David O. Russells Boxer-Drama „The Fighter" trägt den mittlerweile gesellschaftlich legitimierten Prügelsport in die Arbeiterklasse zurück und schließt so an Genre-Klassiker wie John G. Avildsens „Rocky" oder Martin Scorseses „Wie ein wilder Stier" an. Auf der einen Seite ist Russells phantastisch gespielter Film das zeitgemäße Pendant zu Sylvester Stallones Hollywood-Durchbruch, trotzdem könnten die Voraussetzungen unterschiedlicher nicht sein. Autodidakt Stallone, Hauptdarsteller und Drehbuchautor von „Rocky", versuchte seinerzeit verzweifelt, einen Fuß in die Tür der Traumfabrik zu bekommen. Bei „The Fighter" haben sich hingegen längst etablierte Größen wie Regisseur Russell („I Heart Huckabees", „Three Kings") und die Hauptdarsteller Mark Wahlberg, Christian Bale und Amy Adams zusammengetan. Das offensichtliche Ziel von „The Fighter" ist es, in der Award-Season ordentlich abzuräumen. Wer sich über diese kühle Berechnung mokieren möchte, soll das tun, aber das ändert nichts daran, dass die herausragenden Leistungen der Schauspielerriege jede Form der Prämierung verdienen.

USA 2010 - 117 Min.; ab 12;
Regie: David O. Russell;
Darsteller: Mark Wahlberg, Christian Bale, Amy Adams, Melissa Leo, Jack McGee, Dendrie Taylor, Melissa McMeekin, Bianca Hunter, Erica McDermott, Jill Quigg,
Kate B. O'Brien, Jenna Lamia.

Homepage

Movie Database


Facebook

Mickey Ward (Mark Wahlberg) träumt davon, als Boxer ganz gross herauszukommen. Er ist zwar der Stolz der Stadt, steht aber im Schatten seines Halbbruders Dicky Eklund (Christian Bale), der seinen Zenit als Kämpfer längst überschritten hat und den Drogen verfallen ist. Mickeys Mutter, das egoistische Oberhaupt der Familie organisiert Mickeys Kämpfe, Dickey trainiert ihn. Nur weil die ruhmbesessene Familie Druck macht, steigt Mickey bei einem unfairen Kampf in den Ring. Er kommt beinahe um, seine Karriere scheint beendet. Mickeys neue Freundin überzeugt ihn jedoch weiterzumachen - allerdings ohne den Einfluss seiner Familie. Das neu gewonnene Selbstvertrauen bringt neue Kämpfe und verdiente Erfolge mit sich. Als Dickey hinter Gitter wandert, schafft es Mickey, sich ganz von der Familie abkapseln. Kann er nun seinen eigenen Weg gehen und seinen Traum verwirklichen, es zum Champion zu bringen? The Fighter lebt von seiner emotionialen Intensität, das Drama kann aber auch immer wieder dank seiner komödiantischer Moment punkten. Die dysfunktionalen Familienverhältnisse erlauben es, Mickeys Mutter und Dicky für ihr Handeln zu verachten und verstärkt an seiner willensstarken Freundin Gefallen zu finden. Überzeugend und fesselnd spielt das Mutter-Bruder-Freundin-Trio um Hauptfigur Mark Wahlberg. Christian Bale, Amy Adams und Melissa Leo sind eine Idealbesetzung. Bale hat für seine Rolle einen Golden Globe Award und einen Oscar gewonnen. Der Film basiert auf realen Ereignissen. Mehr als alles andere gelingt es ihm, die einzelnen Lebensgeschichten nachzuerzählen und brillant auf die Leinwand zu bringen. «The Fighter» ist ein bewegendes und oft humorvolles Drama und zeigt, dass sich der Kampf um die Menschen lohnt, die man liebt.