Die Londoner Unterwelt gerät in Aufruhr, als ein Deal zwischen dem Alt-Gangster Lenny und einem russischen Geldgeber zu platzen droht. Es geht um schmutzige Immobilien-Geschäfte, Korruption und ein verschwundenes Gemälde. Regisseur Guy Ritchie meldet sich zurück. Sein fulminantes Comeback knüpft an alte Erfolge an.

Prädikat: besonders wertvoll
GB 2008 - 114 Min.; ab 16;
Regie: Guy Ritchie;
Darsteller: Gerard Butler, Tom Wilkinson, Thandie Newton, Mark Strong, Idris Elba, Tom Hardy, Toby Kebbell, Jeremy Piven, Chris Bridges, Jimi Mistry.

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Rock N Rolla ist ein typischer Guy Ritchie-Film. Mit angeschmuddeltem Touch und ausgewaschenen, kühlen Farben einerseits ist er in der Drogenwelt Londons und in strahlender Bildgestaltung andererseits ist er in der noblen Immobilienwelt der britischen Hauptstadt angesiedelt. Die Geschichte hangelt sich an der Schnittstelle dieser scheinbaren Gegensätze entlang, doch handelt es sich um die zwei Seiten derselben Medaille. Passend zur Weltfinanz- und Immobilienkrise kreisen die verschiedenen Erzählstränge um das Zahlenmüssen und Zahlenkönnen. Naturgemäß sorgen Abweichungen in der Ausführung zu Problemen, die in psychischer und physischer Gewaltanwendung münden, mal mit mehr und mal mit weniger Stil ausgeführt. In unterschiedlichen Tempi, je nach zugehöriger gesellschaftlicher Stellung, ob auf dem Golfplatz oder in schmuddeliger Drogendisco, wird in ruhiger oder auch in schneller Schnittfolge im Stile von Videoclips dieselbe Botschaft aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt: Geld verdirbt den Charakter und: Wer zahlen kann, ist oben.

Im Mittelpunkt steht Johnny, der in die Drogenszene abgerutschte Stiefsohn des Immobilientycoons Lenny, der skrupellos seine Geschäftsziele verfolgt und auch nicht vor Mord, Erpressung und Korruption zurückschreckt, um Baugenehmigungen und ähnliche behördliche Dienste zu erlangen. Johnny ist in bürgerlich behüteter Welt der Eliteschulen aufgewachsen, wendete sich aber von seinem Stiefvater ab, der aus seiner Geringschätzung gegen seinen Sohn nie einen Hehl gemacht hat. Johnny fristet nun sein Leben als drogenabhängiger Rockmusiker. Diese Musik begleitet die Szenen aus seiner Welt konstant und zeigt ein Stück Kultur, an der er sich fest halten kann. Auch die bürgerliche Gegenwelt hat ein Stück Kultur an der sie sich festhält: Die Welt der Kunst- und der Gemälde, die im Verlauf der Geschichte zur zweiten, fast wichtigeren Währung wird.

Die Rollen sind ausnahmslos gut besetzt und glänzen mit schönen, witzigen Dialogen, unterlegt von stimmiger Musik. Die Inszenierung der Gewalt in durchweg gelungenen Actionszenen rundet das Bild einer Gesellschaft am Scheideweg perfekt ab. Hier wird es keine Minute langweilig.