Promis, VIPs, Starlets, Roter Teppich, Stars und
solche, die sich dafür halten, beherrschen die Szene, vor allem die
mediale. Vieles, was früher als wertvoll galt, ist in den Hintergrund
getreten. Spaß, Party, Feiern, Urlaub sind gefragt. Das ist der geistige
Nährboden, auf dem dieser Film möglich wurde.
Drei Berliner, zusammengeschlossen in einer ebenso winzigen wie
windigen Boy Group, haben die Schnauze voll. Sie wollen ein anderes
Leben, wollen berühmt werden, berühmt um jeden Preis, „Promis“ eben.
In den USA werden sie das alles durchziehen. Hauptperson ist Johannes
Sellinger, der sich ab jetzt „John F. Salinger“ nennt. Er will, immer
mit der Unterstützung seiner beiden Freunde Mattias Welbinger, jetzt
„Matt Welby“, und Christian Hannawald, jetzt „Chrismon“, aufs Ganze
gehen, wirklich bis zum äußersten.
Da das mit Gesang wenig Erfolg verspricht und es auch sonst Absagen
hagelt, muss der Holzhammer her. Man könnte ja beispielsweise Berühmtheit
erlangen, indem man sich selbst verstümmelt. Das Fernsehen wird dann
schon anbeißen.
Und so geschieht es. Salinger opfert zuerst einen Finger, und als
das wenig nützt, einen Arm. Als nächstes ist der Fuß dran. Und dann
der Clou: Salinger wird vor der Kamera seinen Tod inszenieren, keinen
Scheintod, sondern den echten.
Beinahe geht alles schief, denn John F. Salinger trifft auf die
schöne Shannon, die er von Herzen zu lieben anfängt. Sie aber möchte
nicht den Tod, sondern das Leben. Matt Welby und Chrismon sorgen
auf rüde Weise dafür, dass Salinger nicht schlapp macht.
Und dann geht’s schließlich ans Eingemachte, an den Tod.
Eine verrückte Satire auf das Berühmt-werden-wollen. „Muxmäuschenstill
„ist noch in guter Erinnerung, hier sind die
gleichen Macher am Werk. Hinter der Absurdität steckt eine gute Portion
Entlarvung. Mit kleinem Budget wurde verhältnismäßig viel Effekt
erzielt: in diesem Road Movie, diesem Musik-Movie, diesem Moral-Movie
vom Superstar, in dem der Wahnsinn Methode hat.
Grauenhaft und einfallsreich, abscheulich und wertvoll – alles gilt
für diesen Film. Die Massenszenen in Las Vegas, so getürkt sie sind,
stellen eine logistische und inszenatorische Leistung dar. Aber auch
im übrigen Ablauf erlischt das künstlerische Interesse nicht.
Böse Satire über ein schon fast geisteskrankes Berühmt-werden-wollen.
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