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In die Ferne ziehen, um Heimat und Seele zu überarbeiten: Ein Jahr ehe Hape Kerkeling der Leserwelt vorführte, wie es ist, „dann mal weg“ zu sein, schickte die preisgekrönte französische Autorenfilmerin Coline Serreau („3 Männer und ein Baby“) drei zerstrittene Geschwister auf den Jakobsweg und landete (bereits 2005) einen Wohlfühlfilm voller Schwung, Humor und Phantasie.
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(Saint-Jacques ... La mecque)
F 2005 - 103 Min.; ab 6; Regie: Coline Serreau; Darsteller: Muriel Robin, Artus De Penguern, Jean-Pierre Darroussin, Pascal Legitimus, Marie Bunel, Marie Kremer, Flore Vannier-Moreau . Homepage www.imdb.com |
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Der Jakobsweg, von vielen Orten Europas nach Santiago de Compostela in Nordspanien an das Grab des heiligen Apostels Jakobus führend, ist wieder, und zwar mehr als früher, in vieler Munde. Für die einen der Pilger ist es eine Bittwallfahrt, für die anderen eine Dankwallfahrt, manche machen die Tour aus Frömmigkeit, für wieder andere handelt es sich um eine reine Wanderung mit Freunden. Vielleicht hat Hape Kerkelings äußerst erfolgreicher Bericht mit dem Titel „Ich bin dann mal weg“ den Jakobsweg ebenfalls wieder stärker ins Gespräch gebracht. Doch unabhängig davon inszenierte die französische Regisseurin Coline Serreau über das Thema eine Komödie, die sich durchaus sehen lassen kann. Den drei Geschwistern Clara, Claude und Pierre stirbt die Mutter weg. Clara arbeitet als Lehrerin, der eine der beiden Brüder ist Unternehmer, der andere „Alkoholiker mit Sozialhilfe“. Riechen können sich die drei nicht besonders gut, Streitereien sind an der Tagesordnung. Das Testament der Mutter führt sie zusammen. Darin steht nämlich, dass die drei eine erkleckliche Summe und ein Haus nur dann erben, wenn sie zu dritt zu Fuß nach Santiago pilgern. Zuerst ist der Widerstand groß, doch es nützt alles nichts, sie müssen die Pilgerfahrt unternehmen, denn andernfalls geht das Erbe an eine wohltätige Stiftung. Sie schließen sich einer Gruppe an. Der Reiseführer ist dabei, zwei junge Muslime auch und noch ein paar andere. Neun sind es im Ganzen. In Le Puy in Frankreich geht es los. Auf drei Monate ist der Fußmarsch angesetzt: durch steinige Landschaften, über hohe Berge. Tag um Tag. Die Nachtunterkünfte sind alles andere als bequem, Zwischenfälle gibt es genug. Aber auch erhebende Momente, erquickliche Ruhepausen, viele Gespräche, entstehende Freundschaften, ein langsam wachsendes Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Kathedrale von Santiago wird nach vielen Tagen erreicht. Andacht und herrliche Musik umhüllen die Gruppe. Ist aus ihr eine Gemeinschaft geworden? Coline Serreau hat schön die Balance gehalten zwischen Komik und Ernst, zwischen täglichen Schwierigkeiten und menschlichem Verstehen, zwischen Gesprächen und stiller Wanderung, zwischen auseinanderstrebenden Charakteren und großem, letztlich beglückendem Ziel. So stark die Differenzen anfangs waren, am Schluss zählt nur noch eines . . . Die teils geistreichen Dialoge und die guten Darsteller spielen beim Gelingen des Ganzen keine geringe Rolle. Eine heiter-komische, aber auch eine fromm-ernste Wallfahrt einer zunächst bunt zusammen gewürfelten Gruppe von Menschen nach Santiago de Compostela. Unterhaltung und ein wenig Besinnung in einem. |
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