Auf der Grundlage ihres eigenen Bestsellers („The
Private Lifes of Pippa Lee“) entwickelte Rebecca Miller das Drehbuch
und inszenierte diesen Film. Es ist das Lebensportrait einer Frau.
Diese ist bei Beginn des Films schon etwas älter und hat einen noch
betagteren Ehemann, den Verleger Herb Lee, aber sie hat eine bewegte
Vergangenheit.
Sie erlebte eine pillensüchtige Mutter. Sie beteiligte sich eine
Zeit lang mit offenbar lesbischen Damen an photographischen Sexaufnahmen.
Sie war in jungen Jahren dabei, als eine Rivalin, die mit ihr einen
Filmproduzenten teilen musste, sich erschoss. Sie musste den Ehebruch
ihres Mannes verkraften. Und sie ließ die Geräte abstellen, als er
wegen eines Hirnschlages klinisch tot war.
Sie war nicht selten der seelischen Erschütterung oder der Verzweiflung
nahe. Aber sie erlebte auch das Mitgefühl eines verschlossenen, zurückgezogen
lebenden, innerlich einsamen jungen Mannes – vielleicht sogar die
künftige Freundschaft mit ihm.
In einer Fülle von durchaus eindrucksvollen Szenen wird dieses Leben
hier ausgebreitet. Die Machart des Films verlangt vom Betrachter
Aufmerksamkeit, denn die Vermischung von Gegenwart und Vergangenheit
ist nicht immer leicht zu entziffern. Aber man versetzt sich mit
zunehmendem Interesse in diese Existenz hinein: in ihre seelische
Befindlichkeit; in ihr zeitweise turbulentes Umfeld; in ihre unerwarteten,
zufälligen oder arrangierten Erlebnisse; in den Umgang mit den ihr
Nahestehenden.
Eine gewisse Willkür in der Dramaturgie wird aufgewogen durch die
Darstellungskraft von Robin Wright Penn als Pippa Lee. Sie trägt
den Film, sie macht ihn sehenswert. Gut in ihren Fußstapfen auch
Blake Lively als Pippa Lee in jungem Alter. In Kurzauftritten dazu
ein richtiges Starensemble mit: Julianne Moore, Monica Bellucci,
Alan Arkin, Keanu Reeves, Maria Bello oder Winona Ryder. |