„Jeder sollte einmal im Leben das Gefühl haben zu leben“, heißt es zu Beginn in Jan Henrik Stahlbergs und Marcus Mittermeiers Mediensatire „Short Cut To Hollywood“. Wer dieses Ziel in der gefräßigen TV-Maschinerie anstrebt, sollte auf das Kleingedruckte achten. Der kurze Moment des Ruhms muss in diesem Roadmovie to hell mit dem Tod bezahlt werden. Die beiden Regisseure legen die Mechanismen der Sensationsgier offen in einer Persiflage auf Castingshows und andere Selbstentblößungsformate, die mit derbem Zynismus operiert, aber auch im Fahrwasser des Trash-TVs segelt.

Prädikat: wertvoll;
D 2008 - 94 Min.; ab 16;
Regie: Marcus Mittermeier, Jan Henrik Stahlberg;
Darsteller: Jan Henrik Stahlberg, Marcus Mittermeier, Christoph Kottenkamp, Marta McGonagle, Allison Findlater-Galinsky.

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Promis, VIPs, Starlets, Roter Teppich, Stars und solche, die sich dafür halten, beherrschen die Szene, vor allem die mediale. Vieles, was früher als wertvoll galt, ist in den Hintergrund getreten. Spaß, Party, Feiern, Urlaub sind gefragt. Das ist der geistige Nährboden, auf dem dieser Film möglich wurde.

Drei Berliner, zusammengeschlossen in einer ebenso winzigen wie windigen Boy Group, haben die Schnauze voll. Sie wollen ein anderes Leben, wollen berühmt werden, berühmt um jeden Preis, „Promis“ eben.

In den USA werden sie das alles durchziehen. Hauptperson ist Johannes Sellinger, der sich ab jetzt „John F. Salinger“ nennt. Er will, immer mit der Unterstützung seiner beiden Freunde Mattias Welbinger, jetzt „Matt Welby“, und Christian Hannawald, jetzt „Chrismon“, aufs Ganze gehen, wirklich bis zum äußersten.

Da das mit Gesang wenig Erfolg verspricht und es auch sonst Absagen hagelt, muss der Holzhammer her. Man könnte ja beispielsweise Berühmtheit erlangen, indem man sich selbst verstümmelt. Das Fernsehen wird dann schon anbeißen.

Und so geschieht es. Salinger opfert zuerst einen Finger, und als das wenig nützt, einen Arm. Als nächstes ist der Fuß dran. Und dann der Clou: Salinger wird vor der Kamera seinen Tod inszenieren, keinen Scheintod, sondern den echten.

Beinahe geht alles schief, denn John F. Salinger trifft auf die schöne Shannon, die er von Herzen zu lieben anfängt. Sie aber möchte nicht den Tod, sondern das Leben. Matt Welby und Chrismon sorgen auf rüde Weise dafür, dass Salinger nicht schlapp macht.

Und dann geht’s schließlich ans Eingemachte, an den Tod.

Eine verrückte Satire auf das Berühmt-werden-wollen. „Muxmäuschenstill „ist noch in guter Erinnerung, hier sind die
gleichen Macher am Werk. Hinter der Absurdität steckt eine gute Portion Entlarvung. Mit kleinem Budget wurde verhältnismäßig viel Effekt erzielt: in diesem Road Movie, diesem Musik-Movie, diesem Moral-Movie vom Superstar, in dem der Wahnsinn Methode hat.

Grauenhaft und einfallsreich, abscheulich und wertvoll – alles gilt für diesen Film. Die Massenszenen in Las Vegas, so getürkt sie sind, stellen eine logistische und inszenatorische Leistung dar. Aber auch im übrigen Ablauf erlischt das künstlerische Interesse nicht.

Böse Satire über ein schon fast geisteskrankes Berühmt-werden-wollen.