So beginnt eine Legende! Anstatt
sich an den zahlreichen Vorgängerfilmen um den legendären Robin Hood
zu orientieren, schafft es Regisseur Ridley Scott einen überzeugend
frischen Ansatz zu finden mit Blick auf die historischen Hintergründe
dieser mittelalterlichen Umbruchszeit. So fokussiert er die politischen
Interessen während des Freiheitskampfes der englischen Bevölkerung,
die unter der königlichen Tyrannenherrschaft zu neuem Selbstbewusstsein
findet und mit Robin einen willensstarken und rechtschaffenden Vertreter.
Spannung, knallharte Kampfszenen und zarte Romantik inklusive. Neben
seiner Meisterschaft in Sachen Kameraeinsatz, komplexen politischen
Storys und rasant geschnittenen Schlachtenszenerien kann sich Scott
vor allem auf die schauspielerischen Leistungen seiner Lieblingsdarsteller
Russell Crowe, Mark Strong, Oscar Isaac und – neu in seinem Cast
– Cate Blanchett sowie Max von Sydow verlassen. So modern und fesselnd
wie ein monumentales, historisches Epos nur sein kann. |
USA
/ Großbritannien 2010
- 140 Min.; ab 12;
Regie: Ridley Scott;
Darsteller: Russell Crowe, Cate Blanchett, William Hurt, Matthew Macfadyen,
Mark
Strong, Oscar Isaac, Léa Seydoux, Scott Grimes, Kevin Durand, Alan
Doyle
Danny Huston, Max von Sydow.
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Wer geglaubt hat, schon alles über den legendenumwobenen
englischen Helden Robin Hood zu wissen, wird in Ridley Scotts Film
eines besseren belehrt. Hier entsteht ein völlig neues Bild des Mannes,
der als Volksheld längst zum Mythos geworden ist. Vor dem historisch
brisanten Hintergrund Englands zu Ende des 12. Jahrhunderts, als
nach dem Tod König Richards Löwenherz sein schwacher Bruder John
den Thron besteigt, gegen den die Barone rebellieren, spielt sich
ein Drama um mehr Freiheit und um Gleichheit für alle Volksschichten
ab. Nach dem Motto „Erhebe dich immer wieder, bis aus Lämmern Löwen
werden“ kämpft dieser Robin Hood gegen Ungerechtigkeit und soziale
Ausbeutung, gegen Hofintrigen und die dunklen Pläne eines Schurken
in französischen Diensten, der das von Unruhen gebeutelte Land der
französischen Krone zuspielen möchte.
Das ist der Stoff für einen opulenten, dramatischen und dramaturgisch
sorgsam konstruierten Film, der zwar keineswegs auf durchaus harte
Szenen mit blutigen Scharmützeln, heimtückischen Attentaten und groß
inszeniertem Schlachtengetümmel verzichtet, sich aber nicht in unnötig
ausgewalzten Details von Grausamkeiten ergeht. Dass das Mittelalter
keinen Sonntagsspaziergang bedeutet hat und man nicht gerade zimperlich
miteinander umging, weiß man ja. Doch diesen Szenen von Kampf und
Gewalt werden auch dörfliche Feste und ländliches Leben gegenüber
gestellt, so dass die Handlung nicht zu einer Aneinanderreihung von
puren Actionszenen gerät. Dazu kommen noch die durchwegs großartigen
schauspielerischen Leistungen von Darstellern wie Russell Crowe,
Cate Blanchett, Danny Houston, Mark Strong und Max von Sydow, um
nur einige zu nennen. Herausragend die dichte, spannungsreiche Inszenierung,
die handwerkliche und technische Präzision, zu der die authentische
Ausstattung, die überzeugende Kameraarbeit und die gut gewählten,
realistisch wirkenden Schauplätze gehören.
Was aber an dem Film vor allem überzeugt, ist der originelle, neue
Ansatz, eine Legendengestalt zur historisch glaubwürdigen Figur zu
machen. Eine Gestalt, die sich für Werte wie Ehre, Freiheit und Freundschaft
einsetzt und erst am Ende durch einen wortbrüchigen König in die
Verbannung gezwungen wird, mit seinen Getreuen in die Wälder zieht
und damit dann doch noch zur Legende wird. Anders als in allen früheren
Versionen über Robin Hood zu einer Zeit, als eigentlich seine und
Marians Geschichte laut früherer Überlieferungen längst abgeschlossen
ist. |