Robin Wright liefert in Rebecca Millers melancholischem Frauenpsychogramm als bezaubernde, entrückt durch ihren gleichförmigen Ehealltag driftende Verlegergattin eine der ganz großen Vorstellungen ihrer Karriere ab. Wir verleihen ihr den Oscar der Herzen.
STERN

Rebecca Miller hat ihren eigenen Roman beängstigend gut verfilmt, klug und federleicht... mit einer ganz tollen Robin Wright.
BRIGITTE

Millers Film überzeugt dank seiner bis in die Nebenrollen großartigen Besetzung, allen voran die wunderbare Robin Wright in der Titelrolle und 'Gossip Girl'-Starlet Blake Lively als ihr jugendliches Ich.
KulturSPIEGEL



Originaltitel: The Private Lives of Pippa Lee;
USA 2009 - 98 Min.; ab 12;
Regie: Rebecca Miller;
Darsteller: Robin Wright Penn, Blake Lively, Alan Arkin, Keanu Reeves, Maria Bello, Monica Bellucci, Winona Ryder, Julianne Moore, Mike Binder.

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Auf der Grundlage ihres eigenen Bestsellers („The Private Lifes of Pippa Lee“) entwickelte Rebecca Miller das Drehbuch und inszenierte diesen Film. Es ist das Lebensportrait einer Frau. Diese ist bei Beginn des Films schon etwas älter und hat einen noch betagteren Ehemann, den Verleger Herb Lee, aber sie hat eine bewegte Vergangenheit.

Sie erlebte eine pillensüchtige Mutter. Sie beteiligte sich eine Zeit lang mit offenbar lesbischen Damen an photographischen Sexaufnahmen. Sie war in jungen Jahren dabei, als eine Rivalin, die mit ihr einen Filmproduzenten teilen musste, sich erschoss. Sie musste den Ehebruch ihres Mannes verkraften. Und sie ließ die Geräte abstellen, als er wegen eines Hirnschlages klinisch tot war.

Sie war nicht selten der seelischen Erschütterung oder der Verzweiflung nahe. Aber sie erlebte auch das Mitgefühl eines verschlossenen, zurückgezogen lebenden, innerlich einsamen jungen Mannes – vielleicht sogar die künftige Freundschaft mit ihm.

In einer Fülle von durchaus eindrucksvollen Szenen wird dieses Leben hier ausgebreitet. Die Machart des Films verlangt vom Betrachter Aufmerksamkeit, denn die Vermischung von Gegenwart und Vergangenheit ist nicht immer leicht zu entziffern. Aber man versetzt sich mit zunehmendem Interesse in diese Existenz hinein: in ihre seelische Befindlichkeit; in ihr zeitweise turbulentes Umfeld; in ihre unerwarteten, zufälligen oder arrangierten Erlebnisse; in den Umgang mit den ihr Nahestehenden.

Eine gewisse Willkür in der Dramaturgie wird aufgewogen durch die Darstellungskraft von Robin Wright Penn als Pippa Lee. Sie trägt den Film, sie macht ihn sehenswert. Gut in ihren Fußstapfen auch Blake Lively als Pippa Lee in jungem Alter. In Kurzauftritten dazu ein richtiges Starensemble mit: Julianne Moore, Monica Bellucci, Alan Arkin, Keanu Reeves, Maria Bello oder Winona Ryder.