Die Welt nach ihrem Untergang.
Ein Vater kämpft sich mit seinem Sohn durch die verwüstete Landschaft
gen Süden - bedroht durch Kälte, Hunger und Kannibalismus. Nach einer
Novelle von Cormac McCarthy ("No Country for Old Men”), kommt
eine weitere Version der Postapokalypse in die Kinos. Deprimierend,
aber toll gefilmt und überzeugend gespielt. |
USA
2009 - 111 Min.; ab 16;
Regie: John Hillcoat;
Darsteller: Viggo Mortensen, Kodi Smit-McPhee, Robert Duvall, Charlize
Theron, Guy Pearce, Michael Kenneth Williams, Buddy Sosthand, Garret
Dillahunt, Bob Jennings, Agnes Herrmann.
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Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr.
Sie ist untergegangen. Und mit ihr die meisten Tiere, Pflanzen und
auch Menschen. Was bleibt, ist ein Ort der Zerstörung und der Mensch
als eine lebensbedrohte Spezis. Eine postapokalyptische Welt, in
der die wenigen verlorenen Seelen nach einem letzten Fünkchen Hoffnung
suchen. So auch ein leiderprobter Vater (Viggo Mortensen) und sein
zehnjähriger Sohn (Kodi Smit-McPhee). Aus Angst vor Kälte und der
drohenden Gefahr, Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden, haben
sie ihr Heim fluchtartig verlassen und ziehen gen Süden. Die Frau
und Mutter (Charlize Theron) hatte ihre Familie verlassen und ist
in den sicheren Tod gegangen. Ihr Sohn war bereits in diese unwirkliche
Welt geboren worden und mit den Jahren hatte sie jeden Lebensmut
verloren.
Der Vater hingegen hat die Hoffnung nicht aufgegeben, denn
sein Sohn selbst ist für ihn ein Zeichen dafür, dass Gott ihn und
die Welt noch nicht verlassen hat. Nur seinetwegen kämpft er sich
weiter durchs Leben. Und das im wahrsten Sinne, denn von den wenigen
Menschen, die ihren Weg kreuzen, sind mehr Feind als Freund. Jeder
ist auf sich gestellt und kämpft ums nackte Überleben. Und da so
elementare Dinge wie Nahrung kaum mehr zu finden sind, schrecken
die meisten Mitmenschen auch vor Kannibalismus nicht zurück. So weit
wollen Vater und Sohn jedoch niemals gehen. Sie wollen stets das
Gute bewahren und sich lieber selbst umbringen, als das Böse zuzulassen.
Und so kommen sie auf ihrem gefährlichen Weg entlang des alten Highways
in Richtung Südküste tatsächlich in so manche Situation, in die der
Freitod eine durchaus vertretbare Alternative zu sein scheint.
"Herr
der Ringe"-Star Viggo Mortensen ist dafür bekannt, dass er sich
seine Filmrollen ganz genau aussucht und dabei auch unterdessen stets
ein glückliches Händchen beweist. Er dreht seit seinem großen Durchbruch
als Aragon für gewöhnlich nicht mehr als ein bis zwei Filme pro Jahr,
doch in jedes einzelne Projekt steckt er all seine Energie. Dies
hat er zuletzt u.a. im Cronenberg-Doppelpack "Eastern Promises“
und "A History of Violence“ unter Beweis gestellt. Dies gipfelt
nun in seiner Rolle als verzweifelter Vater im hoffnungslosen Kampf
für eine bessere Welt. Eine eindrucksvolle Performance, die schon
beim bloßen Zusehen an die Substanz geht. Sein Filmsohn wird nicht
minder überzeugend von Kodi Smit-McPhee gespielt. Ein wenig kurz
geraten sind die Auftritte von Robert Duvall und Guy Pearce. Speziell
bei ihnen haben die Maskenbildner ganze Arbeit geleistet.
Nach einer
Novelle von Cormac McCarthy ("No Country for Old Men”) hat der
australische Regisseur John Hillcoat ("The Proposition”) eine
weitere Kinoversion der Postapokalypse inszeniert. Ein Filmthema,
das offenbar wieder in Mode gekommen ist. Dabei sind die Bilder der
Verwüstung und des moralischen Verfalls - wenn auch wahrlich schön
gefilmt - nicht gerade neu. Bereits seit Filmen wie "Mad Max“
aus dem Jahre 1979 ist das Motiv der Postapokalypse weitgehend festgeschrieben.
Ein Motiv, das nicht viel Raum für Hoffnung lässt und auch im Falle
von "The Road“ den Zuschauer - trotz des von der Buchvorlage
abweichenden und leicht geschönten Endes - deprimiert aus dem Kinosaal
entlässt. Dies jedoch nur wegen einer Grundstimmung, die der Film
von Anfang bis Ende transportiert. Überdies kann man an der filmischen
Umsetzung nicht allzu viel mäkeln. |