Mit wiederholt eingeheimsten Publikumspreisen auf kleineren Festivals hat John Jeffcoats 2006 entstandenes Spielfilmdebüt auf sich aufmerksam gemacht. Die vor dem Hintergrund von Arbeitsplatzverlagerungen in Billiglohnländer spielende Culture-Clash-Komödie gefällt, weil sie das bekannte Problem als gegeben akzeptiert, sich stattdessen aber auf die Konflikte, die sich durch das Aufeinanderprallen gegensätzlicher kultureller Welten ergeben, konzentriert. „Outsourced“ wirkt daher wie ein sympathischer Indien-Crash-Kurs.
Prädikat: besonders wertvoll
USA 2006 - 102 Min.; ab 0;
Regie: John Jeffcoat;
Darsteller:
Josh Hamilton, Matt Smith, Ayesha Dharker, Larry Pine, Asif Basra, Sudha Shivpuri, Shriti Tyagi.

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Obwohl es um Ernstes geht, um Menschen, die ihre Jobs verlieren oder in Armut leben, ist "Outsourced" kein Krisengipfel, der Probleme analysiert und Verursacher kritisiert. Vielmehr ist dieses Regiedebüt eine leichte Komödie, die sich für die Kollision von Kulturen und Lebensmodellen interessiert, die rücksichtslose Wirtschaftskapitäne global produzieren. Regisseur John Jeffcoats Background als Dokumentarfilmer ergänzt sich dabei mit Koautor George Wings Erfahrungen mit romantischen Komödien ("50 erste Dates").

Hauptfigur Todd (Josh Hamilton) speist gerne asiatisch. Das reicht seiner Firma als Eignungskriterium, um Todd nach der Schließung eines von ihm geleiteten Call Centers von Seattle nach Indien zu schicken. Dort soll er mit billigen einheimischen Arbeitskräften und minimalen Investitionen ein Call Center aufbauen, um die Profite für die Firma zu maximieren. Am Anfang steht der Kulturschock: Verkehrs- und Darmchaos, fremde Sitten, Schmutz, große Armut und Improvisation als Überlebensprinzip. Der Inder versteht den Amerikaner nicht, der mit Mitte 30 immer noch kein Großvater ist und die Familie nicht ehrt. Der Amerikaner wundert sich, dass Inder im Leid das Lächeln nicht verlieren und tatsächlich den Kitsch lieben, den seine Firma auf den Markt bringt. Nach der Etablierung der Unterschiede setzt der Erziehungsprozess durch die neue Erfahrung Indien ein. Sie nimmt dem Gast den Druck, hilft, die wichtigen Dinge zu erkennen. Wobei eine rehäugige Schönheit natürlich eine tragende Rolle spielt.

Dass der Film Kontroversen meidet, mit Klischees arbeitet, zu denen auch der steife Amerikaner und der dauerstrahlende Inder zählt, nimmt man ihm nicht übel. Denn liebenswert verbreitet er seinen Optimismus von der Begegnung der Kulturen, ohne märchenhafte Lösungsmodelle für alle Wunden finden zu wollen. Der Hunger wird bleiben, die Arbeitslosigkeit auch, der Fremde trotz neuer Liebe zu Land und Leute aber nicht. Und Outsourcing wird um die Welt ziehen, bis der Markt neue Gesetze diktiert. In dieser Synthese von "Lost in Translation", "Darjeeling Limited und "Glengarry Glenn Ross" geht es um Entspannung, getragen von einem zurückhaltenden Humor, der mit Beiläufigkeit und Andeutung Wirkung erzielt.