Die Lebens-Erinnerungen von Nemo Nobody, dem letzten Sterblichen der Erde im Jahre 2092, führen in ein faszinierendes Labyrinth aus Liebes-Möglichkeiten und Enttäuschungen. Nach „Toto der Held“ (1991) und „Am achten Tag“ (1996) präsentiert der Belgier Jaco van Dormael wieder einen sensationellen Film.



Kanada / Belgien / Frankreich / Deutschland 2009 - 138 Min.; ab 12;
Regie: Jaco Van Dormael;
Darsteller: Jared Leto, Sarah Polley, Diane Kruger, Linh-Dan Pham, Rhys Ifans, Natasha Little, Toby Regbo, Juno Temple, Clare Stone .

Homepage

Movie Database



Was Phantasie bedeutet, zeigt dieser Film. Er erzählt im Jahr 2092 die Geschichte von Nemo, dem letzten sterblichen Menschen, 118 Jahre alt. Denn die Menschheit hat die immerwährende Zellerneuerung gefunden, die Menschen sterben nicht mehr.

Nemo, der Greis, wird hypnotisiert und von einem Journalisten interviewt, um sich an die Stationen seines Lebens zu erinnern:

wie er als noch ungeborenes Kind sich seine Eltern aussucht; wie er sich bei der Trennung der Eltern als Junge zwischen Vater und Mutter entscheiden muss; wie er Visionen hat und immer wieder andere Lebensvarianten nicht nur vor sich sieht, sondern durchlebt; wie er, noch als Kind, die Mädchen Anna, Elise und Jeanne kennenlernt; wie er später irgendwann in seiner langen Existenz zwei von ihnen heiratet: Elise, die Nervenkranke, und Jeanne, mit der er zwei Kinder hat; wie er in Wirklichkeit nur Anna liebt, aber von ihr immer wieder getrennt wird; wie er als Autor eines Science-Fiction-Romans eine Reise auf den Mars mitmacht, um dort auch, wie versprochen, die Asche einer seiner Frauen auszustreuen; wie er seinen kranken Vater pflegt; wie sein Leben sich zurückspult, Nemo sich wieder verjüngt, als Kind auf Anna stößt und mit ihr am See Steine ins Wasser wirft.

Unzählige imaginäre und reale Situationen sind gegeben, kunstvoll miteinander verschachtelt, ebenso faszinierend wie verwirrend. Eine Spielerei, aber auf beachtlichem Niveau. Dem Regisseur ist hier ein Kino-Opus-Magnum gelungen mit verblüffenden Schnittfolgen und Darstellern jeden Alters (Jared Leto, Diane Krüger, Rhys Ifans, Juno Temple, Toby Regbo – letzterer besonders gut), die ihre Sache bestens machen.

Was für ein filmischer Gegensatz zu zahllosen simplen und flachen TV-Spielchen!

Für echte Kinofans ein Genuss.