Der ambitionierteste Film seit „2001
- Odyssee im Weltraum“: In einer Sinfonie berauschender Bilderfolgen
stellt sich Terrence Malick anhand der Geschichte einer Kindheit
in den Fünfzigerjahren den großen Fragen des Wunders Leben. Selbst,
wenn man sich der imposanten Vision von Terrence Malick nicht verschreiben
will und den philosophischen Überbau seines fünften Films als Regisseur
seit seinem Debüt „Badlands“ im Jahr 1973 als prätentiöses, womöglich
gar religiös verklärtes Wolkenkuckucksheim abtut, wird man zugestehen
müssen, dass es zu „The Tree of Life“, entstanden in vierjähriger
Arbeit, an Ambition, Einzigartigkeit und visueller Extravaganz im
Kino von heute nichts Ebenbürtiges gibt. Filme wie dieser werden
eigentlich nicht gemacht. Nicht einmal in der kreativen Hochphase
des amerikanischen Kinos zu Zeiten des New Hollywood gab es Vergleichbares.
Dass er heutzutage entstehen konnte, wo Film kaum noch als Kunstwerk
sondern als vermarktbares Produkt zu funktionieren hat, grenzt an
ein Wunder. Wenn man denn nach Referenzen für dieses, in endlosen,
perfekt aufeinander abgestimmten Bilderkaskaden (Kamera: Emmanuel
Lubezki) frei fließende Poem über das Wesen der menschlichen Seele
sucht, das nach Ordnung strebt, wo keine Ordnung bestehen kann, und
nach Sinn, wo alle Fragen unbeantwortet bleiben müssen, dann kann
man Kubricks „2001“ nennen und vielleicht noch „Koyaanisqatsi“. In
erster Linie ist sich Malick selbst verpflichtet. „The Tree of Life“
ist aus dem Holz geschnitzt, das auch Malicks vorangegangene Filme,
„Der schmale Grat“ und „The New World“, zu singulären Ereignissen
gemacht hat. In ihnen finden sich bereits in Grundzügen Stil und
Vokabular des neuen Films, die der nunmehr 67-jährige Texaner aber
so sehr verfeinert und perfektioniert hat, dass er sich noch weiter
von den Konventionen des Erzählkinos entfernt hat. „The Tree of Life“
ist ein einzigartiges Erlebnis, ein kosmischer Trip, der erfühlt
und erspürt werden will und erst dann intellektuell aufgearbeitet.
Man muss sich auf seine entfesselten Bilderfolgen einlassen, begleitet
von klassischer Musik, sich in die Höhe schraubenden Choräle und
eingestreuten Kommentaren verschiedener Figuren aus dem Off, die
mit ganz simplen Aussagen oder Fragen ihr Innerstes offenbaren. Natürlich
finden sich auch Malicks stetige Themen wieder: Der Mensch, der von
der Gnade abgefallen ist. Die Unschuld, die auf dem schmerzhaften
Weg zum Erwachsensein auf der Strecke bleibt. Die Natur, die dem
menschlichen Treiben ungerührt zusieht, als müsste sie schmunzeln
ob des Lärms und der Raserei, die am Ende doch nichts bedeuten. Doch
diesmal spiegelt Malick sie an nicht mehr und nicht weniger als der
Schöpfungsgeschichte, das Ringen mit Gott, ausgelöst von der Frage
danach, warum er zulassen konnte, dass ein 19-jähriger Junge aus
dem Leben gerissen wurde. Ein Zitat aus dem Buch Hiob eröffnet den
Film: „Wo warst du, als ich die Erde gründete?“ Gleich wird Malick
eine mögliche Antwort darauf geben, nachdem der Junge Jack und seine
Eltern in einer texanischen Kleinstadt Mitte der Fünfzigerjahre in
einer Art Ouvertüre vorgestellt wurden. Ein Brief informiert die
Familie davon, dass einer von Jacks beiden Brüdern ums Leben gekommen
ist, ein traumatisierendes Ereignis, das Jack, gespielt von Sean
Penn, selbst in der Gegenwart noch verfolgt: Er ist beruflich erfolgreich,
aber er leidet am Leben, geht durch ein persönliches Fegefeuer und
schließlich auf eine Entdeckungsreise, nachdem die Frage nach dem
Sinn eines so sinnlosen und frühen Todes gestellt wird. Es folgt
nach etwa 20 Minuten eine unfassbare und völlig unerwartete Bildersequenz,
die den Vergleich mit „2001“ förmlich herausfordert: Aus Spiralnebeln
und Zellteilungen und einem Urknall entsteht die Erde, Vulkane erheben
sich und brechen aus, Wasser und Leben entsteht, erste Fische bewegen
sich an Land, ein Raubsaurier kann ein schwächeres Tier töten, entscheidet
sich aber dagegen - der erste Akt der Gnade auf der Erde. Der Mensch
kann entstehen. Schnitt zu Vater und Mutter O‘Brien, die ihren ersten
Sohn Jack auf der Welt willkommen heißen. Sicher gibt es viel auch
beabsichtigen Spielraum bei der Interpretation dieser Sequenz. Sinnvoll
erscheint die Erklärung, dass jeder Mensch bei der Geburt die Geschichte
der Erde in sich trägt und weitergeben wird. Der ewige Kreislauf.
Fortan bleibt der Film nahe bei Jack und wie er die Welt sieht, immer
seinem jeweiligen Alter entsprechend: die Mutter - Jessica Chastain
- als unbeschwertes Feenwesen, der Vater - Brad Pitt - zunächst als
liebevolle Größe im Leben des Jungen, später immer strenger und bestimmter,
unnachgiebig beim Einfordern von Respekt und Einhaltung der von ihm
aufgestellten Regeln. Wer es zu etwas bringen will, der muss Härte
zeigen. Zwischen dem weiblichen und männlichen Pol oszilliert der
Film, lässt seine Hauptfigur Erfahrungen machen, mit dem Tod, mit
der Kunst, mit seiner aufkeimenden Sexualität, mit Gewalt, mit der
Versuchung - um schließlich an einem Ort der spirituellen Erlösung
anzugelangen. 2011 - Odyssee auf dem Planet Erde: Indem Malick diesmal
den Fokus nicht auf ein historisches Ereignis richtet wie in seinen
letzten beiden Filmen, sondern auf eine ganz normale Kindheit, erhalten
die abgehandelten Themen ein noch stärkeres Gewicht. Sein Streben,
in der Auflösung von Zeit und Raum, Sinn zu finden, eine Quelle der
menschlichen Seele, das trägt Züge von Größenwahn. Aber was für ein
Größenwahn! Voll von großer Erhabenheit und unendlicher Schönheit.
56-mal hintereinander habe Mantovani ein Stück aufnehmen lassen,
erzählt der Vater seinem Sohn Jack in einer gemeinsamen Szene. Danach
habe er gesagt: Ich kann es noch besser. Das Streben nach Perfektion
ist ein ewiger künstlerischer Impetus, wie auch das Bedürfnis danach,
Antworten auf Fragen zu finden und damit Gott näher zu kommen. Vielleicht
also kann es Terrence Malick noch besser. Aber zum jetzigen Zeitpunkt
ist es gut genug. Allemal.
ts. (Blickpunkt Film)
Pressestimmen
Stand: 16.06.2011
„Der lang ersehnte Oscar (für Brad Pitt) rückt in Reichweite!“
ELLE 07/11
„Eine bildgewaltige Hymne ans Leben.“
EMOTION 07/11
„Fesselndes, aber verschwurbeltes Familiendrama-Fragment, eingebettet in verstörende
Bilderkaskaden.“
FREUNDIN 14/11
„Keine leichte Kost, aber ein besonderes Kino-Ereignis (...).“
„(...) ein poetisches Epos über nichts weniger als den Sinn des Lebens“
FÜR SIE 13/11
„Ungewöhnliches Coming-of-Age-Drama, das vor allem durch die poetische Traumwelt
des Protagonisten und außergewöhnliche visuelle Effekte besticht, die an THE
FOUNTAIN erinnern.“
JOY 07/11
„Handlung kann man das nicht nennen, eher eine Meditation, die den Zuschauer
herausfordert (...).“
„virtuos fotografierte(r) Trip“
KULTURSPIEGEL 06/11
„Poetisches Meisterwerk“
„Malicks) sehnsüchtig erwartetes neues Werk THE TREE OF LIFE (...) überzeugt
mit traumhaften Bildern, einer mystisch angehauchten Story, reichlich Emotionen
– und nicht zuletzt mit einem frisch rasierten Brad Pitt.“
MAXI 07/11
„Tiefsinniges Vater-Sohn-Drama!“
POPCORN 07/11
„Streckenweise etwas langatmige Parabel über das Leben.“
PROVOCATEUR 07/11
(gemischte Besprechung)
„(…) überwältigender Film, der schon Preise einheimste – zu Recht!“
„Ein Film wie Poesie. Ausnahmeregisseur Terrence Malick zaubert einen traumwandlerischen
Bilderreigen auf die Leinwand, der einfach niemanden kalt lässt. Dabei behandelt
der Film die großen Fragen des Lebens. Ein faszinierendes Erlebnis, das von den
beiden Superstars Brad Pitt und Sean Penn getragen wird. Kein Wunder, dass der
Film in Cannes bereits mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde.“
Wertung: Sehr gut
BILD+FUNK / GONG 24/11
„ein Meisterwerk“
„Der Film stellt alle großen Fragen und gibt mindestens eine Antwort. Dass er
sich lange mit der kosmischen Schöpfungsgeschichte aufhält, sieht man Terrence
Malick nach. Das Herz dieses sonderbaren, wundervollen Films ist das Familiendrama:
intim, bitter, poetisch.“
Wertung: Großartig
HÖRZU 24/11
„Preisgekrönt und brillant“
„Großes Star-Kino“
„in faszinierenden Bildern erzählt, mit der Goldenen Palme geehrt“
„Anrührend“
TV 14 13/11
„Der Film stellt alle großen Fragen – und gibt mindestens eine Antwort. Dass
er sich mit der kosmischen Schöpfungsgeschichte arg lange raufhält, sieht man
Terrence Malick gern nach, denn sie ist fantastisch anzusehen. Das Herz dieses
sonderbaren, wundervollen Films ist das Drama der O´Briens: intim, bitter, poetisch.
Ein Ausnahmefilm!“
„Überwältigende Bildersinfonie und bewegendes Familiendrama in einem. Wirklich
ganz großes Kunstkino – das Feuilleton in aller Welt wird jauchzen“
Wertung: Genial
TV DIGITAL 13/11
„(…) entzieht sich (…) allen Konventionen“
„(…) intellektuelle Herausforderung aus entfesselten Bildfolgen“
„Zwiespältig, spirituell, rätselhaft“
TV DIREKT 13/11
„Der Film stellt alle großen Fragen – und gibt mindestens eine Antwort. Dass
er sich mit der kosmischen Schöpfungsgeschichte arg lange aufhält, sieht man
Terrence Malick gern nach, denn sie ist fantastisch anzusehen. Das Herz dieses
sonderbaren, wundervollen Films ist das Drama der O´Briens: intim, bitter, poetisch.
Aus der ohnehin grandiosen Besetzung sticht Brad Pitt noch heraus – den emotional
verhärteten und dominanten Vater spielt er schlicht überragend. THE TREE OF LIFE
ist ein Ausnahmefilm!“
„Überwältigende Bildersinfonie und bewegendes Familiendrama in einem. Großes
Kunstkino!“
Wertung: Genial
TV GUIDE 13/11
„Zu Beginn zeigt Kult-Regisseur Malick im „Galileo“-Stil die Entstehung allen
Lebens, am religiös verklärten Ende lässt er Sean Penn durchs Jenseits irren.
Sein Genie offenbart sich im Mittelteil: Die (skizzenhafte) Familiengeschichte
besticht durch poetische Kraft und visuelle Brillanz.“
„Irritierend, anstrengend und außergewöhnlich“
Wertung: Geheimtipp
TV MOVIE 13/11
(gemischte Besprechung)
„gewaltiges Bildepos“
„Ein kosmisches Ereignis mit ähnlicher Bildsymbolik wie einst Stanley Kubricks
2001 – ODYSSEE IM WELTRAUM.“
„Abgesehen davon, dass nur bei diesem stets unter Genieverdacht stehenden Regisseur
Sean Penn den Sohn von Brad Pitt spielen kann, ist THE TREE OF LIFE ein Film,
den man nur lieben oder hassen kann. Doch nach 138 nicht unanstrengenden Minuten
muss man sich eingestehen, dass man ein Kinoereignis miterlebt hat. Denn hinter
all den symbolbefrachteten Bildern steckt eine ungemein berührende Familiengeschichte,
die einen nicht mehr loslässt.“
„Zeitweise anstrengend, aber es lohnt sich: ein Kinoereignis, auf das man sich
einlassen sollte“
Wertung: Daumen hoch
TV SPIELFILM & TV TODAY 13/11
(gemischte Besprechung)
„Prognose: Wenn Penn und Pitt einem fantastischen Sci-Fi-Drama ihren Segen geben,
dann muss da großes Kino bei herauskommen!“
BIG PICTURE 06/11
„Nach sechsjähriger Schaffenspause beglückt Drehbuchautor und Regisseur Terence
Malick (...) seine Anhänger mit einem neuen Geniestreich.“
„(...) Kinobesucher (können sich) auf ein weiteres Kino-Highlight freuen, das
inhaltlich und visuell überzeugt. Da bei Malick stets die besten Akteure Schlange
stehen, sind auch hier erneut bekannte Hollywood-Stars mit von der Partie: So
laufen Brad Pitt, Sean Penn und Fiona Shaw (...) zu darstellerischen Höchstleitungen
auf, um auch Malicks neuestem Film den Stempel eines Meisterwerks aufzudrücken.“
„Aufwühlendes, intensives Drama mit Botschaft und etlichen tollen Darstellern.“
DVD MAGAZIN 06/11
„Terrence Malick hat seinen neuen Film mit philosophisch-religiösen Fragen aufgeladen
und mehr auf das Traktat denn auf die Geschichte vertraut. Ein Film, der alles
will, und viel verspielt.“
„Und dieser Film ist selbst ein einziges Rätsel, eine impressionistische Kindheitserinnerung,
eine bombastische Schöpfungsgeschichte, voll mit Philosophie und Religion, und
in jedem fall: eine außergewöhnliche kinematografische Erfahrung.“
„Malick hat den Fluss der Bilder unterlegt mit klassischer Musik, von Bach über
Mahler bis hin zu Berlioz und Gorecki (selbst Smetanas kitschige ‚Moldau’ lässt
er nicht), die vor allem eins sein muss: erhaben und erhebend. Erinnerungen an
Kubricks Lichttunnel in 2001 werden wach (...) Und je länger (...) dieser Bilderstrom
anhält, desto mehr drängt sich das Gefühl auf, dass es sich auch um kinematografischen
Schwulst handelt.“
„Aber im Zentrum dieses Films (...) steht das leiden an der Kindheit, ein autoritärer
Vater, eine religiöse, in den Grenzen der zeit gefangene Mutter. Dieser Teil
kommt ganz anders daher als Malicks rauschhafte Genesis: verhalten, andeutend,
doppeldeutig. Brad Pitt spielt diesen Mr. O’Brien (...) in seiner ganzen Ambivalenz
(...). (...) Der Mensch müsse sich entscheiden zwischen der Natur und der Gnade,
heißt es einmal aus dem Off. Malick geht es in TREE OF LIFE um die letzten, wichtigen
Fragen, nach dem Sinn von Leiden, dem Sinn der menschlichen Existenz. Aber, das
muss man ihm zugute halten, gibt er auch keine allzu einfachen Antworten.“
EPD FILM 06/11
(gemischte Besprechung)
„(Der Film) beginnt mit eine Vorstadtidylle aus den sechziger Jahren mit vor
Schönheit flirrenden Bildern, wie sie nur Malick zuwege bringt, fernab jener
glatten Werbeästhetik (...). Pure Poesie, aber auch abgründig, da der Mensch
auf die Pracht der natur einen dunklen Schatten wirft. Doch diesmal geht Malick
noch einen Schritt weiter, quasi über die naturalistische Ebene der Handlung
hinaus und hinein in ein regelrecht verzauberndes Spiel mit Farbe und Formen,
ähnlich – und doch ganz anders – wie es Stanley Kubrick in 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM
kreiert hat. Beiden ist gemein, dass sie mit Bildern zu philosophieren versuchen,
dass sie das Gegenständliche auflösen wollen, das Kosmische hinter dem Alltäglichen
spürbar machen wollen. Vordergründig ist THE TREE OF LIFE die Geschichte einer
Familie (...). Aber Malick ist bene kein Vertreter des Erzählkinos, und so flicht
er immer wieder visuelle Botschaften zwischen die Szenen, spielt mit Naturaufnahmen,
Tieren, Pflanzen, Licht und das alles in einer atemberaubenden Ästhetik (...).
Die, welche Malick in Cannes ausgebuht haben (...) sind wohl auch nicht mehr
empfänglich für die Läuterung, die am Ende Brad Pitt zugestanden wird und die
Malick wohl am liebsten uns allen auferlegen würde: das Schöne wieder wahrzunehmen
und das Hässliche in sich selbst zu überwinden. Testen Sie doch im Kino, ob Sie
dazu noch fähig sind!“
MOVIESTAR 04/11
„(…) nach dem Anschauen des ersten Trailers (...) ist man (...) sofort gefangen
von den atemberaubenden und atmosphärischen Bildern sowie den vielsagenden Dialogen.
Außerdem ist augenblicklich klar: Hier erwartet uns ganz großes Kino mit Starbesetzung.“
SPACE VIEW 02/11
„Wer Malicks Regie kennt, weiß, dass die Handlung bei ihm nur der Ausgangspunkt
für eine filmische Reise voll visueller Poesie ist."
WIDESCREEN VISION 05/11
„Terrence Malicks Trip punktet mit einzigartigen Impressionen, aber lässt erzählerisch
manche Wünsche offen.“
„Für Hysterie gibt es keinen Grund – weder im Guten noch im Schlechten. In mancher
Hinsicht wird der Altmeister seinem Ruf gerecht. Unterstützt von Douglas Trumbull
(...) entfaltet der einen Bilderbogen kosmischer Vorgänge voll bizarrer Schönheit.“
„Dieser Bewusstseinsstrom steckt voller Einzelmomente, die den Zauber der Kindheit
so dicht und präzise wiedergeben wie selten ein Film. Doch Kinodichter Malick
war nie ein großer Erzähler dramatischer Momenten und verweigert sich noch mehr
als bisher einer Geschichte – und einer befriedigenden Auflösung, ob rational
oder emotional. Das nimmt seiner Odyssee durch Zeit – und Weltraum leider seine
Wirkung.“
WIDESCREEN VISION 07/11
„Das bildgewaltige Familiendrama mit Brad Pitt läuft an. Ganz große Kinokunst!“
BUNTE 25/11
„ein echtes cineastisches Experiment“
„Ein Filmmonster voller atemberaubender Bilder.“
FOCUS 24/11
„Erzählt wird die jahrzehntelange Suche eines Mannes nach dem Sinn des Lebens
– ein Stoff, der uns alle angeht. Erwachsenes Kino, das ohne Vampire, Superhelden
oder Serienkiller auskommt. Eine hoch emotionale und tief traurige Reise in die
menschliche Seele.“
„In diesem Jahr wird nichts Vergleichbares zu sehen sein, vor allem die Naturaufnahmen
sind magisch. Der atemberaubende Bilderrausch wird durch Werke von Brahms, Mahler,
Smetana und den Soundtrack von Alexandre Desplat kongenial untermalt.“
„Der Film kommt mit wenigen Dialogen aus. Umso höher ist die Leistung der Hauptdarsteller
zu bewerten. Allen voran Brad Pitt, der selten so gut war wie hier (…); großartig
ist auch Sean Penn (…). Mehr wollen wir in Zukunft von der feenhaften Jessica
Chastain sehen. Die bislang fast unbekannte Schauspielerin begeistert in der
Rolle der Ehefrau von Brad Pitt.“
„(…) GALA fordert schon jetzt: mindestens acht Oscars für THE TREE OF LIFE!“
GALA 25/11
„Brad Pitt! Sean Penn! Da erwartet man Popcorn-Kino. Doch THE TREE OF LIFE ist
trotz Starbesetzung alles andere als das: 138 Minuten lang entführt uns dieses
wortkarge und bildgewaltige Kunstwerk in die Welt einer fünfköpfigen texanischen
Familie in den Fifties – eine Welt der Poesie, Rätsle und Traurigkeit. Eine Story
im klassischen Sinne gibt es nicht, dafür kunstvoll verwobene Episoden übers
Erwachsenwerden, über Sinnsuche, Schmerz und Trauer. Für experimentierfreudige
Zuschauerinnen!“
GRAZIA 25/11
"Brad Pitt im Rausch der Bilder"
"Der rätselhafteste Film des Jahres"
"ein magisches Kinoerlebnis, das sämtliche Konventionen sprengt"
OK! 25/11
„kosmisches Kino-Abenteuer“
„kühn auftrumpfende(r) Film“
„Malick spielt Gott und lässt uns in der größtmöglichen Rückblende
der Kinogeschichte zusehen, wie die Welt entsteht – eine wahrhaft
herrliche Sache, dieser Big Bang -, und er durchmisst dann in einem
phantastischen Bilderstrom die Jahrmilliarden, bis er endlich sein
Sehnsuchtsziel erreicht: Mitte der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts
die sommerlich schläfrige Kleinstadt Waco in Texas (...).“
„Malick erzählt keine Geschichte; er will keine Kausalität, wie sie
ein wohlkonstruiertes Drehbuch angelegt hätte; er scheut alles Dramatische.
Er beschwört die Welt der O’Briens, indem er in unerschöpflicher
Fülle Momente gelebten Lebens vor uns ausbreitet, mit einem so wunderbar
offenen Blick für Details, dass das Alltägliche den Glanz des Einzigartigen
gewinnt – begleitet von flüsternden, fragenden, raunenden Erinnerungsstimmen
und getragen von einem Klangteppich, der sich vorwiegend aus der
Symphonik und Sakralmusik des späteren 19. Jahrhunderts speist. Eine
Beschwörung des Unwiederbringlichen (...). (...) Malick (...) scheut
Schönheit nicht, sondern schwelgt in ihr. Keine Großproduktion seit
Kubricks 2001 hat sich wie dieser Film in ein kosmisches Universaldelirium
aufgeschwungen, und kaum einer ist so feinnervig in die mikrokosmische
Intimität einer Kleinfamilie eingetaucht. Welche innere Notwendigkeit
aber verbindet das eine mit dem anderen? Wem nicht genug ist, dass
man hier zwei tolle Filme für einen kriegt, dem hilft über diese
Frage hinaus nur der Glaube. (...) Hinterher, aus dem Kino kommend,
mag man den Kopf schütteln über so schöne hirnverbrannte Hybris,
vorher jedoch, wenn man ins Kino geht, gilt: Widerstand wäre zwecklos.
Man muss sich von Malick überwältigen lassen.“
DER SPIEGEL 24/11
„Malick verknüpft virtuos die Erinnerungen eines Architekten an seine
Vorstadtjugend und den strengen Vaters mit der Entstehung des Universums.
Es geht um Mikro- und Makrokosmos, Natur und Spiritualität, und irgendwann
tauchen sogar Dinosaurier auf. Ein Film zum Wundern.“
Wertung: Gut
STERN 25/11
„In TREE OF LIFE treibt Malick auf die Spitze, woran er sich in all
seinen vier Vorgängerfilmen schon versuchte: Eine Erzähl-Verschmelzung
von Makro- und Mikrokosmos.“
„Ja, man kann die Buhs verstehen. Gerade im letzten Stück seines
Films strauchelt Malick zu einem Erlösungsszenario hart am Esoterik-Kitsch.
Und mal ehrlich: Mussten die Saurier sein? Und das ganze Universum
und Gott gleich dazu? Das Paradox ist doch: In den Filmen, in denen
Malick das weniger explizit formuliert, weniger dezidiert in Bilder
fasst, offenbart es sich weitaus prägnanter, dieses Wunder des Lebens
und der Schönheit. Diese allerdings besticht hier nun in jenen Passagen
der Handlung, in denen Malick, gleich einem Kino-Rousseau, Kindheit
zelebriert als Zustand der Unschuld und somit Harmonie. Und den Verlust
dieser Unschuld als seltsam entkörpertes Schweben, als Abschiedstanz
aus Licht, Bewegung, Musik und Worten. Schönheit allenthalben. Man
muss nur sehen können. Malick zeigt, wie es geht.“
PLAYER 06/11
(gemischte Besprechung)
„Zuerst überrascht das Format des Films. Nach den Festivalberichten
konnte man einen Cinemascope-Film erwarten. Doch TREE OF LIFE ist
im amerikanischen Standardformat 1:1,85 (...) gedreht. Das erweist
sich als eine gute Wahl, denn Terrence Malicks neues Werk ist ein
erstaunlich persönlicher, ein geradezu intimer Film. Denn neben den
spektakulären Nahaufnahmen erzählt er mit einer bewegten, aber nie
wackeligen Kamera von einer amerikanischen Familie in den 60er Jahren
(...). (...) Die Kamera bleibt nah an den Personen, wird aber nie
aufdringlich. Zärtliche Nahaufnahmen, intensive Familienbilder, wie
man sie noch nie im Kino gesehen hat. Es könnte ein filmisches Tagebuch
sein, beinahe ein Experimentalfilm. Dazu setzt Malick eine sakrale
Musik ein, die den Zuschauer bewegt. (...) Eine tiefe Sehnsucht nach
den Tagen der Kindheit erfüllt den Film, auch wenn Jack manchmal
den Vater bis zur Mordlust hasst. Malick verklärt Jacks Kindheit,
und er demontiert wiederum diese Verklärung. Er zeigt eine ambivalente
Erinnerung an die eigenen Kindertage, die die meisten von uns herumtragen.
Wie immer bei ihm geht es auch um die Raubtiernatur des Menschen
und um die Möglichkeit diese zu zähmen. (...) Terrence macht das
Kino zur Kirche. Das ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, doch
Malick hält überzeugende filmische Argumente parat. (...) THE TREE
OF LIFE hat mich jedenfalls berührt wie kein zweiter Film in diesem
Jahr.“
STRANDGUT 06/11
„Kitsch oder Filmkunst? Der neue Film des Hollywood-Sonderlings und
Cannes-Gewinners Terence Malick wird zu Debatten führen (...).“
„Die vertrauten Fragen nach Gnade und Schuld stellt (Malick) hier
bei der Beschreibung einer amerikanischen Kindheit in den Sixties.
Jedes fassbare Klischee wird dafür genutzt, gleichzeitig aber so
weit romantsiche überhöht, dass man beim Zusehen doch den eigenen
Sarkasmus vergisst (...). (...) Um diesen kargen Plot herum breitet
sich diesmal mehr aus als nur eine zugehörige Naturidylle. Hier bekommt
man die Evolutionsgeschichte, den Wohnort der Seelen, das Leben nach
dem Tod gezeigt, und da wird es mit der Hingabe an die Schönheit
dann schwierig. Zwischen Lava, fallenden wassern und Wolkenformationen
ließe sich erneut von donnerndem Pathos sprechen, diesmal mit dem
ganzen digitalen SFX-Donner, den das dritte Jahrtausend zu bieten
hat. Andererseits hat so ein Bad im Kitsch noch nie geschadet. Denn
es versüßt uns unseren Blick auf die Welt, und vielleicht hat er
das sogar nötig.“
SZENE HAMBURG 06/11
„Herausragend“
„ein filmisches Weltgedicht“
„Der Cannes-Gewinner TREE OF LIFE ist eine mythopoetische Bildersymphonie
über Anfang und Ende der Welt. Das maßloseste Homemovie, das je gedreht
wurde.“
„Malicks Film hat in jeder Hinsicht ein Format, das im Gegenwartskino
einzigartig ist. THE TREE OF LIFE ist unbescheiden im Anspruch und
furchtlos in der Kombination von alttestamentarischen Texten mit
Bildern betörender, alltäglicher Schönheit: Die Geburt und das langsame
Erwachen des Bewusstseins der drei Kinder einer anfänglich idealtypisch
erscheinenden Familie der amerikanischen 1950er-Jahre filmt und montiert
Malick als assoziativen Bilderstrom, dem man anzusehen meint, dass
die Kamera wie ein stiller Zeuge tagein, tagaus zwischen diesen Menschen
gelebt hat. THE TREE OF LIFE ist ein maßloses Homemovie, gedreht
mit 34 Millionen Dollar Budget und Hollywoodstars wie Sean Penn und
Brad Pitt, die gemeinsam mit Jessica Chastain und den drei großartigen
Kinderdarstellern die Erinnerungslandschaft ihres Autors und Regisseurs
zum Leben erwecken.”
„(D)ie Metaphysik von THE TREE OF LIFE, abwechselnd bierernst und
verspielt inszeniert, ist nicht einfach die Illustration eines vorgelagerten
heiligen Textes, auch wenn die Bibel und das Buch Hiob (...) erst
einmal den hohen Ton angeben. Vorbereitet wird damit nur die Übersetzung
in ein überraschend privates Format. Der Lohn dafür – abgesehen vom
schieren Vergnügen, einem Regisseur zuzusehen, wie er in einem Familienfilm
zwischendurch die Evolution vom ersten Protein in der Ursuppe bis
zum Erscheinen der Wirbeltiere nacherzählt – ist eine zunehmend komplexe
Saga, die das Allgemeine viel eher aus dem Einzelnen ableitet als
umgekehrt. Diese Rückspiegelung ist das eigentliche Spektakel des
Films, der in der Familiengeschichte selbst das giftige Erbe des
Autoritarismus sichtbar macht, das Unglück der Geschlechterrollen
und die unterschwellige, endemische Gewalt, die die Kriege Amerikas
in die Familien hinein- und aus ihnen heraustragen. Nie sind die
Szenen eindeutig, immer mehr wird THE TREE OF LIFE zum Vexierbild
(...). Wie Malick sich mit seiner eigenen Geschichte und seinem episkopalen
Glauben versöhnt, mag nicht jedermann etwas angehen, aber den Versuch,
das eigene Verhältnis zur Welt, zur Familie, zum Leben überhaupt
so ausgreifend wie möglich zu beschreiben, kann man auch als Atheist
oder Agnostiker wertschätzen, so offen ist er für die Projektionen,
die man selbst darauf werfen will. THE TREE OF LIFE ist am Ende der
Film, den man sich selber macht.“
TIP BERLIN 13/11
„(…) Berührend und aufregend ist, wie Malick das erzählt, zwar mit
einer gewissen Chronologie, aber nur zusammengesetzt aus sprunghaften,
kurzen Szenen, etwa so, wie uns verlorene Erinnerungen plötzlich
durch den Kopf schießen. Es gibt praktisch keine Dialoge, dafür einen
unentwegten Monolog der Figuren, der einen hypnotischen Effekt entfaltet.“
„Das grandiose Ergebnis ist, man muss es pathetisch sagen, nichts
weniger als das Leben selbst: Ereignisse, die sich zu keinem geschlossenen
Bild fügen, blitzartige Eindrücke, die im Nachhinein dem Einfach-nur-so-Geschehenen
eine scheinbare Dramaturgie und damit Sinn verleihen, alles nur eine
stetige Bewegung voran. Der Baum des Lebens, im Wachstum, mit seinen
endlosen Verästelungen in alle Richtungen. Leider hat es Terrence
Malick dabei nicht belassen. Jack tritt wieder auf, diesmal als Erwachsener
(Sean Penn), und forscht seinem früheren Ich nach, bis er sich und
seinen Eltern noch einmal am Strand begegnet, umgeben von unzähligen
Menschen, die durcheinander wandern. Das ist zu viel: Man merkt die
Absicht und ist verstimmt. Trotzdem: THE TREE OF LIFE ist eine großartige
Filmerfahrung, ein würdiger Gewinner der Goldenen Palme von Cannes
2011. Mehr Selbstversenkung als Spielfilm, Kino aus dem Geist (wenn
auch nicht dem Stoff) von Marcel Prousts „Auf der Suche nach der
verlorenen Zeit“.“
Wertung: Zum Niederknien
ZITTY 13/11
„(…) Filmruine, die umwabert ist von christlich-katholischem Esoterik-Kitsch.“
„Am Ende weiß man, Malick hätte sich auf den Kern konzentrieren sollen:
die weiße Familiengeschichte in den 5oer Jahren (…) Wunderbar ist
man als Zuschauer eingewoben, erlebt die Strukturen aus der naiv-bewundernden,
gleichzeitig hellsichtig-intuitiven Perspektive der drei Söhne. So
gelingt Malick ein Familien-Splitter-Porträt, das wie eine Familienaufstellung
jeden Zuschauer mit eigenen Kindheitserfahrungen konfrontiert und
aktiviert zum persönlichen Ergänzen. So wird jeder einen anderen,
aber immer starken Film erleben. Das ist lebendige Kunst.“
Wertung: 20 Grad
ABENDZEITUNG 16.06.11
"überwältigendes Meisterwerk"
"THE TREE OF LIFE ist über lange Strecken ein purer Film. Dieses
Leben im Schnelldurchgang atemberaubend schöner Bild- und Ton-Collagen
polarisiert extrem. (E)ein(e) großartige Schöpfung, die in zahlreichen,
oft mitreißenden Momenten viele Möglichkeiten zum Genuss und zur
Interpretation anbietet."
AUGSBURGER ALLGEMEINE 16.06.11
„Überwältigende Fabel über die elementaren Dinge des Lebens. (…)
Auch in seinem jüngsten Film liegen die meisten zu Füßen, und in
Cannes gab es für sein anstrengendes, aber imposantes Drama die Goldene
Palme. Brad Pitt hat man schauspielerisch noch nie so gut gesehen,
und die Bilderflut, mit der Malick seine Fabel über die elementaren
Dinge des Lebens skizziert, ist schlicht überwältigend. Allerdings
wirkt sein Epos zuweilen etwas überfrachtet, und den Schlenker zu
den Sauriern hätte sich der Meister ersparen sollen. Denn die Familiengeschichte,
die Malick hinter all der dicken Symbolik erzählt, ist wirklich berührend.“
Wertung: unbedingt ansehen
BERLINER KURIER 16.06.11
"Eine filmische Offenbarung"
"Es ist eines der ungewöhnlichsten Werke des Kinojahres (...)."
"Bildgewaltiges Drama"
"Vergessen wir alles, was wir über Kino wissen. Oder vom klassischen
Erzählkino erwarten. Terrence Malick erzählt in TREE OF LIFE schon
eine Geschichte, aber er holt dazu weit aus (...). Und er zwingt
alles in Bilder, die wir noch nie gesehen haben, und in einen Bewusstseinsstrom,
der mehr an Gedankenblitze erkennen lässt als an den gewöhnlichen
Kinoplot. Wer jetzt nicht abgeschreckt ist, den erwartet eine cineastische
Offenbarung. Eine allerdings, die dem Zuschauer viel Konzentration
abnötigt - und die Bereitschaft, sich auf eine Seelenwanderung einzulassen."
"Ein orgiastischer Bilderrausch (...)."
"(...) Brad Pitt, der mit diesem gutmütigen und doch so hartherzigen
Familienoberhaupt eine seiner stärksten Leistungen erbringt (...)."
"(...) eine große, großartige Reflexion über die Kindheit, ein
Requiem des verlorenen Lebensraums."
BERLINER MORGENPOST BERLIN LIVE / WELT KOMPAKT 16.06.11
„(...) Terrence Malick fasst den Kosmos in einen Film, wie es ihn
noch nicht gab“
„Die Natur ist in TREE OF LIFE ebenso atemberaubend schön dargestellt,
wie die Akte der Gnade betörend inszeniert sind.“
„(...) diese(s) überwältigend(e), seltsam(e), hochfeierlich(e), wortkarg(e)
und an Ausdruck reiche(s) Monstrum von einem Film.“
„Nicht wenige Besucher der Premiere empfanden die dauerhafte Erhabenheit
und All-Bezogenheit dieses Films als problematisch, sprich: religiös.
Das sagt zunächst nur, wie bedrohlich selbst das bloß vermutet Religiöse
erlebt wird. (...) Wenn man Malicks Film irgendeine Nähe zu Gottestheorien
unterstellen will, dann am ehesten eine zum Pantheismus. (...) Das
gilt es auszuhalten. (...) Es sind große letzte Fragen, die in THE
TREE OF LIFE eher angerissen als gestellt werden: Fragen nach dem
Verlust, der Einsamkeit, dem Geworfensein des Menschen. (...) Doch
Malicks Film ist deswegen noch lange kein philosophisches Traktat.
Vielmehr wirkt THE TREE OF LIFE wie ein funkelnder Hybrid aus zutiefst
lyrischen Bildinstallationen, Melodram und Discovery-Naturdoku-Elementen
auf den Betrachter, der sich bald in eine eigene Welt gezogen fühlt:
Plötzlich ist es nämlich, als gäbe es keine Zeit mehr. Es wirkt,
als geschehe alles gleichzeitig und das ohne Unterlass. Man sitzt
im Kino, verfällt den Bildern und vergisst die Grenzen des eigenen
Leben.“
BERLINER ZEITUNG 15.06.11
„Kino, nicht für jedermann. Sehr lang, sehr zäh, sehr bildgewaltig.
Wer sich darauf einlässt, erlebt eine sinnliche Erfahrung. Wer nicht,
der nicht.“
Wertung: smiley
BILD 16.06.11
„(...) ein Kunstfilm mit radikalen Ideen und metaphorischer Bildsprache“
„Ein Werk, das die Frage der Menschheit im Schema der Dinge aufwirft.
Wunderschön und wundersam.“
BILD AM SONNTAG 12.06.11
„Hochgelobt und doch nur etwas für Cineasten, die auf Wispern und
Raunen stehen“
„Erinnern Sie sich an die letzten zehn Minuten von „2001 – Odyssee
im Weltraum“, ab da, wo es total kosmisch wird? Genauso ist THE TREE
OF LIFE: Eine Abfolge von überbelichteten Filmbildern. Ohne echte
Dialoge, dafür getragen von mysteriösem Geraune und gewisperten Monologen.
So meditativ und symbolträchtig, dass der Mann neben mir nach 20
Minuten einschlief.“
B.Z. 16.06.11
"anstrengendes, aber imposantes Drama"
"Brad Pitt hat man schauspielerisch noch nie so gut gesehen,
und die Bilderflut, mit der Malick seine Fabel über die elementaren
Dinge des Lebens skizziert, ist schlicht überwältigend. Allerdings
wirkt sein Epos zuweilen etwas überfrachtet und den Schlenker zu
den Sauriern hätte sich der Meister ersparen sollen. Denn die Familiengeschichte,
die Malick hinter all der dicken Symbolik erzählt, ist wirklich berührend."
EXPRESS 16.06.11
"Der Film gleicht einem Drogentrip: Er öffnet den Blick für
die Wunder des Universums, doch irgendwann betet man, dass er endlich
aufhört. (...) Wer sich auf das neue Werk des Arthouse-Regisseurs
einlässt, braucht Sitzfleisch, Sinn für Naturaufnahmen und Frustrationstoleranz
gegenüber esoterischen Bildsymbolen. Als Belohnung winkt ein hochkarätig
besetztes Familiendrama."
FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND 16.06.11
„Was Malick hier zeigt, sind keine traditionellen Seelenlandschaften
mehr, die das Innere ins Außen spiegeln, den Mikro- in den Makrokosmos
und umgekehrt. Leider sieht es eher so aus wie recycelte Sequenzen
aus UNSERE ERDE oder UNSERE OZEANE: sehr eindrucksvoll, ja, ein bisschen
seinsfromm auch, aber vor allem sehr disparat, wenn man diese Bilder
(...) mit der Familiengeschichte zu verknüpfen versucht. Die scheinbar
beiläufigen Zwischenschnitte, die in Malicks früheren Filmen mal
Nick Noltes gewaltig angespannte Nackenmuskeln in ein Stück belebte
Natur verwandelten, mal ein Käfer in extremer Nahaufnahme fixierten,
waren keine illustrativen Abschweifungen; sie bildeten einen organischen
Bestandteil des Films und seiner assoziativen Erzählweise. In TREE
OF LIFE jedoch hat Malick dieses Verfahren weiter getrieben als bisher,
so weit, dass man am Verfahren selber zweifeln muss. Das Problem
ist dabei nicht, dass Dialoge und Handlunge so zusammengestrichen
sind, bis kaum mehr etwas bleibt (...). Die Kindheitsbilder, denen
Kitsch nachzusagen nicht gerade weiterbringt, haben ja durchaus etwas
Berührendes. Und der Rhythmus, in dem sie montiert sind, ist plausibel.
Man hat bloß den Eindruck, Malick habe das nicht gereicht, da musste
nicht nur der Urknall her, sondern auch noch das Ende aller Zeiten,
das wie eine Salzwüste aussieht (...). Da musste halt, wie Heidegger
geraunt hätte, mehr Sein her und nicht blos Seiendes. Wie beides
zusammenpassen soll weiß der Film ganz offenbar selber nicht (...)
In seiner gravitätischen Tonlage, in seiner demütig-frommen Haltung
(...) behauptet Malick zumindest, dass es da irgendeinen Zusammenhang
gebe. Aber man fragt sich natürlich schon, angesichts eines Bilderstroms,
dem man sich oft nur schwer entziehen kann, ob das nun alles nötig
war; ob es nicht, wenn man im Kino schon unbedingt von den ersten
und letzten Dinge erzählen will, völlig ausreicht, wenn sich da ein
schwaches Spiegelbild, eine Spur des Makrokosmos im Mikrokosmos zeigt;
ob da nun etwas war oder am Ende vielleicht doch eher nichts?
FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG 12.06.11
„In Terrence Malicks THE TREE OF LIFE liegen Genialität und Banalität
dicht beieinander.“
„Dies ist ein Film, der anders ist, als jeder andere. Das allein
ist genug für eine Goldene Palme. Andererseits: Für jede genialische
Passage darin findet sich mindestens eine banale. (...) Wahre Explosionen
des Ausdrucks sind da zu erleben, doch welch ein Ballast an Überflüssigem
wird mit in die Luft geschleudert.“
„Da Malick der Figur (des Vaters) nur wenige Dialogzeilen schrieb,
muss Pitt die meiste Zeit mit einer verbissen hochgezogenen Unterlippe
auskommen. (...) Aber auch die idealisierte Frauenfigur ist ein Problem,
auch wenn die talentierte Jessica Chastain das Gewünschte wortlos
zu vermitteln vermag. (...) Geradezu sträflich vernachlässigt wirkt
die Gestaltung der Filmkinder. Malick lässt sie über Wiesen tollen,
zu Charakteren werden sie dabei nicht. (...) Andererseits rufen viele
von Malicks Montageszenen (...) auch Glücksgefühle hervor: Der weitgehende
Verzicht auf die digitalen Effekte nimmt die visuellen Experimente
der Filmavantgarde der 60er Jahre auf.“
FRANKFURTER RUNDSCHAU 15.06.11
„(...) ein Film, der niemanden kaltlässt.“
„Terrence Malick versucht in seinem kosmischen Epos THE TREE OF LIFE
nichts Geringeres, als den Sinn des Lebens zu fassen (...). Keine
Frage, dieser Film wird das Publikum spalten: Einerseits ist er unerträglich
sperrig und anstrengend, andererseits ist es bombastisches, bildgewaltiges,
mit großen Stars besetztes Kino. (...) Man darf sich nicht wehren,
kann sich nur der transzendenten Schönheit der Bilder ergeben. Alles
wird später einen Sinn ergeben. "The Tree of Life" ist
ein Film wie ein Urknall. (...) Malick versuchte mit so wenig Computerbildern
wie möglich zu arbeiten. Zusammen mit Douglas Trumbull, der schon
die visuellen Effekte in Stanley Kubricks Klassiker A SPACE ODYSSEY
schuf, experimentierte Malick in einem Labor mit fluoreszierenden
Farbstoffen, Chemikalien oder Milch. Die prätentiöse Hybris des Regisseurs,
der mit dem Chemiebaukasten Gott spielt, kann man verspotten - schöner
ist es, sich ihr zu ergeben. (...) Am Ende führt Malick mit etwas
zu viel Pathos all seine Charaktere wieder zusammen. Wer den Kinosaal
noch nicht verlassen hat, sieht sie, aus allen Zeitebenen herausfallend,
am Wasser aufeinandertreffen. Die Antwort auf die Frage nach dem
Sinn allen Lebens scheint greifbar. Malick spricht sie nicht aus
- zum Glück. Der Zuschauer muss sie selbst in den wundersamen Bildern
finden. Aber sie ist da.“
HAMBURGER ABENDBLATT 15.06.11
„Malick entwirft vor unseren Augen eine Geschichte des Mikro- und
des Makrokosmos in einem opulenten Bilder- und Farbenrausch, wie
man ihn so im Kino wohl noch nie gesehen hat. Farbimpressionen, der
Pferdekopfnebel, eine überraschende Begegnung mit Sauriern. Vor allem
aber ist dieser Film auch eine Sinnsuche.“
„THE TREE OF LIFE ist ein sakraler Film, der daran erinnert, dass
dieser Regisseur, der Philosophie studiert hat und ein Fan Heideggers
ist, sich auch in seinen Filmen mit ganz großen Fragen beschäftigt.
Welchen Platz hat der Mensch in der Natur, wie vergänglich sind wir
und ist sie? Der rauschhaften Wirkung der Filmbilder steht an manchen
Stellen die Filmmusik entgegen. Naturbilder, untermalt von Smetanas "Moldau" -
da kommt man sich dann doch vor wie in der TV-Werbung und nicht unbedingt
wie in der guten. Erhabenes und Kitsch sind eben manchmal nicht weit
voneinander entfernt.“
HAMBURGER ABENDBLATT HAMBURG LIVE 16.06.11
„Bei THE TREE OF LIFE betätigt er (Malick) sich nun als Priester,
Philosoph, Wissenschaftler und Esoteriker zugleich. So wird aus dem
Film eine Symphonie, die statt aus Tönen aus Impressionen, Gedankensplittern
und Erinnerungsfetzen besteht. Malick belässt es nicht bei einer
Geschichte über eine Familie in den 1950ern, er will nicht weniger
als gleich dem gesamten Universum auf den Grund gehen. Das ist so
anders als alles bisher Dagewesene, dass es kaum verwundert, dass
THE TREE OF LIFE bei seiner Uraufführung bei den Filmfestspielen
von Cannes zugleich Buhrufe erntete und den Hauptpreis abräumte.“
„Wer auf die assoziative Bilderreise einsteigt, wird mit einem cineastischen
Urknall entlohnt. Wer hingegen nach 15 Minuten noch nicht im Film
drin ist, sollte sich die verbleibenden zwei Stunden besser sparen.“
HAMBURGER MORGENPOST PLAN 7 16.06.11
"An Malicks Film wird sich künftig jeder Filmemacher messen
müssen, der den ernsthaften Versuch wagt, sich mit dem Wesen der
Kindheit auseinanderzusetzen. Vom Entdecken der Welt über das Ertasten
der unmittelbaren Umgebung, die ersten Schritte, Träume und Ängste
bis hin zur Auslotung der Grenzen und der Entdeckung der Scham findet
Malick erhabene Bilder, die weniger verstanden als erfühlt werden
wollen. (...) Man mag vom weiten Bogen, den Malick spannt, halten
was man will. Der 67-jährige Meister riskiert viel und macht sich
mit seinen großen Zielen angreifbar. Dabei beweist er jedoch einen
Mut zum ganz großen Wagnis, zum Pathos und zum Scheitern, der sich
kaum kleinreden lässt. Malicks Lebensbaum ist schlicht 'too big to
fail' und nimmt ohne Widerworte im cineastischen Olymp zwischen Tarkovskis
DER SPIEGEL und Kubricks 2001 Platz. Er hat es sich verdient. Kein
Weg führt an ihm vorbei."
KÖLNER STADT-ANZEIGER MAGAZIN 16.06.11
"Ist das genial? Oder verquast? Kunst oder Kunstgewerbe? Eine
philosophische Suche nach Urgründen oder tönernes Kopfkino? (...)
THE TREE OF LIFE wuchert gewaltig - und wirkt auf wunderliche Art
zu schwerer Bedeutung gewuchtet. Daran hat sich Terrence Malick wohl
etwas verhoben. Terrence Malick liegt trotzdem über all den Nichtigkeiten,
die das Kino verstopfen. Das Problem: Malick misst sich nur an Malick.
Da fühlt man sich unter dieser gewaltig ausladenden Lebenszeder schon
etwas malade."
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG 16.06.11
"THE TREE OF LIFE ist ein bahnbrechendes Werk über die menschliche
Existenz. Wem Malicks radikale Visionen nicht gefallen, der kann
sich zumindest in der überwältigenden Schönheit seiner Bilder verlieren."
MANNHEIMER MORGEN MAGAZIN 16.06.11
„TREE OF LIFE ist ein Experimentalfilm aus Hollywood, ein Familiendrama
mit CGI-Dinosauriern (die einen ersten Akt der Gnade vollführen).
Es ist ein Versuch, das ganze Dasein, den ganzen Kosmos genauso zu
fassen wie das intimste Detail.“
„(…) Der Film ist beseelt vom Glauben, dass bewegte Bilder Philosophie
betreiben – ach was: verkörpern! – können. Dass Kino ein zugleich
überwältigend sinnliches wie tief denkfähiges Medium sei. Es ist
ein Film, ein Erlebnis wie kein anderes.“
„Bei all seiner Monumentalität und technischen Brillanz ist TREE
OF LIFE doch ein erstaunlich schutzloser Film, in jedem Moment merklich
mit brennendem Herzen gemacht. Er hofft auf ein Publikum, das ebenfalls
Mut hat. Die Augen zu öffnen und zumindest zu versuchen, das Kino,
das Leben, die Welt neu zu sehen. Und er verdient es.“
Wertung: Hervorragend
MÜNCHNER MERKUR / TZ 16.06.11
"großartige und berührende Bilder"
"Es folgt ein mit bombastischer bis schriller (Opern-)Musik
unterlegter bildlicher Überwältigungs-(Kraft-)Akt (...). Es ist der
Höhepunkt von Malicks philosophisch-esoterisch-religiösem Filmessay:
eine Hommage an die Unfassbarkeit der Schöpfung des Seins. Das Staunen
darüber spiegelt sich auch in der Form wider: assoziativ, repetitiv,
pompös und doch voll betörender Landschaften, die mit Symbolen aufgeladen
und überladen sind. Diese missionarische Natur-Zeremonie zeugt sowohl
von einer gehörigen Portion Megalomanie als auch von Chuzpe, einem
Film in Bildern zu komponieren, die herkömmliche Erzählmuster so
konsequent unterwandern. (...) Ob der Zuschauer mit diesem Film auch
sein Seelenheil findet, hängt von seiner Affinität zu Spirituellem
und seinem Willen ab, sich auf Malicks Experiment einzulassen. Ein
filmisches Wagnis ist THE TREE OF LIFE (...) jedoch allemal." NEUES
DEUTSCHLAND 16.06.11
"Malick führt schwere optische Geschütze auf, konfrontiert den
Zuschauer mit einem nicht enden wollenden Bilderrausch (...). (...)
Die Ausdauer, mit der Malick diese Sequenzen in die Länge treibt,
lässt das Staunen irgendwann denn doch der Erkenntnis weichen, dass
hier auch eine gehörige Portion schwülstiger Metaphysik mit im Spiele
ist."
NRZ & WAZ 16.06.11
"wuchtig"
"(…) der filmende Philosoph überfrachtet sein Werk mit Pathos
und Bedeutungsschwere."
"unbestreitbar ein einzigartiger Film"
"Die Kamera, die fast nie stillsteht, entfacht einen Bilder-
und Erinnerungsstrom und führt zugleich tief in die Gefühlswelt der
Kinder (toll: Hunter McCracken als junger, aufbegehrender Jack),
die gerade erst die Schönheit und die Schrecken des Lebens entdecken.
In diesen Sequenzen ist der Film ungemein authentisch und vor dem
Hintergrund des tragischen Todesfalls, der das ganze Werk mit Melancholie
durchzieht, sehr berührend. Doch der Visionär wollte eben mehr erzählen,
die ganze Schöpfungsgeschichte, und überfrachtet den Film mit pathetischem
Bombast und bedeutungsschwangerem Raunen. Am verklärenden Ende mündet
alle Spiritualität in esoterischen Kitsch. Ein Meisterwerk? Nicht
wirklich."
NÜRNBERGER NACHRICHTEN 16.06.11
"Der Regisseur Terrence Malick geht in seinem größenwahnsinnigen
und grandiosen Film THE TREE OF LIFE dieses Wagnis ein: Er will aus
dem Bewusstseinsstrom eines Menschen möglichst viele Bilder, Fetzen
und Klänge fischen und damit über eine Distanz von 138 Minuten abbilden,
was in unseren Köpfen vorgeht, wenn wir uns erinnern."
"brillant: Brad Pitt"
"Der Zuschauer, der sich auf diese Art der Welt-Wahrnehmung
einlässt, erlebt Momente großer Wahrhaftigkeit. Sicher ist THE TREE
OF LIFE in vielen Einstellungen zu gravitätisch, mancher Effekt ist
kosmischer Schwulst, und bestimmt hätten Kürzungen gerade in den
Passagen, in denen eine Stimme aus dem Off zu bedrohlich wabernden
Lichtgeilden philosophische Fragen formuliert, gut getan. Aber Malick
bleibt auch im Augenblick größter Künstlichkeit präzise, er macht
sich die ästhetische Uneinheitlichkeit der Produktion zunutze. (...)
Und tatsächlich ist gerade in sich mitunter selbst widersprechenden
Bedeutungschaos dieses Films die Wahrheit verborgen. Jedenfalls hat
im Kino noch niemand eine derart genaue Entsprechung für das gefunden,
was uns ausmacht."
"THE TREE OF LIFE ist die Summe von Malicks Werk. Der Film nimmt
sich zeit, er landet wie ein Raumschiff im Kinosaal, langsam und
fremd. Es ist eine mitunter kaum zumutbare Meditation, vollkommen
offen, und sein Schluss ist eher eine Unterbrechung als eine Pointe.
Manchen mag das gottweise Geraune, das Pathos der Daseinsschwere
zermürben. Zwischen den Resten dieser Handlung aber schimmert Erkenntnis:
So sind wir. THE TREE OF LIFE ist verrückt und groß, eine Revolution."
RHEINISCHE POST 16.06.11
"Bei aller philosophisch-existenzieller Aufgeladenheit wirkt
Malicks Gegeneinanderstellen von 'männlichen' und 'weiblichen' Prinzip
im Kern dann doch ein wenig banal. Nur selten verlässt die geradezu
schwerelose Kamera von Emmanuel Lubezki die Perspektive des Sohnes
und lässt sich immer wieder mitreißen von kindlichem Ungestüm. Die
Reise in die Vergangenheit wird nicht therapeutisch aufgearbeitet,
sondern folgt der assoziativen Form der Erinnerung. Manchmal hat
man das Gefühl, die Kamera sei direkt im Gedächtnis implantiert -
bis man wieder von den hinein gewisperten Off-Kommentaren herausgerissen
wird, in denen bedeutsame, rätselhafte und triviale Lebensweisheiten
in spirituell-poetischer Verpackung gereicht werden. Das alles macht
aus THE TREE OF LIFE noch längst keinen schlechten Film, sondern
ein kontroverses Kunstwerk, das nicht nach dem Konsens mit dem Publikum
sucht, sondern mit großer, visueller Kraft Gedanken- und Gefühlsgegenden
führen will, die im Kino nicht oder nur selten aufgesucht werden."
SAARBRÜCKER ZEITUNG TREFF 16.06.11
„Kitschig, bedeutungsschwanger und sehr religiös (...).“
„TREE OF LIFE (...) ist (…) eine ganz spezielle filmische Wundertüte:
radikal, überladen, selbstverliebt, protzend, beeindruckend und vor
allem zwiespältig. (...) Und so bleibt ein ungewöhnlicher Film, der
ebenso fasziniert wie verärgert, aber in der heutigen Kinolandschaft
durch seine Einzigartigkeit besticht.“
DER SONNTAG 12.06.11
"Große Filmkunst oder esoterischer Kitsch? Terrence Malick schuf
beides."
"Ein Film soll zu schauen geben, aber zu denken schon auch.
Sind die Gedanken des Regisseurs weniger scharf als naturfromm verblasen,
hintertreiben sie leider das schönste Geschaute. Dann hat der Kinogänger
ein Problem: Er jubelt - und seufzt verärgert dem Abspann entgegen.
Genau so könnte es ihm jetzt mit Terrence Malicks TREE OF LIFE gehen,
jenem lichtdurchfluteten Monumentalwerk, das zu den erwartungsvollsten
Ereignissen der Kinogeschichte gehört."
"Malicks Regie: betörend, irrwitzig, mit Bildern, allesamt prämierenswert.
Nur setzt das antizivilisatorische Sentiment falsche Akzente. Und
das Gewisper, weniger christenmenschlich als pantheistisch verquast,
geht arg auf die Nerven."
STUTTGARTER ZEITUNG 16.06.11
„Achterbahn der Wahrnehmung – Terrence Malicks filmischer Bewusstseinsstrom
THE TREE OF LIFE“
„Ein Film über alles, und man muss, um TREE OF LIFE zu mögen, sich
entweder darauf einlassen, dass der Film tief religiös ist – oder
sehr krampfhaft versuchen, die Idee von den rivalisierenden Mächten,
der Natur und der Gnade, männlicher Herrschsucht und weiblicher Schaffenskraft,
vom Christentum zu löesen. Aber leicht macht es Malick einem nicht
– THE TREE OF LIFE ist einerseits Gedanken- und Erinnerungsstrom,
anderersiets aber ein langes Gebet. So richtig folgen kann man Malick
nicht immer, aber dass es Raum gibt für Interpretation und Projektion,
ist sicher Teil seines Plans – so kann man durchaus den Abspann eines
Lebens darin sehen, das, was an einem Sterbenden vorüberzieht. THE
TREE OF LIFE ist ein Nebeneinander von Genie und Wahnsinn (...).
Wie immer man dazu steht, selbst wenn man nichts anfangen kann mit
der Welt- und Gottessicht, wie Terrence Malick sie hier zelebriert
– dann muss man immer noch mit Staunen anerkennen, wie er das gemacht
hat. Die Gedankenfetzen, die Malick zeigt, sind für sich genommen
einfach unfilmbar, die emotionalen Fragmente unspielbar. (...) Man
kann daran zweifeln, ob das wirklich eine ideale Form des filmischen
Erzählens ist – die Kamera ist permanent in Bewegung, viel mehr,
als man es beim tatsächlichen Sehen ist , und der Film ist so schnell
geschnitten, dass man den Verdacht nicht los wird, Brad Pitt habe
hier den Auftritt seines Lebens absolviert, und man habe es verpasst,
weil ein Gesichtsausdruck lange genug im Bild bleibt, um ihn wirklich
zu betrachten. Aber grandios und überwältigend ist das, was Malick
da gemacht hat, auf jeden Fall. Niemand wird je sagen können, er
habe die Pracht nicht gesehen; er findet sie in allem, was er sieht,
selbst in der Grausamkeit und Verzweiflung und Verlust. Und wenn
Gott die Gesamtheit aller Dinge ist, dann ist auch ein Film göttlich,
und THE TREE OF LIFE ein Stückchen Schöpfung für sich.“
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 15.06.11
„Bis dahin zäumte er (Malick) seine Meditationen über Mensch und
Natur, Unschuld und Sünde, an Erzählsträngen auf. Aber bei TREE OF
LIFE scheint er die lästige Last des Narrativen abwerfen und die
Zuschauer mit philosophischen Reflexionen beglücken zu wollen (…)“
„Diese fragmentarischen Impressionen werden assoziativ aneinandergereiht,
immer mit Sinn für berückende Bilder.“
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG SZ EXTRA 16.06.11
„Die selten im ‚Mainstream’-Kino zu sehenden Bilder in Terrence Malicks
philosophischem und spirituellem Drama unternehmen nichts weniger
als den Versuch, Schöpfung und Evolution mit filmischen Mitteln miteinander
zu vereinbaren. Die Kamera von Emmanuel Lubezki wandert von den Nahaufnahmen
der Kinder und den intimen Familienbildern, die an eine Art Familienalbum
erinnern, in die unermessliche Höhe des Kosmos auf der Suche nach
Sinn, vielleicht nach Gott. Allerdings erreichen die Kosmos- und
Schöpfungsbilder leider selten eine Qualität, die über eine übliche
National Geographic-Reportage hinausgeht. Diese ganz unterschiedlichen
Bilder werden von einem grandiosen Schnitt zu einer Einheit geführt,
aus der zusammen mit der Musik ein meditativer Rhythmus entsteht,
der den kontemplativen Duktus in Malicks DER SCHMALE GRAT noch steigert.“
TAGESPOST 16.06.11
„phänomenales Filmwerk“
„THE TREE OF LIFE ist eine Zumutung, und was für eine! Er ist großartig.“
„(…) Wer THE TREE OF LIFE sieht, weiß, dass Malick zur ersten Gruppe
gehört: Welch kosmische Unordnung, welche Vermischung des Unvermischbaren!
Und es ist – um das gleich noch einmal zu wiederholen – atemberaubend.“
„Malick wollte den Lebensbaum porträtieren, der urtief in die Vergangenheit
reicht und weit in die Zukunft, bis ans Ende aller Tage. Und doch
ist das Bild des Baums zu statisch für das, was hier geschieht. THE
TREE OF LIFE hat die Dynamik und die Konsistenz jenes Films, der
in jedem von uns abläuft, solange wir nicht schlafen oder mit dem
Umstand konfrontiert sind, den Phänomenologen des Alkoholismus „Filmriss“
genannt haben. Es ist ein Bewusstseinsstrom, lauter Schwemmgut der
Erinnerung in Satz- und Bildfetzen, kosmische Spekulation, alte Liedzeilen,
versprengte Zitate neben Alltäglichstem. Aber das alles so, wie es
die Erinnerung eben aufbewahrt: überhöht, im Positiven wie im Negativen.“
TAGESSPIEGEL 14.06.11
„Es ist eine große Meditation über den Anfang und das Ende aller
Dinge geworden, (…) THE TREE OF LIFE ist selbstredend eine Zumutung,
aber welches wirklich große Werk wäre es nicht? Faszinierend, wie
sich der Film immer wieder weitet und zusammenzieht, und jedes Mal,
wenn man denkt: Jetzt stürzt er ab, findet er einen so traumsicheren
Übergang, etwa von den Sauriern in einen texanischen Kindheitsgarten,
vom Krater des Ätna in die Küche der Mutter. (…) Manch einer mag
sich religiös bedrängt vorkommen, aber dieser Baum wächst auch ohne
Gott. (…) Eine großartige Zumutung.“
TAGESSPIEGEL TICKET 16.06.11
"Es dürfte der kontroverseste Film dieses Kinojahres sein (...)."
"Das hier strebt nicht nach Schlusspointe und Abspann, das hier
strebt nach Ewigkeit, will Kunst sein und ist es auch, ein Rätsel
von langer Haltbarkeit, eine Bildersinfonie, ein langes Gedankenspiel,
ein totgesagter Park, der Kino heißt und Wunder schafft und unsere
Welt, so wie wir sie erinnern. Und wir schauen und staunen. Oder
stöhnen."
"(...) TREE OF LIFE ist neben allem anderen auch eine perfekte
Gedächtniserzählung. Und das perfekte Porträt pubertärer Gefühls-
und Körperverwirrung, eine Geschichte von beginnender und fehlgehender
Mannwerdung. (...) Hunter McCracken ist fantastisch. Er liefert sich
mit dem diesmal ebenfalls sehr fantastischen Brad Pitt ein Duell
der Zerrissenheit. Und gewinnt."
"So schön kann Hybris sein, so schön. Muss man ja nicht immer
haben, aber manchmal. Und dann befreit es Auge und Herz."
DIE WELT 16.06.11
"bildgewaltige(s) Familien- und Schöpfungsdrama"
"Leider driftet die Inszenierung gelegentlich in Kitsch und
die religiöse Botschaft der Esoterik ab."
WESTFALENPOST / WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU / NRZ / WAZ 16.06.11
"(...) und wieder einmal scheiden sich an diesem Regisseur die
Geister."
"Die Bilder sind auf großartige Weise beklemmend, und sie sind
es deshalb, weil sie die bürgerliche Kälte nicht einfach zeigen,
sondern weil die Bilder selbst traumatisiert sind, ästhetisch gewaltsam,
seltsam kantig und zerschnitten."
"Wie schon DER SCHMALE GRAT ist es ein großer mythologischer
Kitsch, der das Publikum glauben macht, der Weg zum Leben führe über
den Tod, über Opfer und Leid. Gegen Regisseur Terrence Malick ist
Papst Benedikt ein Aufklärer."
DIE ZEIT 16.06.11
„ein fesselnder Film mit atemberaubenden Bildern über das Leben an
sich“
„eine Hymne an das Leben“
„philosophisch, bilderstark, emotional“
ARD Mittagsmagazin 09.06.11
FILMESTSPIELE IN CANNES
TV
„Und doch hat die Jury wieder alle überrascht und einen Film prämiert,
der stark polarisiert hat.“
ARD TAGESTHEMEN 22.05.11
„Magische Bilder, wunderbare Reflexionen.“
„Die Herrlichkeit der Dinge, das Wunder des Daseins. Danach sucht
dieser Film. Nebenbei: ein wunderbares Portrait der Kindheit.“
„Es geht ums Ganze in "Tree of Life". Vom Anbeginn der
Zeiten bis in alle Ewigkeit. Das ganz Große im ganz Kleinen. Ein
Film über die Sehnsucht der Menschen nach etwas Göttlichem – und
die Zweifel daran.“
ARD TTT 22.05.11
„Bildgewaltiges, spirituelles Filmepos“
ZDF HEUTE 16.05.11
„Eine spirituelle Reise“
„Voller geheimer Sinnbilder“
„Malick verbindet das Schicksal des Einzelnen mit dem großen Ganzen.
Es geht um nicht weniger als die Entstehung des Universums. Bilder
wie Gemälde – so rätselhaft wie ihr Schöpfer, der große Unsichtbare
des US-Kinos.“
„Eine philosophische Meditation, die leider allzu überladen und bedeutungs-schwanger
den Zuschauer zu erdrücken droht. Ein Film, der polarisiert: Applaus
und Buh-Rufe in Cannes.“
Sabine Schultz, ZDF HEUTE JOURNAL 16.05.2011
„Ein Mammutwerk, an dem sich hier in Cannes die Geister scheiden.“
„Für die einen das ultimative Meisterwerk, für die anderen überfrachteter
Größenwahn. In jedem Fall ein außergewöhnlicher Film. Ein bildgewaltiges
Epos. Trotz aller Kritik ein würdiger Preisträger.“
ZDF HEUTE JOURNAL 22.05.11
PRINT
„Ein christlich-katholischer Esoterik-Kitsch“
„Hier sind großartig spontane Lebenssplitter entstanden, die den
Zuschauer zum Ergänzen und eigenem Verstehen anregen, ehe der Film
sich wieder in peinliche Jenseitsvisionen verliert.“
Adrian Prechtel, AZ 17.05.11
„Überzeugen konnte der Film die Jury, weil er wie eine psychologische
Familienaufstellung mit Erinnerungsepisoden funktioniert – ohne Gut
und Böse, zum Teil gedreht aus Kinderperspektive. So gerät jeder
Zuschauer in eine Selbstbefragung, so dass das Kinoereignis über
den Abspann hinaus wirkt.“
Adrian Prechtel, AZ 23.05.11
„Die (die Goldene Palme) ging an "The Tree of Life" von
Terrence Malick, was einerseits erwartet wurde und dennoch eine Überraschung
war. Schließlich gilt Robert De Niro nicht gerade als avantgardistischer
Jury-Präsident; bei ihm könne jeder Wettbewerbsfilm die Goldene Palme
gewinnen, hörte man während des Festivals immer wieder. Es gewann
indes der extremste und umstrittenste Film: eine zweieinhalbstündige
Kosmologie, in die das Drama einer Familie so eingewoben ist, dass
sich Seinsfragen im All-Zusammenhang stellen. Eine Art sinfonisches
Werk. Bilderstürmer Malick hat längst seine eigene Kirche gebaut.“
Anke Westphal, BERLINER ZEITUNG 24.05.11
„Gestern stellt Brad Pitt (47) seinen Film THE TREE OF LIFE von US-Regisseur
Terrence Malick vor. Die Reaktionen? Frenetischer Beifall. Und Buhrufe.
Worum’s geht? Das ist bei „Intelektuellen-Kino“ ja schwer . Um Liebe.
Um Tod. Um alles.“
Sissi Benner, BILD 17.05.11
„Der ambitionierteste Film seit "2001 - Odyssee im Weltraum":
In einer Sinfonie berauschender Bilderfolgen stellt sich Terrence
Malick anhand der Geschichte einer Kindheit in den Fünfzigerjahren
den großen Fragen des Wunders Leben. Selbst, wenn man sich der imposanten
Vision von Terrence Malick nicht verschreiben will und den philosophischen
Überbau seines fünften Films als Regisseur seit seinem Debüt "Badlands" im
Jahr 1973 als prätentiöses, womöglich gar religiös verklärtes Wolkenkuckucksheim
abtut, wird man zugestehen müssen, dass es zu THE TREE OF LIFE, entstanden
in vierjähriger Arbeit, an Ambition, Einzigartigkeit und visueller
Extravaganz im Kino von heute nichts Ebenbürtiges gibt. Filme wie
dieser werden eigentlich nicht gemacht. Nicht einmal in der kreativen
Hochphase des amerikanischen Kinos zu Zeiten des New Hollywood gab
es Vergleichbares. Dass er heutzutage entstehen konnte, wo Film kaum
noch als Kunstwerk sondern als vermarktbares Produkt zu funktionieren
hat, grenzt an ein Wunder. Wenn man denn nach Referenzen für dieses,
in endlosen, perfekt aufeinander abgestimmten Bilderkaskaden (Kamera:
Emmanuel Lubezki) frei fließende Poem über das Wesen der menschlichen
Seele sucht, das nach Ordnung strebt, wo keine Ordnung bestehen kann,
und nach Sinn, wo alle Fragen unbeantwortet bleiben müssen, dann
kann man Kubricks "2001" nennen und vielleicht noch "Koyaanisqatsi".
„THE TREE OF LIFE ist ein einzigartiges Erlebnis, ein kosmischer
Trip, der erfühlt und erspürt werden will und erst dann intellektuell
aufgearbeitet.“
„Sein Streben, in der Auflösung von Zeit und Raum, Sinn zu finden,
eine Quelle der menschlichen Seele, das trägt Züge von Größenwahn.
Aber was für ein Größenwahn! Voll von großer Erhabenheit und unendlicher
Schönheit. 56-mal hintereinander habe Mantovani ein Stück aufnehmen
lassen, erzählt der Vater seinem Sohn Jack in einer gemeinsamen Szene.
Danach habe er gesagt: Ich kann es noch besser. Das Streben nach
Perfektion ist ein ewiger künstlerischer Impetus, wie auch das Bedürfnis
danach, Antworten auf Fragen zu finden und damit Gott näher zu kommen.
Vielleicht also kann es Terrence Malick noch besser. Aber zum jetzigen
Zeitpunkt ist es gut genug. Allemal.
Thomas Schultze, BLICKPUNKT FILM.DE 17.05.11 /
BLICKPUNKT FILM 22/11
„Terrence Malicks THE TREE OF LIFE erkundet in Cannes das Urverhältnis
der Welt.“
„Diese Naturmystik schwappt nun mit elementarer Gewalt von der Leinwand.
Penns jüngerer Bruder stirbt früh, die Mutter ruft in ihrer Verzweiflung
Gott um den Sinn des Lebens an - und Terrence Malick antwortet mit
einem Zitat aus dem Buch des Hiob und der vollstmöglichen Wucht des
Filmemachens.
„Während Malicks Schöpfungsgeschichte eher Sinn betäubend wirkt,
beginnt etwas wirklich Atemberaubendes, sobald er in Brad Pitts Fünfzigerjahrefamilie
ankommt. Er erzählt, wie gesagt, aus der Erinnerung von Sean Penn,
aber so, wie Erinnerung wirklich funktioniert: in Fetzen und Fragmenten.
Es gibt keine durch erzählten Ereignisse, einzig Impressionen, Tupfer,
Berührungen. Das, was für Jungs wirklich zählt, jede nutzlose, laute,
potenziell zerstörerische Betätigung.“
Hanns-Georg Rodek, DIE WELT 17.05.11
& BERLINER MORGENPOST 18.05.11
„Darüber, ob auch "Tree of Life" ein Mainstream-Film ist,
lässt sich trefflich streiten. Malick hat mit Brad Pitt und Sean
Penn zwei der größten Stars der Gegenwart und erzählt, wie so viele
Filme beim 64. Festival zu Cannes, von einem Vater-Sohn-Konflikt.
Er tut dies allerdings mit einem Furor, der einerseits an die naive
Gläubigkeit von DeMilles Bibelepen erinnert, andererseits dezidiert
esoterische Elemente hat.“
Als einer der drei Söhne von Brad Pitts Filmgattin Jessica Chastain
im Teenager-Alter stirbt und sie ein verzweifeltes "Warum?" gen
Himmel schickt, antwortet der Übergott der amerikanischen Filmemacher
mit seinem bisher ehrgeizigsten Vorhaben: Er konstruiert in einer
furiosen Montage aus Natur- und Trickaufnahmen die Geschichte des
Universums vom Urknall über die Formung der Erde und die Dinosaurier,
bis er in seiner Gegenwart ankommt, dem Texas der Fünfzigerjahre,
wo auch Malick aufwuchs.“
„Eine Viertelstunde lang füllt er die Leinwand so mit seiner Version
der Schöpfung, und daran knüpfen sich die Vergleiche mit Stanley
Kubricks "2001", die nun die Runde machen. Bei aller Überwältigung,
die von beiden Filmen ausgeht, muss man sich jedoch fragen, worum
es ihren Autoren eigentlich geht. Kubrick malt, trotz seines Untertitels "Odyssee
im Weltraum", mit breiten Strichen ein Gemälde von der Evolution
der Menschheit durch die Jahrtausende.“
„Bei Malick erschließt sich der Sinn des Unternehmens nicht so richtig.
Wenn man einen Vater-Sohn-Konflikt schildern möchte, warum dann beim
Urknall beginnen und dem Erlöschen der Sonne enden? Will man hingegen
die Geschichte des Universums beschreiben, was hat darin eine texanische
Kleinstadt zu suchen? Die Gegenüberstellung des Mikrokosmos der Familie
und des Makrokosmos der Ewigkeit, die auf Drehbuchpapier verheißungsvoll
ausgesehen haben mag, ist das Problem des "Tree of Life".
Jeder der beiden Teile ist für sich genommen brillant, aber ihre
erzwungene Verzahnung war wohl der Grund, warum die erste Vorführung
vor der Presse in Cannes in mehr Buhen als Klatschen endete. Die
Cannes-Jury hingegen hat die Kühnheit eines Versuchs gewürdigt, den
weder die Multiplexfutter-Lieferanten aus Hollywood, noch die Arthaus-Versorger
aus Cannes jemals gewagt haben.“
Hanns-Georg Rodek, DIE WELT 24.05.11
„(…) Vor allem aber ist der Film mit Brad Pitt eine visuelle und
intellektuelle Orgie allererster Güte. Das Spektrum seiner fantastischen,
abgefahrenen Bilderwelten wechselt dabei spielerisch vom Urknall
zur Entstehung des Lebens und vom Einzeller zum Saurier.“
Dieter Oßwald, FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND 23.05.11
„Es war eine Erfahrung, vergleichbar jener, als wir zum ersten Mal
Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ gesehen haben. In einem
sich ständig verändernden Universum aus Bildern und Tönen, aus Szenen
von Kindheit und Verlust, aus Gefühlen von Freude und Trauer, Leere
und den ersten wie den letzten Fragen treibt man als Zuschauer durch
diesen Film wie durch einen Fluss. Erlebt, wie die Erde sich formt,
und später, wie ein Meteor sie in Stücke schlägt, wie ein Specht
an die Baumrinde klopft, Dinosaurier durch ein Flussbett waten, wie
Kinder lernen zu boxen und ein Mann inmitten reflektierender Glas-
und Stahltürme verlorengeht. Milliarden Jahre kosmischer Geschichte
verbinden sich organisch mit der Geschichte einer Familie in Texas
in den fünfziger Jahren, und selbst wenn es sich mittendrin mal anfühlt,
als sei man unfreiwillig in eine Kirche geraten, und sich das Ganze
am Ende in einer Sequenz an einem Salzsee dem New-Age-Spiritualismus
zuneigt, sind die Fragen an keine Schule gebunden, nur an den Grund
allen Nachdenkens überhaupt: woher wir kommen, wohin wir gehen, und
warum Gott, welcher auch immer, auch seinen Gläubigen nicht antwortet
und die Natur nicht stillsteht, einerlei, was uns zustößt.“
„So braucht man nicht zu fragen, was der Film bedeutet, eine Frage,
der Malick auch in Cannes wieder auswich, indem er zur Pressekonferenz
nicht erschien. Es geht nicht ums Bedeuten hier (so wenig wie in
Malicks früheren Filmen), sondern ums Sehen.“
„Vielleicht kommt man der Sache näher, wenn man den Film erst einmal
sieht als Requiem für einen verlorenen Sohn. Denn die Familiengeschichte
entfaltet sich von dem Augenblick her, in dem ein Telegramm einer
Mutter (Jessica Chastain) den Tod ihres Kindes mitteilt. Von dort
geht der Film zurück an die Anfänge des Universums, zum Urknall,
glühender Lava im All, kosmischen Lawinen – entworfen nach dem Stand
der Wissenschaft, so heißt es, nichts Ausgedachtes, Vorgestelltes,
vage Geahntes. Wasserfälle stürzen über die Leinwand, Einzeller,
Mehrzeller entwickeln sich, Bäume wachsen in den Himmel, und auch
ein paar Dinosaurier bekommen wir zu sehen. Fast das ganze erste
Drittel umfasst diese beinahe wortlose Reise durch die Naturgeschichte,
ein Erlebnis brillanten Filmemachens.“
„Dass die Mutter Liebe predigt und der Vater Härte gegen sich selbst,
fällt in seiner Schlichtheit kaum ins Gewicht angesichts der überwältigenden
Kinoerfahrung, die Malick geschaffen hat. THE TREE OF LIFE ist der
einzige amerikanische Beitrag im Wettbewerbsprogramm. Nach der Pressevorführung
am Montagmorgen wurde verhalten gebuht. Das ist hier über die Jahre
schon schlechteren Filmen passiert.“
Verena Lueken, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG 17.05.11
„Tree of Life war der herausragende Film eines sehr guten Wettbewerbsprogramms
von zwanzig Filmen – visionär in seinem alles umspannenden Ansatz,
riskant in seinem Verweben der kosmischen Erzählung mit der Geschichte
einer Familie in Texas in den fünfziger Jahren, magisch in seiner
Wirkung auf den Zuschauer, der ebenso mühelos wie der Film Zeitsprünge
von vielen Millionen Jahren mitmacht, ohne die Orientierung zu verlieren,
und sich dem Film ganz überlässt – wenn er es tut und nicht von Beginn,
das heißt von dem vorangestellten Bibelzitat aus dem Buch Hiob an,
die Schotten dicht macht, was, wie die Missfallensbekundungen in
den Vorstellungen zeigten, durchaus auch eine Reaktion auf diesen
Film sein konnte.“
Verena Lueken, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG 24.05.11
„In Cannes endet die Uraufführung von Terence Malicks heillos überladenem
Bekenntnis zur Lebensfreude THE TREE OF LIFE in einem Buhkonzert.“
„Terrence Malicks Cannes-Beitrag THE TREE OF LIFE ist nach „The New
World“ erst sein fünfter Film. Und er ist der erste, dessen Uraufführung
am Montag in einem Buhkonzert endete. Kein Film war an der Croisette
mit größerer Spannung erwartet worden als die in den 1950er Jahren
angesiedelte Familiengeschichte mit Brad Pitt und Sean Penn, deren
Dreharbeiten bereits 2008 beendet worden waren. Bereits letztes Jahr
hatte sie in Cannes zum Aufgebot gehört, bis sie der Regisseur dann
doch für unfertig erklärte. Die 140 Minuten aber, die jetzt durch
den Projektor liefen, erscheinen auf tragische Weise überfertig:
Sie erinnern mitunter gar an jenes „unbekannte Meisterwerk“ in Balzacs
Erzählung, an dem ein Maler so lange gepinselt, bis außer Farbe nichts
mehr zu erkennen ist.“
„In einer spektakulären Ellipse seiner Karriere hat Malick nun doch
noch seine Schöpfungsgeschichte gedreht. Nur wirkt sie nun, da sie
nicht mehr ein Schlachtengemälde rahmt, sondern nur ein winziges
Genrebild um eine trauernde Mutter, die einen Sohn im Krieg verliert,
grotesk überproportioniert.“
Daniel Kothenschulte, FRANKFURTER RUNDSCHAU /
BERLINER ZEITUNG / KÖLNER STADT-ANZEIGER 17.05.11
„Die Grenze von Leben und Tod ist der Spielort dieses gut zweieinhalb
Stunden langen Filmereignisses. Und während alle seine bisherigen
Arbeiten lediglich in einen eng begrenzten Zeitraum der amerikanischen
Geschichte führten, wählt er nun den breitesten zeitlichen Rahmen,
der denkbar ist: Buchstäblich mit dem Urknall beginnt seine nicht
ganz so kurze Geschichte der Zeit. Und selbst mit dem Untergang des
Blauen Planeten ist sie noch nicht an ihrem Ende angelangt.
Es ist ein filmisches Glaubensbekenntnis – zwar an keine bestimmte
Religion aber doch an die Ewigkeit der spirituellen Existenz. Und
natürlich an die Kunstform, die den wohl totalsten Eindruck auf die
Sinne macht, das Kino. Es ist die schiere Virtuosität der Regieleistung,
die man auch dann bewundern kann, wenn man sie mitunter geschmacklich
ablehnt. Stets geht Malick in die Vollen, spielt Smetanas Moldau
und Bachs Toccata und Fuge. Und immer wieder blendet er auf das Lebenssymbol,
das seinem Film den Titel gibt: Den „Tree of Life“ – auch wenn sich
in seinem Schatten ein genau besehen recht hölzern inszeniertes Familiendrama
abspielt, in dem selbst ein Brad Pitt seltsam verloren wirkt.
Für jede genialische Passage in diesem Film findet sich mindestens
eine banale, was sich schon im Buhkonzert nach der ersten Pressevorführung
ausdrückte. Aber dass ein Film umstritten ist, bedeutet noch lange
nicht, dass er nicht zum Festivalfavoriten taugt. Es war durchaus
erwartet worden, dass Robert de Niro diesem großen Einzelgänger des
amerikanischen Kinos mit seiner Jury dafür den Hauptpreis spendieren
würde.“
Daniel Kothenschulte, FRANKFURTER RUNDSCHAU 24.05.11
„Eine Regielegende meldet sich zurück: Terrence Malick und sein bombastisches
Drama THE TREE OF LIFE.“
„Malick hat die Erwartung an seinen Film durch die lange Vorlaufzeit
selbst in die Höhe getrieben. Dahinter bleibt er nun weit zurück.
THE TREE OF LIFE fasziniert als kunstvoll komponierte Kinosinfonie,
angereichert mit bombastischer Musik. Doch wird der Film erdrückt
von philosophisch-religiösem Ballast. Das Schönste, was am Montag
in Cannes über den Film gesagt wurde, stammte aus dem Mund von Brad
Pitt: „Malick ist wie ein Kerl mit einem Schmetterlingsnetz, der
wartet, um den richtigen Moment einzufangen.“ Für ein Meisterwerk
hat das aber nicht gereicht.“
Stefan Stosch, LEIPZIGER VOLKSZEITUNG /
HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG 17.05.11
„(Terrence Malick) hat seinen Film vielmehr als spirituelle, symphonische
Meditation angelegt und mit getragenen Übergroßbildern gefüllt: Vom
All, von Dinosauriern, von der Schöpfung, vom Urknall. Zwischen der
Makrofamilienebene bis in die unendlichen Weiten des Kosmos öffnet
Malick seine gigantische Assoziationsträume für all die großen Fragen
der menschlichen Existenz.“
Sascha Rettig, SAARBRÜCKER ZEITUNG 19.05.11
„Wenn einer Pressevorführung in Cannes vehemente Buhrufe folgen,
ist das erstmal ein gutes Zeichen: Immerhin gibt es eine Kontroverse.
Nichts ist schlimmer als ein Film, der den Kritikern nur ein Schulterzucken
abringt. Affirmation oder Gleichgültigkeit wären nichts weniger als
eine Beleidigung gewesen für Terrence Malick, den großen Naiven des
US-Autorenkinos, der nach sechs Jahren Arbeit nun endlich seinen
meisterlich gelungenen fünften Film THE TREE OF LIFE der Öffentlichkeit
präsentierte. Am Montagvormittag, nach dem Presse-Screening im großen
Festivalpalais, hielten sich Applaus und Buhrufe die Waage.“
„Malicks etwas über zwei Stunden langer Film beschäftigt sich mit
nichts Geringerem als einigen der ältesten Fragen der Menschheit:
Wo komme ich her? Wie wurde ich zu dem, was ich bin? Und wohin gehe
ich, wenn ich sterbe? So viel Größenwahn, noch dazu gepaart mit urgewaltigen
Filmsequenzen von der Entstehung des Universums, der Erde und der
ersten Arten im Wasser und zu Lande (inklusive Dinsosaurier!), einer
poetischen Komposition aus klassischer Musik und farbprallen Bildern,
wie man sie zuletzt in Stanley Kubricks "2001: Odyssee im Weltraum" gesehen
hat.“
„Mit einem gewagten, fast surrealem Schritt führt Malick alle seine
Personen aus allen Zeitebenen schließlich an den elysischen Wassern
einer jenseitigen Landschaft wieder tröstlich zusammen - alle aus
einem, alle miteinander, alles ein großes Weitergeben und Prägen,
ein endloses Entwickeln und Werden, aus dem jeder das für sich Beste
machen muss. Denn Malick mag größenwahnsinnig sein, in seinem Anspruch,
eine Erklärung für das Geworfensein des Menschen zu finden, aber
so vermessen, tatsächlich eine Antwort zu geben, ist er nicht. Die
muss jeder, der diesen wundersamen, mitreißenden und bildgewaltigen
Film gesehen hat, selbst für sich finden.
Oder aber man entscheidet sich dafür, sich gar nicht erst einzulassen
auf so viel Naivität in diesem Festival der zynischen Blicke auf
die Welt und ihre Läufe. Dann findet man die aus dem Off gesäuselten
Sinnfragen vielleicht prätentiös, die Inszenierung des Urknalls eitel,
das Ganze ein schön gefilmtes, aber letztlich vergebliches, verrätseltes
Unterfangen eines verschrobenen Filmemachers, der sich längst in
seinen existenziellen Fragen verloren hat. Dann bleibt einem immer
noch das laute Buhrufen. Es muss halt Gut und Böse geben im Leben.“
Andreas Borcholte, SPIEGEL ONLINE 17.05.11
„Das enttäuschende Meisterwerk“
„Auch der seit Jahren sehnlichst erwartete THE TREE OF LIFE verweigert
der Kindheit das Paradies. In zuweilen bis zum Anschlag verschwurbelten,
wenn auch schönen Bildern zeigt das Regie-Mysterium Malick ("Thin
Red Line") das Heranwachsen dreier Jungs. Pitt ist der brutale
Vater (in der Filmmetaphorik die Natur), Jessica Chastain die feengleiche,
liebevolle Mutter (=Gnade). Die Familie und ihre Fragen nach Gott,
Liebe, Tod und dem Sinn des Lebens spiegeln sich in der Evolutionsgeschichte.
Immerhin: Wer hätte gedacht, dass es jemals einen Film geben würde,
in dem Brad Pitt und Dinosaurier vorkommen.“
Sophie Albers, STERN.DE 17.05.11
„(...) ganz große Leinwand, chorische Sphärengesänge, Bilderfluten
bis ans Ende des Universums, ‚Der Baum des Lebens’, eingefangen von
einer unnachahmlich geschmeidig tanzenden Kamera: ein Hymnus auf
Himmel und Erde, aufs schöne ländliche Leben, als Jack, der Junge.
Samt der Familie im Texas der fünfziger Jahre, urplötzlich vertrieben
wurde aus dem Paradies seiner Kindheit. Mit familiärem Off-Gewisper
fängt der Film an, saugend und sausend verleibt er sich den Kosmos
ein, herrlichste unaufhörliche Naturwunderstrudel, bis Jack uns vor
Augen kommt als ein Mann (...) im gleißend gestylten Skyscraper-Zentrum
einer Moderne, die er verabscheut. (...) Malicks Regie: grandios,
betörend, ein einziger Zauber schaffender Rausch. Mit mindestens
tausend Fotografiepreisen müsste man seinen Film überschütten. Nur
setzt das antizivilisatorische Sentiment den falschen Akzent. Und
so braut sich in Cannes eben doch noch ein Wetter zusammen: Es hagelt
Buhs. Ungerecht? Ja, der Film ist brillant.“
Ruprecht Skasa-Weiß, STUTTGARTER ZEITUNG 18.05.11
„Eine Überraschung, eine Sensation? Absolut nicht. Polarisierung
hin oder her, die Entscheidung war zwingend: Terrence Malick musste
in Cannes die Goldene Palme zufallen, auch wenn sein bildgewaltiges
Universalgemälde vom „Baum des Lebens“ mit reichlich viel Reflexionen
über Tod, Leben, Verderben, Sterben und Schöpfungsgeschichte glasiert
war, so dass manche Betrachter kosmogonische Schwurbelei darin erkannten
und andere die Geburt eines neues filmischen Genres, des Soft-Globo.
Trotzdem, des scheuen Amerikaners neueste Kreation ist ingeniös,
innovativ, strotzend vor Komplexität. Wie schwebend, gleitend, tanzend
Malicks Kamera-Kranfahrten sich diese Welt erobern, buchstäblich
sich hineinsaugend in immer neue Himmels-, Meeres-, Landschaftsfluchten,
das raubt den Atem.“
„Malick war wenigstens filmsprachlich eine Offerte, sensationell
in der Gestaltung.“
Ruprecht Skasa-Weiß, STUTTGARTER ZEITUNG 24.05.11
„Aber man spürt, wie einem vor Schönheit die Augen übergehen, und
ganz unvermeidlich denkt man sofort an Stanley Kubrick und seine
Odyssee im Weltraum, an einen Trip zu den letzten Dingen. Das ist
nicht falsch, genau darum geht es hier - auch in der Größe der Bilder
und der Ambition des ganzen Films. Am bewegendsten ist diese Schönheit,
so lange sie ganz für sich steht - so lange man noch nicht deuten
kann, was man da sieht.“
„Man spürt in diesem Moment, wie er einen Teil des Publikums verliert
- jene, die am Ende in heftige Buhrufe ausbrechen werden. Denn so
viel unreflektierte Schönheit, das darf man nicht mehr. Oder doch?
So wie Malick seit vielen Filmen davon träumt, der Zivilisation in
Richtung Natur zu entkommen und dem Menschen in seiner Gewaltbereitschaft
und Zerstörungswut - genauso träumt er von einer Zeit, als die schönsten
Bilder noch nicht von schlechtesten Absichten kontaminiert waren,
und noch nicht mit dieser Wut betrachtet wurden.“
„Es ist schon wahr: Neu und aufregend ist an diesen Ideen nichts,
und einem anderen Regisseur würde man das alles auch kaum verzeihen.
Es drückt aber doch vor allem aus, wie schwer sich dieser Künstler
ganz generell mit Geschichten tut, die Begründungen finden und Sinn
produzieren sollen.“
„Das ist dann wieder sehr bewegend - und in diesem Moment beschließt
man selbst, dass man doch lieber anders sein möchte: Dass man den
eigenen zynischen Blick auch einmal überwinden kann; dass man sich
der Schönheit ganz einfach hingeben möchte, wenn sie denn so gewaltig
über einen kommt wie in diesem Film.“
Tobias Kniebe, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 17.05.11
„(…) eine Kindheitserinnerung an einen strengen Vater, in permanenter
Bewegung, schnell geschnitten – wie Fragmente der Erinnerung.“
Susan Vahabzadeh, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 23.05.11
„Buhs bei der Pressevorführung am Montag morgen, und erst nach langen
Schrecksekunden mischt sich enden wollender Applaus für den – in
Cannes abwesenden – Meister hinein. Die ersten kräftigen Buhs schon
vor Ende des kaum enden wollenden Films, mitten in eine mit gebetsähnlichem
Voice-Over unterlegte Bilderkaskade mit Ansichten aus dem Weltall,
aus Naturparks, von händchenhaltenden Menschen am Strand, in der
Wüste, Flackerbildern wie aus dem Innern einer Kerzenflamme oder
auch einem hintergrundbeleuchteten Uterus, Erde, Himmel, Tod, Leben,
Anfang, Ende, alles eins.
„Und was als überhöht autobiografische Trauerarbeit angelegt gewesen
sein mag, gerät ihm zu alle Sinne und Sinnhaftigkeit zudröhnendem
Kunstgewerbe.“
Jan Schulz-Ojala, TAGESSPIEGEL 17.05.11
„Zu Recht wurde Terrence Malicks Delirium der ersten und der letzten
Dinge, "The Tree of Life", die Goldene Palme verliehen.“
„Dass sich die Jury unter Vorsitz von Robert De Niro für Malicks "The
Tree of Life" entschied, lag umso näher, als dieser Film aus
dem diesjährigen, nicht immer überzeugenden Wettbewerbsprogramm weit
herausragte. Der Regisseur verknüpft darin die Geschichte einer weißen
Durchschnittsfamilie im Texas der 50er Jahre mit der Erschaffung
der Welt; das Ergebnis ist eine rahmensprengende Reverie, ein Delirium
der ersten und der letzten Dinge und zugleich ein Grundkurs in Sachen
Psychoanalyse.
Recht früh im Film lässt sich eine fast 20-minütige Sequenz bestaunen,
die die Entstehung der Welt nachempfindet. Es ist ein großes Pulsieren,
Wabern, Blubbern, Fließen und Strömen. All die stellaren Nebel, all
die explodierenden Gestirne, all die Magmamassen und Wasserstrudel
haben dabei einen doppelten Charakter. Denn ob sich die Kamera durch
die Weiten des Alls bewegt oder durch das Innere einer Gebärmutter,
ist nicht in jeder Einstellung mit Sicherheit zu sagen. Die kosmische
Ursuppe und das Fruchtwasser fließen zu einer Leinwandversion des
ozeanischen Gefühls zusammen. Das Embryonalstadium der Welt setzt
Malick mit dem Embryonalstadium des Protagonisten in eins, getreu
der These, dass sich in der Entstehung eines jeden individuellen
Menschenlebens die Erschaffung der Art noch einmal vollzieht.
Die spektakuläre Sequenz endet entsprechend mit der Geburt des Protagonisten
Jack OBrien, an dessen Perspektive sich der Film im Folgenden anschmiegt.
Licht- und glücksdurchflutet sind die Bilder des ersten Teils, in
dem die Liebe der von Jessica Chastain gespielten Mutter die Strenge
des von Brad Pitt gespielten Vaters überdeckt. Je mehr Raum diese
Vaterfigur einnimmt, desto weniger Licht und Glück pulsieren durch
den Film. In seinen theoretischen Prämissen hat "The Tree of
Life" etwas entschieden Gestriges. Trotz dieser Gegenwartsferne
war es der Film, der im Laufe des Festivals wuchs, wieder und wieder
in die eigenen Gedanken und in die Gespräche mit anderen zurückfloss
und all die anderen Filme überstand, die auf ihn folgten.“
Christina Nord, TAZ 24.05.11
„Welches Gesetz sollen wir uns geben, und was gilt das Gesetz im
Angesicht der Liebe zu den Anderen? Keiner verhandelte das in Cannes
in einem weiteren Rahmen als TREE OF LIFE. (...) TREE OF LIFE ist
tatsächlich so monumental geworden, wie es die Skizzen versprachen,
überraschend im formalen Horizont, der nicht nur in seinem Jahrmilliarden
umfassenden Rahmen an Kubricks 2001 – ODYSSEE IM WELTRAUM denken
lässt, aber auch in der Direktheit, mit der Malick die christliche
Heilsgeschichte in ein gewöhnliches Familienuniversum übersetzt –
und auch jederzeit wieder zurück.“
Robert Weixlbaumer, TIP 12/11
„philosophisches Drama über die menschliche Existenz und die Natur“
WELT KOMPAKT / LEIPZIGER VOLKSZEITUNG /
MÜNCHNER MERKUR 23.05.11
(dpa-Meldung)
„Heiliger Bimbam! THE TREE OF LIFE ist ein mystischer Erlösungsknaller.
Eine krude Mischung aus amerikanischer Kindheitsgeschichte der fünfziger
Jahre, übersteigertem Protestantismus, Naturkitsch, ästhetisierten
Tieraufnahmen, digitalen Weltschöpfungsbildern und einer grauen Vorzeit,
in der Vulkane ausbrechen und Dinosaurier durchs Bild laufen.“
Katja Nicodemus, DIE ZEIT 19.05.11
„Mit welch zerstörerischer Ruhe von Trier die Apokalypse orchestriert!
Und mit welch kitschiger Emphase sich dagegen Terrence Malick, der
Übervater des amerikanischen Autorenkinos, auf die Suche nach dem
Sinn des Seins begibt. Von Trier ist der anmaßende Weltenlenker,
der ohne Hoffnung, aber durchaus mitfühlend auf unsere kleine scheinheilige
Zivilisation blickt. Malick ist der nicht weniger anmaßende Prediger,
der sich mit dem Herrgott und der Schöpfung versöhnt. (…)
Eine Kamera, die immer wieder kühn Kopf und Hände abschneidet, suggeriert,
dass hier schon immer etwas aus dem Lot war. Als wolle er den Tod
in ein großes Schicksalsspektakel einbetten, zitiert Malick das Buch
Hiob, fährt in den Weltraum, erzählt die Schöpfungsgeschichte, vom
Urknall bis zum Pleistozän, feiert die Schönheit der Natur, an der
sich der Mensch versündigt hat. (…) Auf seltsam folgerichtige Weise
passt The Tree of Life, diese Kreuzung aus übersteigertem Protestantismus
und Discovery Channel, in unsere antiaufklärerischen Zeitläufte der
sich abschottenden und radikalisierenden Religionen.
Muss man darüber klagen, dass The Tree of Life, dessen gewaltiger
Gestus leicht mit Bildgewalt verwechselt werden kann, in diesem Jahr
den Hauptpreis des Festivals gewann? So, wie man bedauern kann, dass
Aki Kaurismäki, der sich in seinem Film Le Havre im Rückenwind der
französischen Filmgeschichte noch einmal neu erfunden hat, leer ausging?
Nein. Wirklich zu bedauern war in Cannes nur die Tatsache, dass die
skandalgierige Berichterstattung über Lars von Triers unglücklichen
Auftritt anderen Filmen die Aufmerksamkeit nahm, die sie verdient
hätten.“ Katja Nicodemus, DIE ZEIT 26.05.11
|