Seit seinem Unfall vor sieben Jahren ist Benjamin an den Rollstuhl gefesselt. Er schikaniert seine Umwelt, so auch seinen neuen Zivi Christian. Als sich beide in eine Musikstudentin verlieben, zwingt das nicht nur Benjamin, sich mit der Realität auseinanderzusetzen.

Pressestimmen:

„Renn, wenn Du kannst“: Das Kino liebt romantische Dreiecksgeschichten, doch das vorzügliche Drehbuch, dass Dietrich Brüggemann zusammen mit seiner Schwester und Hauptdarstellerin Anna schrieb, hat weit mehr im Sinn - und ist eines Deutschen Filmpreises würdig. „Renn, wenn du kannst“ ist ein hochromantischer Film. Schon lange hat man keinen so unbefangenen Film über die Freiheit gesehen und das Glück, Grenzen einfach umzurennen.
Frankfurter Rundschau

„Renn, wenn du kannst“ bietet schönes, intensives Kino, das seinerseits etwas möglich macht, was in der Wirklichkeit (vielleicht) „nicht geht“
Filmdienst

„Intelligentes Unterhaltungskino mit pointierten Dialogen.“
Der Tagesspiegel

"Eine Story um Liebe und Freundschaft mit coolen Dialogen und Schauspielern, dass einem die Luft weg bleibt. Ein Film, der richtig Laune macht."
Kino&Co

"(Und) das deutsche Kino feiert mit Dietrich Brüggemann eine echte Entdeckung."
3Sat Kulturzeit

„Dietrich Brüggemann gelingt es die Dreiecksgeschichte mit einer ungewöhnlichen Leichtigkeit zu erzählen.“
Deutschlandradio Kultur

„Dietrich Brüggemann schlägt einen wundervoll respektlosen, komödiantischen Ton an.“ www.kino-zeit.de


Offizieller Filmtrailer


Interview mit Anna Brüggemann und Robert Gwisdek anläßlich der Berlinale Premiere

D 2010 - 112 Min.; ab 12;
Regie: Dietrich Brüggemann;
Darsteller: Robert Gwisdek, Anna Brüggemann, Jacob Matschenz, Franziska Weisz, Michael Sens, Leslie Malton, Jörg Bundschuh, Sven Taddicken, Alexander Hörbe.

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Zwei Männer und eine Frau, Leidenschaft, Eifersucht, Sex. Letzteres wird erst einmal klein geschrieben bei Dietrich Brüggemanns Regiedebüt. Denn Benjamin (Robert Gwisdek) sitzt im Rollstuhl, und eine "normale" Beziehung ist für ihn Utopie. Er ist kein Sympathieträger, sondern schikaniert seine Mutter, die ihn betüttelt.
Und auch der neue Zivi Christian (Jacob Matschenz) hat es mit ihm schwer. Doch prallen Benjamins Zynismen an Christian ab, weiß der doch, dass er nach einem halben Jahr wieder fleißig fürs Medizinstudium büffeln kann. Zivildienst als Durchgangsstation. Dass beide sich in die Musikstudentin Annika (Anna Brüggemann) verlieben, die ihre Gunst zwischen ihnen aufteilt, gibt der heiter-melancholischen Geschichte die richtige Würze. Das Objekt der Begierde kann sich zwischen Christian und Benjamin nicht entscheiden, was alle Drei in Kalamitäten bringt. Das hindert sie aber nicht daran, sich gemeinsam in eine Welt der Fantasie und Sehnsucht zu stürzen.
Dietrich Brüggemann, der das Drehbuch zusammen mit seiner Schwester und Hauptdarstellerin Anna entwickelte, greift das Thema Behinderung ohne Larmoyanz auf. Er zeigt, wie der seit einem Unfall vor sieben Jahren an den Rollstuhl gefesselte junge Benjamin unter der Abhängigkeit von anderen leidet, unter dem Wunsch nach einem Leben voller Zuneigung und Sex und der Wirklichkeit, die dagegen spricht. Er will keine Partnerschaft mit ähnlich Betroffenen, sondern Liebe, aber bemerkt ganz pragmatisch "wer steht schon auf einen Typen im Rollstuhl". Ohne die Behindertenkarte zu sehr auszureizen, geht es auch um äußerliche Attraktivität als Verkaufswert, um die Erfüllung eines fast unmöglichen Traumes, die Ziellosigkeit einer Generation. Die zärtliche Beschreibung der Figuren macht den Zugang zu ihnen leicht, auch wenn sowohl Benjamin als auch Annika und Christian aus Angst vor der Realität und aus persönlicher Unsicherheit gerne ihre Stacheln ausfahren.
Die Kamera schaut oft aus der Vogelperspektive auf das Geschehen. Sie schafft so eine Freiheit und Schwerelosigkeit, die gerade dem in der Bewegung beeinträchtigten Benjamin schmerzlich fehlt. Trotz trockenen Humors und witziger Dialoge bleibt Vieles unausgesprochen, trotzt die Mühelosigkiet der Erzählung dem nicht ganz leichten Thema und vermeidet die Fallstricke eines Behindertendramas. Der Trumpf ist Robert Gwisdek ("13 Semester") als Benjamin, der die emotionale Skala vom misanthropischen Humor bis zur größten Verzweiflung austariert, die Komplexität dieser Figur bis zur Grenze ausreizt und nicht eine Sekunde auf Mitleidseffekt setzt. Diese spielfreudige Dreiecksgeschichte erzählt ein "schweres" Thema mit unerwarteter und selten unbekümmerter Leichtigkeit.