sarah Polley, Diane Kruger, Linh-Dan Pham,
Rhys Ifans, Natasha Little, Toby Regbo, Juno Temple, Clare Stone .
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Was Phantasie bedeutet, zeigt dieser Film. Er erzählt im Jahr 2092
die Geschichte von Nemo, dem letzten sterblichen Menschen, 118 Jahre
alt. Denn die Menschheit hat die immerwährende Zellerneuerung gefunden,
die Menschen sterben nicht mehr.
Nemo, der Greis, wird hypnotisiert und von einem Journalisten interviewt,
um sich an die Stationen seines Lebens zu erinnern:
wie er als noch ungeborenes Kind sich seine Eltern aussucht; wie
er sich bei der Trennung der Eltern als Junge zwischen Vater und
Mutter entscheiden muss; wie er Visionen hat und immer wieder andere
Lebensvarianten nicht nur vor sich sieht, sondern durchlebt; wie
er, noch als Kind, die Mädchen Anna, Elise und Jeanne kennenlernt;
wie er später irgendwann in seiner langen Existenz zwei von ihnen
heiratet: Elise, die Nervenkranke, und Jeanne, mit der er zwei Kinder
hat; wie er in Wirklichkeit nur Anna liebt, aber von ihr immer wieder
getrennt wird; wie er als Autor eines Science-Fiction-Romans eine
Reise auf den Mars mitmacht, um dort auch, wie versprochen, die Asche
einer seiner Frauen auszustreuen; wie er seinen kranken Vater pflegt;
wie sein Leben sich zurückspult, Nemo sich wieder verjüngt, als Kind
auf Anna stößt und mit ihr am See Steine ins Wasser wirft.
Unzählige imaginäre und reale Situationen sind gegeben, kunstvoll
miteinander verschachtelt, ebenso faszinierend wie verwirrend. Eine
Spielerei, aber auf beachtlichem Niveau. Dem Regisseur ist hier ein
Kino-Opus-Magnum gelungen mit verblüffenden Schnittfolgen und Darstellern
jeden Alters (Jared Leto, Diane Krüger, Rhys Ifans, Juno Temple,
Toby Regbo – letzterer besonders gut), die ihre Sache bestens machen.
Was für ein filmischer Gegensatz zu zahllosen simplen und flachen
TV-Spielchen!
Für echte Kinofans ein Genuss. |