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Der Film ist ein Musterbeispiel geschichtlicher Darstellung. Er zeigt am Einzelbeispiel ausführlich auf, was vielen an Unrecht geschah. Er weist auch erschütternde Bilder auf. Und er beweist einmal mehr, aus welch unvorstellbaren Verbrechern das Nazi-Pack bestand. Ein Muss für jeden historisch Interessierten.
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Dokumentation;
O.m.d.U. GB 2006 - 88 Min.; ab 0; Regie: Jane Chablani ; Darsteller: (Mitwirkende) Maria Altmann, E. Randol Schoenberg, Hubertus Czernin, Elisabeth Gehrer, Gerbert Frodl, Gottfried Tomann. www.1408.senator.de www.imdb.com |
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Wie in einem Thriller nach John Grisham geht der britische Dokumentarfilm von Jane Chablani und Martin Smith einem Kapitel der Holocaust-Geschichte nach, das weltweite Nachwirkungen hatte und 2006 sein Ende fand. Im Zentrum steht das 1907 entstandene Gemälde "Adele Bloch-Bauer I" (1907) von Gutav Klimt (1862-1918), das 1938 mit weiteren Bildern Klimts im Zug der Annektierung Österreichs von den Nazis gestohlen wurde. Der Besitzer, Klimts Freund Ferdinand Bloch-Bauer, ein Zuckehrrohrfabrikant, dessen verstorbene Gattin für das Gemälde Modell gestanden hatte, vermachte die Bilder 1945 in seinem Testament an die leiblichen Erben. Der österreichische Staat wollte das Gemälde nicht zurückgeben, bezog sich auf Nazi-Gesetze und "haute die Erben übers Ohr". An dieser Stelle kommt Maria Altmann, Ferdinands Nichte ins Spiel, die 1938 mit ihren Kindern nach England und in die USA geflohen war und, da einige Dokumente der Restitution (Rückgabe) zerstört waren, mit einiger Verspätung und der Hilfe des jungen Anwalts Randy Schoenberg und im Namen ihrer Verwandten den juristischen Kampf gegen die Alpenrepublik aufnahm, der nach Demütigungen durch die Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur und dem in den USA geführten Prozess 2006 tatsächlich zur Rückgabe der fünf wertvollen Gemälde führte, von denen die "Goldene Adele" das bei der Versteigerung bei Christie's teuerste Gemälde aller Zeiten (78,5 Mio. Pfund) und von Maria wieder öffentlich zugänglich gemacht wurde. Das ist so packend wie ein Thriller, ist in den ersten vierzig Minuten, die die Geschichte der Bourgeoisie und jüdischen Gemeinde Wiens erzählen, historisch äußerst aufschlussreich und in der zweiten Hälfte eine so unglaubliche wie bezeichnende Story um das Verhältnis von Kulturhütern, Kulturerben, dem Wert von Kunst, öffentlichem Interesse und schlichten staatlichen Gaunereien. Viel besser als der dröge "Klimt"-Film mit John Malkovich und wieder ein Beweis, wie attraktiv gut gestaltete Dokumentarfilme sein können. |
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