Casper ist Gangmitglied der Mara
Salvatrucha. Doch schlägt sein Herz nicht allein mehr für die Gang.
Ein Mädchen genießt seine Aufmerksamkeit. Eine Liaison mit ungeahnten
Folgen. Und so begegnet Casper im weiteren Verlauf der Geschichte
Sayra, die ihrerseits auf der Flucht ist in ein besseres Leben. Ein
gelungener Genre-Mix und das eindrucksvolle Regiedebüt von Cary Joji
Fukunaga - ein Name, den man sich merken sollte. |
Mexico
/ USA 2009 - 95 Min.; ab 16;
Regie: Cary Joji Fukunaga;
Darsteller:
Edgar Flores, Paulina Gaitan, Kristyan Ferrer, Tenoch Huerta
Mejía, Luis Fernando Peña, Diana García, Gerardo Taracena,
Guillermo Villegas, Giovanni Florid .
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Die Mara Salvatrucha ist nicht irgendeine
Gang. Mit ihren geschätzten 100.000 Mitgliedern - vor allem in Zentralamerika
- ist sie die größte und gefährlichste Gang der Welt. Wer sich als
vollwertiges Mitglied bezeichnen will, muss zunächst eine Aufnahmeprüfung
absolvieren. Der erste Teil besteht darin, sich von seinen Bandenkumpels
13 Sekunden lang grün und blau schlagen zu lassen. Der zweite Teil
ist nichts Geringeres als der Mord an einem Feind. Danach gehören
Leib und Seele der Mara. Fortan ist sie Rückhalt und Sicherheit in
einem wirtschaftlich zerrütteten System. Fortan ist sie aber auch
die Einbahnstraße des Lebens. Und wer nicht seine ungeteilte Aufmerksamkeit
in den Dienst der Sache stellt und mit ganzem Herzen bei der Gang
ist, der begibt sich in große Gefahr. Dies soll auch Willy - genannt
El Casper - auf bitterste Art und Weise erfahren.
Kein Gangmitglied hätte je erfahren dürfen, dass Caspers Herz nicht
allein mehr für die Mara schlägt. Ihr Name ist Martha Marlene und
sie ist der Grund warum er in letzter Zeit seine Aufgaben vernachlässigt.
Nur so konnte es passieren, dass ein Feind im eigenen Ganggebiet
gefangen genommen wurde. Doch nicht Casper hatte den Todgeweihten
gefunden, denn er verbrachte seine Zeit stattdessen mit seiner Auserwählten.
Nichts ahnend hatte die sich zwischen ihn und seine Gang gedrängt.
Ein folgenschwerer Fehler, der Casper regelrecht aus der Bahn werfen
wird. Verdammt in alle Ewigkeit scheint sein Schicksal nunmehr besiegelt.
Doch sein weiterer Weg soll erneut durch ein wunderschönes Mädchen
gekreuzt werden. Sayra ist mit ihrem Vater und ihrem Onkel auf der
Flucht in ein besseres Leben. Auf ihrer illegalen Reise trifft sie
auf den kriminellen Aussätzigen. Eine Begegnung, die beider Leben
für immer verändern wird.
Cary Joji Fukunaga ist kein ganz einfach zu merkender Name. Die
Mühe sollte man sich dennoch machen. Mit „Sin Nombre“ gibt Fukunaga
sein Debüt als Spielfilmregisseur. Ein eindrucksvoller Erstling,
in dem er gekonnt die verschiedenen Genres mixt. So erzählt der Film
eine ganz klassische Liebesgeschichte, die in einem packenden Gangster-Thriller
eingebettet ist. Überdies ist „Sin Nombre“ eine bewegende Immigrantengeschichte
in der Erzählform eines Roadmovies. In direkter Tradition des neuen
lateinamerikanischen Independent-Kinos, zeigt Fukunaga die raue Wirklichkeit
einer kompromisslosen und durch Gewalt geprägten Welt - gedreht an
Originalschauplätzen in Mexiko. Vergleiche mit „Amores Perros“ und
„City of God“ drängen sich auf und doch ist dieser Film ganz anders.
Ein intensives und schonungsloses Regiedebüt voller Poesie. Eindrucksvoll
gespielt, wunderschön gefilmt und mit stimmungsvoller Musik untermalt.
Eine rundum gelungene Inszenierung. |