Ein Film, der verdammt gute Laune
macht. Und das Lebensgefühl einer Szene vermittelt, die es nur hier
gibt. Ein Heimatfilm. Und ein Statement von Freunden. (...) Ich habe
erlebt, was ich an einem schönen Kinoabend erleben möchte. Ich habe
geweint, ich habe mitgefühlt, ich war traurig, ich habe viel gelacht.
Also ein großartiger Film. Vielleicht der schönste und beste Film
von Fatih Akin.
ARD Titel, Thesen Temperamente
SOUL KITCHEN ist schlichtweg großartig, ein total unprätentiöses
Meisterwerk.
3 SAT kinokino
Fatih Akin inszeniert das alles als großes, buntes, swingendes Durcheinander
voller Temperamentsausbrüche. Wie sein großer Berlinale-Sieger, das
Drama „Gegen die Wand", berstet auch die Komödie SOUL KITCHEN
vor Energie. In Zeiten der Krise ist das zunächst ermutigend: Akins
Filme sagen, dass man keine Angst zu haben braucht vor dem Leben,
auch wenn es aus dem Ruder läuft.
Berliner Zeitung
Ein Heimatfilm der neuen Art. Es ist ein Kiezfilm geworden. (...)
Sein Hamburger Wohlfühlfilm.
Tagesspiegel
SOUL KITCHEN ist eine ironische Hommage an Hamburg.
DIE WELT
Futter für die Seele. (...) Der echte Herzensbrecher des Festival
ist allerdings - der deutsche Wettbewerbsbeitrag. Fatih Akin ist
ja sonst eher nicht von der leichten Muse geküsst, aber sein neuer
Film SOUL KITCHEN ist so komisch-rührend, dass das Publikum in Venedig
ganz aus dem Häuschen geriet. (...) Diesen komischen, sehr norddeutschen
Katastrophenreigen hat Akin in seiner kracherten Art so gut inszeniert,
dass es in Venedig sogar Szenenapplaus gab, was auch daran liegt,
dass in dieser Seelenküche die Gags sehr auf den Punkt zubereitet
werden.
Süddeutsche Zeitung
In seinem sechsten Spielfilm feiert Fatih Akin das Leben auf vertrauensvoll
heitere Art. Nun hat dieser Regisseur also wieder was zu feiern;
Akin scheint einfach alles zu können.
Berliner Zeitung |
Ein Ort ist in Gefahr. Der Feind kommt von außen
und verbreitet Unruhe in dem überschaubaren Mikrokosmos, aber eine
Gruppe von Verbündeten setzt sich zur Wehr und rettet den Ort, der
für all das steht, was ihnen Heimat ist. Genrekino vom Feinsten?
Irgendwie schon, aber der Regisseur heißt Fatih Akin, und so ist
der Ort kein idyllisches Bergdorf, sondern eine schäbige Kneipe im
Hamburger Problemviertel Wilhelmsburg, seine Belegschaft besteht
aus Goldkettchenprolls, obdachlosen Immigranten und versoffenen Arbeitern,
und der Feind kommt daher in Form eines strohblonden Immobilienspekulanten.
Mit dem multiethnischen Heimatfilm Soul Kitchen kehrt Akin dahin
zurück, wo er angefangen hat: nach Hamburg, zu den impulsiven Jungs
und den schönen Mädels, die sich mit viel Lärm und Getöse durchs
Leben schlagen, weniger die Illegalität denn die Säulen des deutschen
Staatsapparates fürchten, aber eigentlich ihr Herz am rechten Fleck
haben. Im Mittelpunkt steht der deutschgriechische Restaurantbesitzer
Zinos, der tollpatschig von einer Katastrophe in die nächste stolpert
und erst dann zu sich kommt, als das bedroht wird, was ihm sein ein
und alles ist: der eigene Laden und, darüber hinaus, das Heimatgefühl,
das er und seine Freunde mit diesem Ort verbinden. Heimat also, dieser
bedeutungsschwere, urdeutsche Begriff, der bei Akin aber, befreit
von seiner nationalen Dimension, bewußt bunt daherkommt und anstelle
einer wie auch immer definierten homogenen Einheit die Heterogenität
der Stadt Hamburg und ihrer Menschen, die Liebe, die Freundschaft
und gute Musik feiert. Ob diese Menschen nun Griechen, Deutsche oder
Türken sind, spielt dabei eine wohltuend geringe Rolle, anstelle
von einseitiger kulturell begründeter Differenzierungen tritt in
Soul Kitchen die Normalität eines Zusammenlebens von unterschiedlichsten
Individuen, welche, ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft, zusammen
lachen, streiten, feiern und lieben.
Es scheint, als hätte sich Akin nach den herausragenden Dramen Gegen
die Wand und Auf der anderen Seite mit dieser leichten Komödie eine
Verschnaufpause gönnen wollen, und obwohl Soul Kitchen bestimmt nicht
sein Meisterwerk ist, fällt es doch schwer, sich seinem Charme zu
entziehen. Sicher, die männlichen Raufbold-Charaktere (Birol Ünel
gewohnt impulsiv, Moritz Bleibtreu als das schwarze Schaf, dem man
aber alles verzeiht) haben wir alle schon mal in vorherigen Akin-Filmen
gesehen, die Protagonistinnen bleiben bis auf die rotzig-hinreißende
Anna Bederke ziemlich blaß und fungieren eher als Sehnsuchtsfolien
der männlichen Betrachter denn als komplexe Figuren. Die Überzeichnungen
funktionieren nicht immer, und einige narrative Wendungen sind durchaus
vorhersehbar, aber was soll’s: Der Soundtrack läßt die Füße wippen,
die Kamera umtanzt elegant und dynamisch das hektische Treiben des
größtenteils hervorragenden Ensembles, der Schnitt heizt im Rhythmus
der Soulmusik das Tempo an, und so funktioniert der Film trotz einiger
dramaturgischer Schwächen als schnelle, coole und witzige Komödie,
die sich nicht um politische Korrektheit oder intellektuellen Anspruch
schert, sondern einlädt zum Mitfeiern und Mitlieben.
Man bleibt gespannt, was als Nächstes kommt; sicherlich gibt es
in der deutschen Kinolandschaft keinen Regisseur, der sich so rasant
weiterentwickelt hat wie Akin, und der darüber hinaus mit so viel
Leichtigkeit und Temperament über ein multiethnisches Deutschland
zu erzählen weiß, ohne auf eben jene Multiethnizität mit dem Finger
zu zeigen und übliche Kategorien und Grenzziehungen zu bedienen.
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