Karen ist Physiotherapeutin und
pflegt abends ihre Mutter, die sie dazu brachte, als 14Jährige ihre
nach der Geburt zur Adoption freizugeben. Seitdem fühlt sie sich
schuldig. Nach dem Tod der Mutter begibt sie sich auf die Suche nach
dem Kind. Elizabeth ist eine exzellente Anwältin, die mit ihrem Chef
ein sexuell aufregendes Verhältnis ohne Liebe anfängt. Als sie schwanger
wird, bricht sie die Liaison ab, stirbt bei der Geburt. Die glücklich
verheiratete Lucy kann keine Kinder bekommen und darf das Baby von
Elizabeth adoptieren. Schicksalhaftes Drama über eine Mutter, die
versucht, ihre vor 30 Jahren zur Adoption freigegebene Tochter zu
finden. Die Gefahr eines in Sentimentalität abrutschenden Dramas
umschifft Regisseur Rodrigo García gelassen. Vor allem das kunstvolle
Verweben der drei Geschichten und die optimale Besetzung verhindern
einen zu starken Druck auf die Tränendrüse. Es glänzen insbesondere
Annette Bening und Naomi Watts mit beeindruckenden Performances. |
Originaltitel:
Mother and Child;
USA / Spanien 2009
- 126 Min.; ab 12;
Regie: Rodrigo García;
Darsteller: Naomi Watts, Annette Bening, Kerry Washington, Samuel L.
Jackson,
Jimmy Smits, S. Epatha Merkerson, Cherry Jones, David Morse.
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Schicksalhaftes Drama über eine Mutter, die versucht,
ihre vor 30 Jahren zur Adoption freigegebene Tochter zu finden. Das
Schicksal verbindet die Lebenswege dreier Frauen, die nichts voneinander
wissen. Karen ist Physiotherapeutin und pflegt abends ihre Mutter,
die sie dazu brachte, als 14Jährige ihre nach der Geburt zur Adoption
freizugeben. Seitdem fühlt sie sich schuldig und wütend auf sich
selbst, sperrt sich gegen Beziehungen und empfindet große Sehnsucht
nach ihrem Kind, das sie nie aufwachsen sehen durfte. Nach dem Tod
der Mutter begibt sie sich auf die Suche nach ihm. Elizabeth ist
eine exzellente, aber bindungsunfähige Anwältin, die sich auf die
Karriere stürzt und mit ihrem farbigen Chef ein sexuell aufregendes
Verhältnis ohne Liebe anfängt. Schnell wird klar, dass sie die Tochter
von Karen ist. Als sie schwanger wird, bricht sie die Liaison ab,
stirbt bei der Geburt. Die glücklich verheiratete Lucy kann keine
Kinder bekommen und darf nach einigen Schwierigkeiten das Baby von
Elizabeth adoptieren. Zwischen den Frauen steht als ruhender Pol
Ordensschwester Joanne die Adoptivkinder vermittelt und am Ende in
ihren Akten einen Brief entdeckt, der viel Leid hätte verhindern
können. Die Gefahr eines in Sentimentalität abrutschenden Dramas
umschifft Rodrigo García, Sohn des Nobelpreisträgers und Schriftstellers
Gabriel Garcá Marquéz, gelassen. Vor allem das kunstvolle Verweben
der drei Geschichten und die optimale Besetzung verhindern einen
zu starken Druck auf die Tränendrüse. Annette Bening toppt als in
sich zerrissene Frau, die nicht ahnt, dass ihre Tochter ebenfalls
in Los Angeles lebt, noch ihre Performance in "The Kids Are
All Right", Naomi Watts überzeugt als zutiefst emotional zerrüttete
und verletzte Person, die sich in Zynismus und Coolness flüchtet.
Während Benings Figur im Verlauf der Handlung offener wird, verschließt
sich Watts zunehmend in Härte. Die Fokussierung auf diese beiden
Frauen hätte genug Stoff geboten und hält auch den Zuschauer Dreiviertel
des Films gefangen. Nicht unbedingt zwingend ist die Einführung von
Lucy, gut gespielt von Kerry Washington als künftige Adoptivmutter
zwischen Unsicherheit, Hoffnung und dem eisernen Willen nach einem
Kind. Durch Lucy bricht der in sich geschlossene und intime Kreis.
Auf die Fragen, was bedeutet Familie, welche Relevanz haben biologische
Eltern, geht Adoption mit Identitätsverlust einher, vermeidet García
trotz großer Gefühle eine erlösende und damit falsche Antwort. |