USA 2011
- 112 Min.; ab 12;
Regie: J.J. Abrams;
Darsteller: Elle Fanning, Kyle Chandler, Joel Courtney, Gabriel Basso,
Noah Emmerich, Ron Eldard, Riley Griffiths, Ryan Lee, Zach Mills, Amanda
Michalka, Katie Lowes, Thomas F. Duffy, Marco Sanchez.
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Wie so viele Regisseure und Autoren
seiner Generation wuchs auch der 1966 geborene J.J. Abrams mit den
Filmen und Produktionen von Steven Spielbergs auf. Filme wie „E.T.“,
„Die Goonies“ oder die „Indiana Jones“ Serie beeinflussten mit ihrer
Mischung aus Familienfilm und Abenteuer, Historie und Mystik ganze
Generationen von Filmemachern, die inzwischen allerdings größtenteils
vergessen haben, dass Spielbergs Filme in erster Linie von ihrem
Charme lebten und erst in zweiter Linie von ihren Actionszenen und
Spezialeffekten. Und immer dann wenn sich Abrams auf die eigentliche
Geschichte seines Films besinnt und nicht bombastischen Effekten
traut, ist „Super 8“ eine sehr sehenswerte Hommage an eben jene Filme
der 80er Jahre.
Schauplatz ist auch hier eine Kleinstadt in Amerika,
eine jener typischen kleinen Siedlungen mit Einfamilienhäusern, einer
Bahnstrecke, die den Ort durchteilt, einem Diner und all den anderen
Merkmalen, die das amerikanische Kino immer wieder thematisiert hat.
Man schreibt das Jahr 1979, die ersten Spielberg-Filme haben ihren
Einfluss hinterlassen und so versucht sich eine Gruppe 13- und 14jähriger
an ihrem eigenen Super 8-Film. Auf eben jenem Kleinbildformat, das
mit drei Minuten Rollen ohne Ton einfache Filmaufnahmen ermöglicht,
hatte auch J.J. Abrams seine ersten Gehversuche gemacht. Angeführt
wird die Gruppe vom etwas grobschlächtigen Charles, der seine Freunde
zur Mitarbeit an seinem Zombie-Film animiert. Besonders sein bester
Freund Joe ist ihm zu Diensten, als Miniaturbauer und Make Up Künstler.
Nach dem Tod der Mutter lebt Joe allein mit seinem Vater, dem Sheriff
der Stadt zusammen, eine der vielen Variationen typischer Spielberg-Motive,
wobei dort meist die Vaterfigur abwesend war. Das Verhältnis zwischen
Vater und Sohn, sowie zwischen den beiden Freunden, ist das emotionale
Zentrum des Films. Das Abenteuer, die Bedrohung, die von außen in
die Kleinstadt und das Leben der Kinder einbricht, zeigt dann, wie
sehr sich das Kino in den letzten 30 Jahren verändert hat, wie schwer
es ist, eine Geschichte wie diese einfach zu halten.
Bei den nächtlichen
Dreharbeiten zu ihrem Super 8-Film geraten die Jugendlichen in ein
Zugunglück, das eine Kette von Ereignissen in Bewegung setzt. Bald
fällt die Armee mit fadenscheinigen Gründen ein, denn ein außerirdisches
Wesen scheint sich in der Kanalisation zu verstecken. Und auch wenn
die Geschichte, die sich aus der Konfrontation der kindlichen, fast
verspielten Ebene und der Bedrohung durch Militär und Alien entwickelt,
einerseits sehr nah entlang der durch die Spielbergschen Vorbilder
etablierten Muster bewegt, ist sie dann doch ein Beispiel für das
auf Computereffekten basierende zeitgenössische Kino. In diesen Szenen
überwältigt die offensichtliche Notwendigkeit für gigantische Effekte
den Charme der Geschichte, doch zum Glück sind diese Momente nicht
der Schwerpunkt des Films. Meist stellt Abrams das Zusammenspiel
der Jugendlichen in den Mittelpunkt, thematisiert ihre Sorgen und
Nöte und weniger das große Ganze. Und so schafft es „Super 8“ mit
viel Charme ein sehr schöner, nicht zu nostalgischer Film über Freundschaft
und den schwierigen Prozess des Aufwachsens zu sein und nicht zuletzt
eine willkommene Abwechslung in diesem Kinosommer.
Michael Meyns (programmkino.de)
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