Um die persische Metzgerei des griesgrämigen Vaters zu retten, kauft der sensible Schal-strickende Mohsen billig Schafe. Auf der Fahrt zu ihnen, strandet er in Ostdeutschland u. verliebt sich in die Ex-Kugelstoßerin Ana. Im Dorf vermutet man in Mohsens Vater einen reichen Geschäftsmann, der die Region retten könnte. Mohsen wird sehr beliebt. Doch dann taucht sein Vater auf...

"Das Feelgood-Movie der Saison: Wer nach dieser fantasievollen Kulturclash-Komödie noch schlechte Laune hat, dem ist nicht mehr zu helfen." Cinema

"Schlicht zauberhaft inszeniert: Temporeich und pointiert gefilmt... ein abwechslungsreiches Fest für die Sinne..." CHOICES, Köln

"...knallbunte Kulturkomödie.. mit sympathisch-skurrilen Figuren.."
LIFT, Stuttgart

"...eine quirlige Komödie über Identitätssuche und Familienchaos...zeigt eine Stilbandbreite, die von animierten Sequenzen zu Bollywood-ähnlichen Musicalnummern alles umfasst, was richtig Laune macht. Dabei funktioniert die Kollision von 1001 Nacht mit stillgelegtem Sozialismus erstklassig...Superfilm!"
BLICKPUNKT FILM

D 2008 - 106 Min.; ab 0;
Regie: Ali Samadi Ahadi;
Darsteller: Navid Akhavan, Anna Böger, Wolfgang Stumph, Michael Niavarani, Proschat Madani, Caroline Schreiber, Stephan Grossmann, Alexander Yassin.

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Nie war der Zusammenprall der Kulturen komischer: Die fetzige Völkerverständigungssatire "Salami Aleikum" des Deutsch-Iraners Ali Samadi Ahadi ist das Feelgood-Movie der Saison und sollte zum Pflichtprogramm für Integrationsgegner und Ausländerfeinde erklärt werden.
Der iranische Popstar Navid Akhavan spielt den schmächtigen Tagträumer Mohsen Taheri, der kein Blut sehen kann, obwohl er der Sohn eines Metzgers ist. Der Zufall und ein Motorschaden verschlagen ihn in das Ex-DDR-Kaff Oberniederwalde, wo er auf schlecht gelaunte Einheimische, rechte Hohlköpfe, ein Lämmchen namens Wojtila und eine vegetarisch lebende Ex-Kugelstoßerin trifft. Er erobert das Herz der stämmigen Maid (Anna Böger aus "Shoppen") und verwickelt sich in ein groteskes Lügengespinst, das die chronisch klammen Einwohner der verschnarchten Provinzeinöde über Nacht von Reichtum und Wohlstand träumen lässt.
Tausendundeine Nacht prallen auf die traurigen Reste des Arbeiter-und-Bauern-Staats: Regisseur Ahadi mischt munter knallbunte Animationsszenen mit parodistischen Musicaleinlagen im Bollywood-Stil und entfaltet einen fan­tasievollen Witz, der "Salami Aleikum" wie eine Ossi-Version von Jean-Pierre Jeunets Paris-Märchen "Die fabelhafte Welt der Amelie" wirken lässt. Dabei fiel Ahadi bislang im Kino nicht gerade durch überwiegende Heiterkeit auf. Für die Dokumentation "Lost Children" über Kindersoldaten in Uganda gewann er 2006 den Deutschen Filmpreis. Ber­linale-Chef Dieter Kosslick erklärte seinerzeit in einem Interview, der Film sei so hart, dass er ihn kein zweites Mal sehen möchte. Der Kontrast zwischen den beiden Filmen Ahadis könnte kaum größer sein.
Aber vielleicht erklärt gerade der tiefe und schmerzhafte Ernst seines Erstlings den ungezügelten Witz des Folgewerks: Eine Welt, die so grausam ist, dass sie Kindersoldaten zulässt, kann eine Menge Heilmittel benötigen, und zu diesen Trostspendern gehören gute Komödien ganz sicher dazu.
Ahadis Gags sind zündend und frisch, aber nie verletzend oder triviale Ossi-Klischees reproduzierend. Im Stil einer klassischen Screwball-Komödie führt ein Missverständnis zur nächsten Verwechslung, bis der Knoten am Ende schier unentwirrbar ist. Viel humoristisches Kapital schlägt Ahadi auch aus der Verschiedenartigkeit der Sprachen. Als etwa Mohsens gestrenger Vater (der österreichische Kabarettist Michael Niava­rani) im Zonenkaff ankommt, wird er dort zu seiner Überraschung vom örtlichen Kneipenwirt (TV-Spaßvogel Wolfgang Stumph) in fließendem Arabisch begrüßt. Oder was man in Oberniederwalde für fließendes Arabisch hält. Worauf der Iraner zweifelnd seine Frau anschaut und in den Untertiteln zu lesen ist, was er seine Gattin fragt: "Sind wir etwa schon in Polen?" Ali Samadi Ahadi ist mit "Salami Aleikum" ein kleines Wunder gelungen: ein Film, der auf intelligente Weise unterhält, ernste Themen transportiert, ohne belehrend zu wirken, und gar die Herzen öffnet, wenn am Ende alle zusammen singen: "Wir sind der Himmel, wenn wir zusammenhalten!" Die Zuschauer werden diesen Fílm lieben. Was sich zuletzt schon auf dem Filmfestival von Emden-Norderney zeigte, wo die East-meets-Far-East-Komödie mit den zwei wichtigsten Publikumspreisen ausgezeichnet wurde. Der Osten leuchtet! Und den Namen Ali Samadi Ahadi sollte man sich merken.