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| Ausgezeichnet mit 8 OSCARS (Film, Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Song , Musik, Tonmischung) |
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| "Perfektes Stück Kino-Unterhaltung" Tagesspiegel
"Vielleicht temporeichste Film seit Lola rennt" Die Welt |
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Bis zur 14. Frage ist Jamal bei der indischen Version von "Wer wird Millionär?" bereits gekommen - am nächsten Tag soll die noch ausstehende Frage ausgespielt werden. Die Produzenten glauben nicht, dass der aus ärmsten Verhältnissen stammende Junge die Antworten selbst gewusst haben kann und lassen ihn von Polizisten mit harten Methoden verhören. Den Beamten erzählt Jamals, dass er nicht geschummelt hat: Jede Frage hatte etwas mit seiner Lebensgeschichte zu tun, seiner Kindheit in Mumbai, dem Tod seiner Mutter, der Flucht mit seinem Bruder und seiner großen Liebe, die er mit dem Fernsehauftritt wiederzufinden hofft.
Danny Boyle ('Trainspotting') ist mit seinem unter schwierigsten Umständen in Indien gedrehtem Film über zwei Brüder, die der Armut in Mumbai entfliehen wollen, ein großer Wurf gelungen. Die Globalisierungs-Version von Oliver Dickens, in der "Wer wird Millionär?" clever als Rahmenhandlung dient, bietet einen beklemmend ungeschminkten Blick auf Mittellosigkeit und Elend, ist aber doch stets erfüllt mit dem nicht zu bändigen Enthusiasmus der Hauptfigur, dessen Leben in einem Rausch an Farben und Klängen am Zuschauer vorbeizieht Bollywood made in the West. Unwiderstehlich gut. |
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Originaltitel: Slumdog Millionaire;
Großbritannien / USA 2008 - 120 Min.; ab 12; Regie: Danny Boyle; Darsteller: Dev Patel, Anil Kapoor, Madhur Mittal, Freida Pinto, Irrfan Khan, Saurabh Shukla, Mia Drake, Sanchita Choudhary, Ankur Vikal. Homepage Movie Database |
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Ein Film wie ein Erdbeben: Danny Boyles Oscar-gekrönter Überraschungshit "Slumdog Millionär" platzt fast vor Energie und Tempo. Das Slum-Epos ist so bunt, laut und lustig, dass es jeden mitreißt, der sich nicht festhalten kann. Acht Oscars, das ist viel. Man kann und wird sich lange darüber streiten, ob "Slumdog Millionär" wirklich so großartig ist, dass er sie alle verdient hat. Doch ganz gleich, wie man ihn selbst findet - dass Hollywoods Academy diesen Film für so grandios hält, ist nachvollziehbar: "Slumdog Millionär", dieser für relativ wenig Geld in Indien gedrehte Independent-Film des britischen Regisseurs Danny Boyle ("Trainspotting"), ist tief in seinem großen Herzen klassisches Hollywood-Kino, wie Hollywood selbst es heute kaum mehr hinbekommt. Mittlerweile werden die meisten wissen, worum es geht: Der im Slum aufgewachsene Jamal (Dev Patel) aus Mumbai steht in der indischen Ausgabe von "Wer wird Millionär" kurz vor dem Hauptgewinn. So weit kann er es nur mit Betrug gebracht haben, findet die Polizei, schleift ihn zum Verhör, foltert ein bisschen, und lässt sich und dem Zuschauer erklären, woher Jamal das alles weiß, was er weiß. Denn für die meisten Fragen, die ihm in der Show gestellt wurden, hat Jamal Anekdoten aus seinem Leben parat, die ihn schon lange zuvor die entsprechenden Antworten gelehrt haben - ob es um eine Hindu-Gottheit geht oder wer auf der Rückseite eines 100-Dollar-Scheins abgebildet ist. Er erzählt, wie er und sein verschlagener Bruder Salim als kleine Jungen zu Waisen wurden; wie sie im Elend aufgewachsen sind; wie sich die kleine Latika den beiden angeschlossen hat und zu Jamals großer Liebe wurde; und wie sie alle drei in die Fänge eines Gangsters geraten sind und sich ihre Wege getrennt haben. Und langsam wird klar, dass Jamal nicht in der Show sitzt, weil er hinter dem großen Geld her ist. Denn wie es sich für einen edlen Filmhelden gehört, geht es ihm vor allem um die Liebe. "Slumdog Millionär", nach dem Roman "Rupien! Rupien!" von Vikas Swarup, ist so bunt und laut, lustig und vor allem schnell, wie man es selten im Kino sieht, doch hinter der modernen, hip gestylten Pseudo-Bollywood-Fassade steckt eine gute Portion altmodischen Erzählkinos, ein Feel-good-Film aus der Hollywood-Schule: Die simple Aufsteigergeschichte eines Elenden zum Superreichen, gefüttert mit ein paar Späßen, ein paar Bösewichten, etwas Sozialkritik und viel Romantik. Die Figuren müssen dafür nicht komplex sein - Jamal ist der edle Ritter, Latika (als Erwachsene dargestellt von Freida Pinto) die schöne Prinzessin, die es zu retten gilt, und Bruder Salim (Madhur Mittal) ist der vom rechten Weg abgekommene Hallodri. Gute Taten werden in dieser Welt nach einem gewissen Leidensweg immer belohnt und schlechte stets bestraft. Die Gefühle sind übergroß, die Zufälle absurd und unrealistisch (Schicksal! Vorbestimmung!), und Boyle scheut kein Klischee, ob er nun ein bisschen Waterboarding beim Polizeiverhör zeigt, oder dämliche Touristen am Taj Mahal. Doch das alles passt zusammen in "Slumdog Millionär", denn dies ist ein Film, der auf das Herz zielt und es punktgenau trifft. Und das klappt nicht mit Understatement. Boyle entfesselt ein Erdbeben von einem Film, einen Sturm, der alles und jeden mit sich reißen will. In halsbrecherischem Tempo peitscht er die Geschichte voran; immer passiert etwas, überall ist etwas zu entdecken, es bleibt einem kaum Zeit zum Luftholen, bis zum völlig vorhersehbaren, aber trotzdem umwerfend spannend inszenierten Finale. Am Ende gibt es eine große Bollywood-Tanznummer mit allen Beiteiligten auf dem Bahnhof, einfach so, weil es Spaß macht. Das sollte für jeden Bestätigung genug sein, dass es hier nicht um ein realistisches Indienbild geht oder einen ernsthaften Kommentar über Klassenunterschiede. Dies ist das Spiel des Lebens als Märchen erzählt, und jeder, der sich darauf einlassen mag, wird mit vorzüglicher Laune den Kinosaal verlassen. Das ist die große Leistung von "Slumdog Millionär". In Oscars ist das gar nicht zu messen. Von Daniel Sander (Spiegel online) |
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