Eine überwältigende Kinoerfahrung.
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wo komme ich her? Wer bin ich? Was geschieht nach dem Tod? Der neue Film des Regie-Eigenbrötlers Terrence Malick beschäftigt sich mit den großen Fragen der Menschheit - und ist mit großen Stars besetzt. "The Tree Of Life" ist wundersames, mitreißendes und bildgewaltiges Kino.
Der Spiegel

Der ambitionierteste Film seit ’2001 - Odyssee im Weltraum’: In einer Sinfonie berauschender Bilderfolgen stellt sich Terrence Malick anhand der Geschichte einer Kindheit in den Fünfziger-jahren den großen Fragen des Wunders Leben.
Blickpunkt:Film

Ein gewaltig ausgreifender Film in vier Kapiteln, für den eine passende Bezeichnung erst noch gefunden werden muss: Essay, Poem, philosphische Reflexion, impressionistisch-kaleidoskopische Symphonie, deren narrativer Kern um den inneren Monolog eines erfolgreichen Archite-ten kreist, der nach seiner Herkunft, den Brüchen in der Kindheit, Schuld, Gnade und dem Sinn der Existenz fragt.
film-dienst

In den Fünfzigerjahren hat die Familie O'Brien drei Söhne. Unter den Fittichen der Mutter wachsen sie zunächst behütet auf, doch der Vater glaubt, sie auf die Härten des Lebens nur vorbereiten zu können, indem er sie mit entsprechend harter Hand von Kindern zu Männern macht. Er raubt ihnen die Unschuld, schlägt tiefe Wunden, die Jack, den ältesten Sohn, auch als Erwachsenen noch Schmerzen zufügen: Es will ihm nicht gelingen, seine Existenz in Einklang zu bringen. Mehrere Jahre arbeitete der amerikanische Ausnahmekünstler Terrence Malick an seinem erst fünften Film seiner 38 Jahre umfassenden Karriere: Unbeeindruckt von kommerziellen Zwängen, ist ihm auch diesmal eine poetische Betrachtung gelungen, die den Faden von "Der schmale Grat" und "The New World" aufgreift und von der Unmöglichkeit erzählt, die menschliche Existenz mit der Harmonie der Natur in Einklang zu bringen. Sean Penn und Brad Pitt spielen die Hauptrollen in diesem außergewöhnlichen Film.

USA 2011 - 138 Min.; ab 12;
Regie: Terrence Malick;
Darsteller: Brad Pitt, Sean Penn, Jessica Chastain, Fiona Shaw, McCracken, Laramie Eppler, Tye Sheridan, Joanna Going, Jackson Hurst, Crystal Mantecon, Kimberly Whalen, Zach Irsik, Will Wallace
.

Homepage

Movie Database


Der ambitionierteste Film seit „2001 - Odyssee im Weltraum“: In einer Sinfonie berauschender Bilderfolgen stellt sich Terrence Malick anhand der Geschichte einer Kindheit in den Fünfzigerjahren den großen Fragen des Wunders Leben. Selbst, wenn man sich der imposanten Vision von Terrence Malick nicht verschreiben will und den philosophischen Überbau seines fünften Films als Regisseur seit seinem Debüt „Badlands“ im Jahr 1973 als prätentiöses, womöglich gar religiös verklärtes Wolkenkuckucksheim abtut, wird man zugestehen müssen, dass es zu „The Tree of Life“, entstanden in vierjähriger Arbeit, an Ambition, Einzigartigkeit und visueller Extravaganz im Kino von heute nichts Ebenbürtiges gibt. Filme wie dieser werden eigentlich nicht gemacht. Nicht einmal in der kreativen Hochphase des amerikanischen Kinos zu Zeiten des New Hollywood gab es Vergleichbares. Dass er heutzutage entstehen konnte, wo Film kaum noch als Kunstwerk sondern als vermarktbares Produkt zu funktionieren hat, grenzt an ein Wunder. Wenn man denn nach Referenzen für dieses, in endlosen, perfekt aufeinander abgestimmten Bilderkaskaden (Kamera: Emmanuel Lubezki) frei fließende Poem über das Wesen der menschlichen Seele sucht, das nach Ordnung strebt, wo keine Ordnung bestehen kann, und nach Sinn, wo alle Fragen unbeantwortet bleiben müssen, dann kann man Kubricks „2001“ nennen und vielleicht noch „Koyaanisqatsi“. In erster Linie ist sich Malick selbst verpflichtet. „The Tree of Life“ ist aus dem Holz geschnitzt, das auch Malicks vorangegangene Filme, „Der schmale Grat“ und „The New World“, zu singulären Ereignissen gemacht hat. In ihnen finden sich bereits in Grundzügen Stil und Vokabular des neuen Films, die der nunmehr 67-jährige Texaner aber so sehr verfeinert und perfektioniert hat, dass er sich noch weiter von den Konventionen des Erzählkinos entfernt hat. „The Tree of Life“ ist ein einzigartiges Erlebnis, ein kosmischer Trip, der erfühlt und erspürt werden will und erst dann intellektuell aufgearbeitet. Man muss sich auf seine entfesselten Bilderfolgen einlassen, begleitet von klassischer Musik, sich in die Höhe schraubenden Choräle und eingestreuten Kommentaren verschiedener Figuren aus dem Off, die mit ganz simplen Aussagen oder Fragen ihr Innerstes offenbaren. Natürlich finden sich auch Malicks stetige Themen wieder: Der Mensch, der von der Gnade abgefallen ist. Die Unschuld, die auf dem schmerzhaften Weg zum Erwachsensein auf der Strecke bleibt. Die Natur, die dem menschlichen Treiben ungerührt zusieht, als müsste sie schmunzeln ob des Lärms und der Raserei, die am Ende doch nichts bedeuten. Doch diesmal spiegelt Malick sie an nicht mehr und nicht weniger als der Schöpfungsgeschichte, das Ringen mit Gott, ausgelöst von der Frage danach, warum er zulassen konnte, dass ein 19-jähriger Junge aus dem Leben gerissen wurde. Ein Zitat aus dem Buch Hiob eröffnet den Film: „Wo warst du, als ich die Erde gründete?“ Gleich wird Malick eine mögliche Antwort darauf geben, nachdem der Junge Jack und seine Eltern in einer texanischen Kleinstadt Mitte der Fünfzigerjahre in einer Art Ouvertüre vorgestellt wurden. Ein Brief informiert die Familie davon, dass einer von Jacks beiden Brüdern ums Leben gekommen ist, ein traumatisierendes Ereignis, das Jack, gespielt von Sean Penn, selbst in der Gegenwart noch verfolgt: Er ist beruflich erfolgreich, aber er leidet am Leben, geht durch ein persönliches Fegefeuer und schließlich auf eine Entdeckungsreise, nachdem die Frage nach dem Sinn eines so sinnlosen und frühen Todes gestellt wird. Es folgt nach etwa 20 Minuten eine unfassbare und völlig unerwartete Bildersequenz, die den Vergleich mit „2001“ förmlich herausfordert: Aus Spiralnebeln und Zellteilungen und einem Urknall entsteht die Erde, Vulkane erheben sich und brechen aus, Wasser und Leben entsteht, erste Fische bewegen sich an Land, ein Raubsaurier kann ein schwächeres Tier töten, entscheidet sich aber dagegen - der erste Akt der Gnade auf der Erde. Der Mensch kann entstehen. Schnitt zu Vater und Mutter O‘Brien, die ihren ersten Sohn Jack auf der Welt willkommen heißen. Sicher gibt es viel auch beabsichtigen Spielraum bei der Interpretation dieser Sequenz. Sinnvoll erscheint die Erklärung, dass jeder Mensch bei der Geburt die Geschichte der Erde in sich trägt und weitergeben wird. Der ewige Kreislauf. Fortan bleibt der Film nahe bei Jack und wie er die Welt sieht, immer seinem jeweiligen Alter entsprechend: die Mutter - Jessica Chastain - als unbeschwertes Feenwesen, der Vater - Brad Pitt - zunächst als liebevolle Größe im Leben des Jungen, später immer strenger und bestimmter, unnachgiebig beim Einfordern von Respekt und Einhaltung der von ihm aufgestellten Regeln. Wer es zu etwas bringen will, der muss Härte zeigen. Zwischen dem weiblichen und männlichen Pol oszilliert der Film, lässt seine Hauptfigur Erfahrungen machen, mit dem Tod, mit der Kunst, mit seiner aufkeimenden Sexualität, mit Gewalt, mit der Versuchung - um schließlich an einem Ort der spirituellen Erlösung anzugelangen. 2011 - Odyssee auf dem Planet Erde: Indem Malick diesmal den Fokus nicht auf ein historisches Ereignis richtet wie in seinen letzten beiden Filmen, sondern auf eine ganz normale Kindheit, erhalten die abgehandelten Themen ein noch stärkeres Gewicht. Sein Streben, in der Auflösung von Zeit und Raum, Sinn zu finden, eine Quelle der menschlichen Seele, das trägt Züge von Größenwahn. Aber was für ein Größenwahn! Voll von großer Erhabenheit und unendlicher Schönheit. 56-mal hintereinander habe Mantovani ein Stück aufnehmen lassen, erzählt der Vater seinem Sohn Jack in einer gemeinsamen Szene. Danach habe er gesagt: Ich kann es noch besser. Das Streben nach Perfektion ist ein ewiger künstlerischer Impetus, wie auch das Bedürfnis danach, Antworten auf Fragen zu finden und damit Gott näher zu kommen. Vielleicht also kann es Terrence Malick noch besser. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es gut genug. Allemal.
ts. (Blickpunkt Film)

Pressestimmen
Stand: 16.06.2011

„Der lang ersehnte Oscar (für Brad Pitt) rückt in Reichweite!“
ELLE 07/11

„Eine bildgewaltige Hymne ans Leben.“
EMOTION 07/11

„Fesselndes, aber verschwurbeltes Familiendrama-Fragment, eingebettet in verstörende Bilderkaskaden.“
FREUNDIN 14/11

„Keine leichte Kost, aber ein besonderes Kino-Ereignis (...).“
„(...) ein poetisches Epos über nichts weniger als den Sinn des Lebens“
FÜR SIE 13/11

„Ungewöhnliches Coming-of-Age-Drama, das vor allem durch die poetische Traumwelt des Protagonisten und außergewöhnliche visuelle Effekte besticht, die an THE FOUNTAIN erinnern.“
JOY 07/11

„Handlung kann man das nicht nennen, eher eine Meditation, die den Zuschauer herausfordert (...).“
„virtuos fotografierte(r) Trip“
KULTURSPIEGEL 06/11

„Poetisches Meisterwerk“
„Malicks) sehnsüchtig erwartetes neues Werk THE TREE OF LIFE (...) überzeugt mit traumhaften Bildern, einer mystisch angehauchten Story, reichlich Emotionen – und nicht zuletzt mit einem frisch rasierten Brad Pitt.“
MAXI 07/11

„Tiefsinniges Vater-Sohn-Drama!“
POPCORN 07/11

„Streckenweise etwas langatmige Parabel über das Leben.“
PROVOCATEUR 07/11
(gemischte Besprechung)


„(…) überwältigender Film, der schon Preise einheimste – zu Recht!“
„Ein Film wie Poesie. Ausnahmeregisseur Terrence Malick zaubert einen traumwandlerischen Bilderreigen auf die Leinwand, der einfach niemanden kalt lässt. Dabei behandelt der Film die großen Fragen des Lebens. Ein faszinierendes Erlebnis, das von den beiden Superstars Brad Pitt und Sean Penn getragen wird. Kein Wunder, dass der Film in Cannes bereits mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde.“
Wertung: Sehr gut
BILD+FUNK / GONG 24/11

„ein Meisterwerk“
„Der Film stellt alle großen Fragen und gibt mindestens eine Antwort. Dass er sich lange mit der kosmischen Schöpfungsgeschichte aufhält, sieht man Terrence Malick nach. Das Herz dieses sonderbaren, wundervollen Films ist das Familiendrama: intim, bitter, poetisch.“
Wertung: Großartig
HÖRZU 24/11
„Preisgekrönt und brillant“
„Großes Star-Kino“
„in faszinierenden Bildern erzählt, mit der Goldenen Palme geehrt“
„Anrührend“
TV 14 13/11

„Der Film stellt alle großen Fragen – und gibt mindestens eine Antwort. Dass er sich mit der kosmischen Schöpfungsgeschichte arg lange raufhält, sieht man Terrence Malick gern nach, denn sie ist fantastisch anzusehen. Das Herz dieses sonderbaren, wundervollen Films ist das Drama der O´Briens: intim, bitter, poetisch. Ein Ausnahmefilm!“
„Überwältigende Bildersinfonie und bewegendes Familiendrama in einem. Wirklich ganz großes Kunstkino – das Feuilleton in aller Welt wird jauchzen“
Wertung: Genial
TV DIGITAL 13/11

„(…) entzieht sich (…) allen Konventionen“
„(…) intellektuelle Herausforderung aus entfesselten Bildfolgen“
„Zwiespältig, spirituell, rätselhaft“
TV DIREKT 13/11

„Der Film stellt alle großen Fragen – und gibt mindestens eine Antwort. Dass er sich mit der kosmischen Schöpfungsgeschichte arg lange aufhält, sieht man Terrence Malick gern nach, denn sie ist fantastisch anzusehen. Das Herz dieses sonderbaren, wundervollen Films ist das Drama der O´Briens: intim, bitter, poetisch. Aus der ohnehin grandiosen Besetzung sticht Brad Pitt noch heraus – den emotional verhärteten und dominanten Vater spielt er schlicht überragend. THE TREE OF LIFE ist ein Ausnahmefilm!“
„Überwältigende Bildersinfonie und bewegendes Familiendrama in einem. Großes Kunstkino!“
Wertung: Genial
TV GUIDE 13/11

„Zu Beginn zeigt Kult-Regisseur Malick im „Galileo“-Stil die Entstehung allen Lebens, am religiös verklärten Ende lässt er Sean Penn durchs Jenseits irren. Sein Genie offenbart sich im Mittelteil: Die (skizzenhafte) Familiengeschichte besticht durch poetische Kraft und visuelle Brillanz.“
„Irritierend, anstrengend und außergewöhnlich“
Wertung: Geheimtipp
TV MOVIE 13/11
(gemischte Besprechung)

„gewaltiges Bildepos“
„Ein kosmisches Ereignis mit ähnlicher Bildsymbolik wie einst Stanley Kubricks 2001 – ODYSSEE IM WELTRAUM.“
„Abgesehen davon, dass nur bei diesem stets unter Genieverdacht stehenden Regisseur Sean Penn den Sohn von Brad Pitt spielen kann, ist THE TREE OF LIFE ein Film, den man nur lieben oder hassen kann. Doch nach 138 nicht unanstrengenden Minuten muss man sich eingestehen, dass man ein Kinoereignis miterlebt hat. Denn hinter all den symbolbefrachteten Bildern steckt eine ungemein berührende Familiengeschichte, die einen nicht mehr loslässt.“
„Zeitweise anstrengend, aber es lohnt sich: ein Kinoereignis, auf das man sich einlassen sollte“
Wertung: Daumen hoch
TV SPIELFILM & TV TODAY 13/11
(gemischte Besprechung)


„Prognose: Wenn Penn und Pitt einem fantastischen Sci-Fi-Drama ihren Segen geben, dann muss da großes Kino bei herauskommen!“
BIG PICTURE 06/11

„Nach sechsjähriger Schaffenspause beglückt Drehbuchautor und Regisseur Terence Malick (...) seine Anhänger mit einem neuen Geniestreich.“
„(...) Kinobesucher (können sich) auf ein weiteres Kino-Highlight freuen, das inhaltlich und visuell überzeugt. Da bei Malick stets die besten Akteure Schlange stehen, sind auch hier erneut bekannte Hollywood-Stars mit von der Partie: So laufen Brad Pitt, Sean Penn und Fiona Shaw (...) zu darstellerischen Höchstleitungen auf, um auch Malicks neuestem Film den Stempel eines Meisterwerks aufzudrücken.“
„Aufwühlendes, intensives Drama mit Botschaft und etlichen tollen Darstellern.“
DVD MAGAZIN 06/11

„Terrence Malick hat seinen neuen Film mit philosophisch-religiösen Fragen aufgeladen und mehr auf das Traktat denn auf die Geschichte vertraut. Ein Film, der alles will, und viel verspielt.“
„Und dieser Film ist selbst ein einziges Rätsel, eine impressionistische Kindheitserinnerung, eine bombastische Schöpfungsgeschichte, voll mit Philosophie und Religion, und in jedem fall: eine außergewöhnliche kinematografische Erfahrung.“
„Malick hat den Fluss der Bilder unterlegt mit klassischer Musik, von Bach über Mahler bis hin zu Berlioz und Gorecki (selbst Smetanas kitschige ‚Moldau’ lässt er nicht), die vor allem eins sein muss: erhaben und erhebend. Erinnerungen an Kubricks Lichttunnel in 2001 werden wach (...) Und je länger (...) dieser Bilderstrom anhält, desto mehr drängt sich das Gefühl auf, dass es sich auch um kinematografischen Schwulst handelt.“
„Aber im Zentrum dieses Films (...) steht das leiden an der Kindheit, ein autoritärer Vater, eine religiöse, in den Grenzen der zeit gefangene Mutter. Dieser Teil kommt ganz anders daher als Malicks rauschhafte Genesis: verhalten, andeutend, doppeldeutig. Brad Pitt spielt diesen Mr. O’Brien (...) in seiner ganzen Ambivalenz (...). (...) Der Mensch müsse sich entscheiden zwischen der Natur und der Gnade, heißt es einmal aus dem Off. Malick geht es in TREE OF LIFE um die letzten, wichtigen Fragen, nach dem Sinn von Leiden, dem Sinn der menschlichen Existenz. Aber, das muss man ihm zugute halten, gibt er auch keine allzu einfachen Antworten.“
EPD FILM 06/11
(gemischte Besprechung)

„(Der Film) beginnt mit eine Vorstadtidylle aus den sechziger Jahren mit vor Schönheit flirrenden Bildern, wie sie nur Malick zuwege bringt, fernab jener glatten Werbeästhetik (...). Pure Poesie, aber auch abgründig, da der Mensch auf die Pracht der natur einen dunklen Schatten wirft. Doch diesmal geht Malick noch einen Schritt weiter, quasi über die naturalistische Ebene der Handlung hinaus und hinein in ein regelrecht verzauberndes Spiel mit Farbe und Formen, ähnlich – und doch ganz anders – wie es Stanley Kubrick in 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM kreiert hat. Beiden ist gemein, dass sie mit Bildern zu philosophieren versuchen, dass sie das Gegenständliche auflösen wollen, das Kosmische hinter dem Alltäglichen spürbar machen wollen. Vordergründig ist THE TREE OF LIFE die Geschichte einer Familie (...). Aber Malick ist bene kein Vertreter des Erzählkinos, und so flicht er immer wieder visuelle Botschaften zwischen die Szenen, spielt mit Naturaufnahmen, Tieren, Pflanzen, Licht und das alles in einer atemberaubenden Ästhetik (...). Die, welche Malick in Cannes ausgebuht haben (...) sind wohl auch nicht mehr empfänglich für die Läuterung, die am Ende Brad Pitt zugestanden wird und die Malick wohl am liebsten uns allen auferlegen würde: das Schöne wieder wahrzunehmen und das Hässliche in sich selbst zu überwinden. Testen Sie doch im Kino, ob Sie dazu noch fähig sind!“
MOVIESTAR 04/11

„(…) nach dem Anschauen des ersten Trailers (...) ist man (...) sofort gefangen von den atemberaubenden und atmosphärischen Bildern sowie den vielsagenden Dialogen. Außerdem ist augenblicklich klar: Hier erwartet uns ganz großes Kino mit Starbesetzung.“
SPACE VIEW 02/11

„Wer Malicks Regie kennt, weiß, dass die Handlung bei ihm nur der Ausgangspunkt für eine filmische Reise voll visueller Poesie ist."
WIDESCREEN VISION 05/11
„Terrence Malicks Trip punktet mit einzigartigen Impressionen, aber lässt erzählerisch manche Wünsche offen.“
„Für Hysterie gibt es keinen Grund – weder im Guten noch im Schlechten. In mancher Hinsicht wird der Altmeister seinem Ruf gerecht. Unterstützt von Douglas Trumbull (...) entfaltet der einen Bilderbogen kosmischer Vorgänge voll bizarrer Schönheit.“
„Dieser Bewusstseinsstrom steckt voller Einzelmomente, die den Zauber der Kindheit so dicht und präzise wiedergeben wie selten ein Film. Doch Kinodichter Malick war nie ein großer Erzähler dramatischer Momenten und verweigert sich noch mehr als bisher einer Geschichte – und einer befriedigenden Auflösung, ob rational oder emotional. Das nimmt seiner Odyssee durch Zeit – und Weltraum leider seine Wirkung.“
WIDESCREEN VISION 07/11


„Das bildgewaltige Familiendrama mit Brad Pitt läuft an. Ganz große Kinokunst!“
BUNTE 25/11

„ein echtes cineastisches Experiment“
„Ein Filmmonster voller atemberaubender Bilder.“
FOCUS 24/11

„Erzählt wird die jahrzehntelange Suche eines Mannes nach dem Sinn des Lebens – ein Stoff, der uns alle angeht. Erwachsenes Kino, das ohne Vampire, Superhelden oder Serienkiller auskommt. Eine hoch emotionale und tief traurige Reise in die menschliche Seele.“
„In diesem Jahr wird nichts Vergleichbares zu sehen sein, vor allem die Naturaufnahmen sind magisch. Der atemberaubende Bilderrausch wird durch Werke von Brahms, Mahler, Smetana und den Soundtrack von Alexandre Desplat kongenial untermalt.“
„Der Film kommt mit wenigen Dialogen aus. Umso höher ist die Leistung der Hauptdarsteller zu bewerten. Allen voran Brad Pitt, der selten so gut war wie hier (…); großartig ist auch Sean Penn (…). Mehr wollen wir in Zukunft von der feenhaften Jessica Chastain sehen. Die bislang fast unbekannte Schauspielerin begeistert in der Rolle der Ehefrau von Brad Pitt.“
„(…) GALA fordert schon jetzt: mindestens acht Oscars für THE TREE OF LIFE!“
GALA 25/11

„Brad Pitt! Sean Penn! Da erwartet man Popcorn-Kino. Doch THE TREE OF LIFE ist trotz Starbesetzung alles andere als das: 138 Minuten lang entführt uns dieses wortkarge und bildgewaltige Kunstwerk in die Welt einer fünfköpfigen texanischen Familie in den Fifties – eine Welt der Poesie, Rätsle und Traurigkeit. Eine Story im klassischen Sinne gibt es nicht, dafür kunstvoll verwobene Episoden übers Erwachsenwerden, über Sinnsuche, Schmerz und Trauer. Für experimentierfreudige
Zuschauerinnen!“
GRAZIA 25/11

"Brad Pitt im Rausch der Bilder"
"Der rätselhafteste Film des Jahres"
"ein magisches Kinoerlebnis, das sämtliche Konventionen sprengt"
OK! 25/11

„kosmisches Kino-Abenteuer“
„kühn auftrumpfende(r) Film“
„Malick spielt Gott und lässt uns in der größtmöglichen Rückblende der Kinogeschichte zusehen, wie die Welt entsteht – eine wahrhaft herrliche Sache, dieser Big Bang -, und er durchmisst dann in einem phantastischen Bilderstrom die Jahrmilliarden, bis er endlich sein Sehnsuchtsziel erreicht: Mitte der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts die sommerlich schläfrige Kleinstadt Waco in Texas (...).“
„Malick erzählt keine Geschichte; er will keine Kausalität, wie sie ein wohlkonstruiertes Drehbuch angelegt hätte; er scheut alles Dramatische. Er beschwört die Welt der O’Briens, indem er in unerschöpflicher Fülle Momente gelebten Lebens vor uns ausbreitet, mit einem so wunderbar offenen Blick für Details, dass das Alltägliche den Glanz des Einzigartigen gewinnt – begleitet von flüsternden, fragenden, raunenden Erinnerungsstimmen und getragen von einem Klangteppich, der sich vorwiegend aus der Symphonik und Sakralmusik des späteren 19. Jahrhunderts speist. Eine Beschwörung des Unwiederbringlichen (...). (...) Malick (...) scheut Schönheit nicht, sondern schwelgt in ihr. Keine Großproduktion seit Kubricks 2001 hat sich wie dieser Film in ein kosmisches Universaldelirium aufgeschwungen, und kaum einer ist so feinnervig in die mikrokosmische Intimität einer Kleinfamilie eingetaucht. Welche innere Notwendigkeit aber verbindet das eine mit dem anderen? Wem nicht genug ist, dass man hier zwei tolle Filme für einen kriegt, dem hilft über diese Frage hinaus nur der Glaube. (...) Hinterher, aus dem Kino kommend, mag man den Kopf schütteln über so schöne hirnverbrannte Hybris, vorher jedoch, wenn man ins Kino geht, gilt: Widerstand wäre zwecklos. Man muss sich von Malick überwältigen lassen.“
DER SPIEGEL 24/11

„Malick verknüpft virtuos die Erinnerungen eines Architekten an seine Vorstadtjugend und den strengen Vaters mit der Entstehung des Universums. Es geht um Mikro- und Makrokosmos, Natur und Spiritualität, und irgendwann tauchen sogar Dinosaurier auf. Ein Film zum Wundern.“
Wertung: Gut
STERN 25/11


„In TREE OF LIFE treibt Malick auf die Spitze, woran er sich in all seinen vier Vorgängerfilmen schon versuchte: Eine Erzähl-Verschmelzung von Makro- und Mikrokosmos.“
„Ja, man kann die Buhs verstehen. Gerade im letzten Stück seines Films strauchelt Malick zu einem Erlösungsszenario hart am Esoterik-Kitsch. Und mal ehrlich: Mussten die Saurier sein? Und das ganze Universum und Gott gleich dazu? Das Paradox ist doch: In den Filmen, in denen Malick das weniger explizit formuliert, weniger dezidiert in Bilder fasst, offenbart es sich weitaus prägnanter, dieses Wunder des Lebens und der Schönheit. Diese allerdings besticht hier nun in jenen Passagen der Handlung, in denen Malick, gleich einem Kino-Rousseau, Kindheit zelebriert als Zustand der Unschuld und somit Harmonie. Und den Verlust dieser Unschuld als seltsam entkörpertes Schweben, als Abschiedstanz aus Licht, Bewegung, Musik und Worten. Schönheit allenthalben. Man muss nur sehen können. Malick zeigt, wie es geht.“
PLAYER 06/11
(gemischte Besprechung)

„Zuerst überrascht das Format des Films. Nach den Festivalberichten konnte man einen Cinemascope-Film erwarten. Doch TREE OF LIFE ist im amerikanischen Standardformat 1:1,85 (...) gedreht. Das erweist sich als eine gute Wahl, denn Terrence Malicks neues Werk ist ein erstaunlich persönlicher, ein geradezu intimer Film. Denn neben den spektakulären Nahaufnahmen erzählt er mit einer bewegten, aber nie wackeligen Kamera von einer amerikanischen Familie in den 60er Jahren (...). (...) Die Kamera bleibt nah an den Personen, wird aber nie aufdringlich. Zärtliche Nahaufnahmen, intensive Familienbilder, wie man sie noch nie im Kino gesehen hat. Es könnte ein filmisches Tagebuch sein, beinahe ein Experimentalfilm. Dazu setzt Malick eine sakrale Musik ein, die den Zuschauer bewegt. (...) Eine tiefe Sehnsucht nach den Tagen der Kindheit erfüllt den Film, auch wenn Jack manchmal den Vater bis zur Mordlust hasst. Malick verklärt Jacks Kindheit, und er demontiert wiederum diese Verklärung. Er zeigt eine ambivalente Erinnerung an die eigenen Kindertage, die die meisten von uns herumtragen. Wie immer bei ihm geht es auch um die Raubtiernatur des Menschen und um die Möglichkeit diese zu zähmen. (...) Terrence macht das Kino zur Kirche. Das ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, doch Malick hält überzeugende filmische Argumente parat. (...) THE TREE OF LIFE hat mich jedenfalls berührt wie kein zweiter Film in diesem Jahr.“
STRANDGUT 06/11

„Kitsch oder Filmkunst? Der neue Film des Hollywood-Sonderlings und Cannes-Gewinners Terence Malick wird zu Debatten führen (...).“
„Die vertrauten Fragen nach Gnade und Schuld stellt (Malick) hier bei der Beschreibung einer amerikanischen Kindheit in den Sixties. Jedes fassbare Klischee wird dafür genutzt, gleichzeitig aber so weit romantsiche überhöht, dass man beim Zusehen doch den eigenen Sarkasmus vergisst (...). (...) Um diesen kargen Plot herum breitet sich diesmal mehr aus als nur eine zugehörige Naturidylle. Hier bekommt man die Evolutionsgeschichte, den Wohnort der Seelen, das Leben nach dem Tod gezeigt, und da wird es mit der Hingabe an die Schönheit dann schwierig. Zwischen Lava, fallenden wassern und Wolkenformationen ließe sich erneut von donnerndem Pathos sprechen, diesmal mit dem ganzen digitalen SFX-Donner, den das dritte Jahrtausend zu bieten hat. Andererseits hat so ein Bad im Kitsch noch nie geschadet. Denn es versüßt uns unseren Blick auf die Welt, und vielleicht hat er das sogar nötig.“
SZENE HAMBURG 06/11

„Herausragend“
„ein filmisches Weltgedicht“
„Der Cannes-Gewinner TREE OF LIFE ist eine mythopoetische Bildersymphonie über Anfang und Ende der Welt. Das maßloseste Homemovie, das je gedreht wurde.“
„Malicks Film hat in jeder Hinsicht ein Format, das im Gegenwartskino einzigartig ist. THE TREE OF LIFE ist unbescheiden im Anspruch und furchtlos in der Kombination von alttestamentarischen Texten mit Bildern betörender, alltäglicher Schönheit: Die Geburt und das langsame Erwachen des Bewusstseins der drei Kinder einer anfänglich idealtypisch erscheinenden Familie der amerikanischen 1950er-Jahre filmt und montiert Malick als assoziativen Bilderstrom, dem man anzusehen meint, dass die Kamera wie ein stiller Zeuge tagein, tagaus zwischen diesen Menschen gelebt hat. THE TREE OF LIFE ist ein maßloses Homemovie, gedreht mit 34 Millionen Dollar Budget und Hollywoodstars wie Sean Penn und Brad Pitt, die gemeinsam mit Jessica Chastain und den drei großartigen Kinderdarstellern die Erinnerungslandschaft ihres Autors und Regisseurs zum Leben erwecken.”
„(D)ie Metaphysik von THE TREE OF LIFE, abwechselnd bierernst und verspielt inszeniert, ist nicht einfach die Illustration eines vorgelagerten heiligen Textes, auch wenn die Bibel und das Buch Hiob (...) erst einmal den hohen Ton angeben. Vorbereitet wird damit nur die Übersetzung in ein überraschend privates Format. Der Lohn dafür – abgesehen vom schieren Vergnügen, einem Regisseur zuzusehen, wie er in einem Familienfilm zwischendurch die Evolution vom ersten Protein in der Ursuppe bis zum Erscheinen der Wirbeltiere nacherzählt – ist eine zunehmend komplexe Saga, die das Allgemeine viel eher aus dem Einzelnen ableitet als umgekehrt. Diese Rückspiegelung ist das eigentliche Spektakel des Films, der in der Familiengeschichte selbst das giftige Erbe des Autoritarismus sichtbar macht, das Unglück der Geschlechterrollen und die unterschwellige, endemische Gewalt, die die Kriege Amerikas in die Familien hinein- und aus ihnen heraustragen. Nie sind die Szenen eindeutig, immer mehr wird THE TREE OF LIFE zum Vexierbild (...). Wie Malick sich mit seiner eigenen Geschichte und seinem episkopalen Glauben versöhnt, mag nicht jedermann etwas angehen, aber den Versuch, das eigene Verhältnis zur Welt, zur Familie, zum Leben überhaupt so ausgreifend wie möglich zu beschreiben, kann man auch als Atheist oder Agnostiker wertschätzen, so offen ist er für die Projektionen, die man selbst darauf werfen will. THE TREE OF LIFE ist am Ende der Film, den man sich selber macht.“
TIP BERLIN 13/11

„(…) Berührend und aufregend ist, wie Malick das erzählt, zwar mit einer gewissen Chronologie, aber nur zusammengesetzt aus sprunghaften, kurzen Szenen, etwa so, wie uns verlorene Erinnerungen plötzlich durch den Kopf schießen. Es gibt praktisch keine Dialoge, dafür einen unentwegten Monolog der Figuren, der einen hypnotischen Effekt entfaltet.“
„Das grandiose Ergebnis ist, man muss es pathetisch sagen, nichts weniger als das Leben selbst: Ereignisse, die sich zu keinem geschlossenen Bild fügen, blitzartige Eindrücke, die im Nachhinein dem Einfach-nur-so-Geschehenen eine scheinbare Dramaturgie und damit Sinn verleihen, alles nur eine stetige Bewegung voran. Der Baum des Lebens, im Wachstum, mit seinen endlosen Verästelungen in alle Richtungen. Leider hat es Terrence Malick dabei nicht belassen. Jack tritt wieder auf, diesmal als Erwachsener (Sean Penn), und forscht seinem früheren Ich nach, bis er sich und seinen Eltern noch einmal am Strand begegnet, umgeben von unzähligen Menschen, die durcheinander wandern. Das ist zu viel: Man merkt die Absicht und ist verstimmt. Trotzdem: THE TREE OF LIFE ist eine großartige Filmerfahrung, ein würdiger Gewinner der Goldenen Palme von Cannes 2011. Mehr Selbstversenkung als Spielfilm, Kino aus dem Geist (wenn auch nicht dem Stoff) von Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“.“
Wertung: Zum Niederknien
ZITTY 13/11

„(…) Filmruine, die umwabert ist von christlich-katholischem Esoterik-Kitsch.“
„Am Ende weiß man, Malick hätte sich auf den Kern konzentrieren sollen: die weiße Familiengeschichte in den 5oer Jahren (…) Wunderbar ist man als Zuschauer eingewoben, erlebt die Strukturen aus der naiv-bewundernden, gleichzeitig hellsichtig-intuitiven Perspektive der drei Söhne. So gelingt Malick ein Familien-Splitter-Porträt, das wie eine Familienaufstellung jeden Zuschauer mit eigenen Kindheitserfahrungen konfrontiert und aktiviert zum persönlichen Ergänzen. So wird jeder einen anderen, aber immer starken Film erleben. Das ist lebendige Kunst.“
Wertung: 20 Grad
ABENDZEITUNG 16.06.11

"überwältigendes Meisterwerk"
"THE TREE OF LIFE ist über lange Strecken ein purer Film. Dieses Leben im Schnelldurchgang atemberaubend schöner Bild- und Ton-Collagen polarisiert extrem. (E)ein(e) großartige Schöpfung, die in zahlreichen, oft mitreißenden Momenten viele Möglichkeiten zum Genuss und zur Interpretation anbietet."
AUGSBURGER ALLGEMEINE 16.06.11

„Überwältigende Fabel über die elementaren Dinge des Lebens. (…) Auch in seinem jüngsten Film liegen die meisten zu Füßen, und in Cannes gab es für sein anstrengendes, aber imposantes Drama die Goldene Palme. Brad Pitt hat man schauspielerisch noch nie so gut gesehen, und die Bilderflut, mit der Malick seine Fabel über die elementaren Dinge des Lebens skizziert, ist schlicht überwältigend. Allerdings wirkt sein Epos zuweilen etwas überfrachtet, und den Schlenker zu den Sauriern hätte sich der Meister ersparen sollen. Denn die Familiengeschichte, die Malick hinter all der dicken Symbolik erzählt, ist wirklich berührend.“
Wertung: unbedingt ansehen
BERLINER KURIER 16.06.11

"Eine filmische Offenbarung"
"Es ist eines der ungewöhnlichsten Werke des Kinojahres (...)."
"Bildgewaltiges Drama"
"Vergessen wir alles, was wir über Kino wissen. Oder vom klassischen Erzählkino erwarten. Terrence Malick erzählt in TREE OF LIFE schon eine Geschichte, aber er holt dazu weit aus (...). Und er zwingt alles in Bilder, die wir noch nie gesehen haben, und in einen Bewusstseinsstrom, der mehr an Gedankenblitze erkennen lässt als an den gewöhnlichen Kinoplot. Wer jetzt nicht abgeschreckt ist, den erwartet eine cineastische Offenbarung. Eine allerdings, die dem Zuschauer viel Konzentration abnötigt - und die Bereitschaft, sich auf eine Seelenwanderung einzulassen."
"Ein orgiastischer Bilderrausch (...)."
"(...) Brad Pitt, der mit diesem gutmütigen und doch so hartherzigen Familienoberhaupt eine seiner stärksten Leistungen erbringt (...)."
"(...) eine große, großartige Reflexion über die Kindheit, ein Requiem des verlorenen Lebensraums."
BERLINER MORGENPOST BERLIN LIVE / WELT KOMPAKT 16.06.11

„(...) Terrence Malick fasst den Kosmos in einen Film, wie es ihn noch nicht gab“
„Die Natur ist in TREE OF LIFE ebenso atemberaubend schön dargestellt, wie die Akte der Gnade betörend inszeniert sind.“
„(...) diese(s) überwältigend(e), seltsam(e), hochfeierlich(e), wortkarg(e) und an Ausdruck reiche(s) Monstrum von einem Film.“
„Nicht wenige Besucher der Premiere empfanden die dauerhafte Erhabenheit und All-Bezogenheit dieses Films als problematisch, sprich: religiös. Das sagt zunächst nur, wie bedrohlich selbst das bloß vermutet Religiöse erlebt wird. (...) Wenn man Malicks Film irgendeine Nähe zu Gottestheorien unterstellen will, dann am ehesten eine zum Pantheismus. (...) Das gilt es auszuhalten. (...) Es sind große letzte Fragen, die in THE TREE OF LIFE eher angerissen als gestellt werden: Fragen nach dem Verlust, der Einsamkeit, dem Geworfensein des Menschen. (...) Doch Malicks Film ist deswegen noch lange kein philosophisches Traktat. Vielmehr wirkt THE TREE OF LIFE wie ein funkelnder Hybrid aus zutiefst lyrischen Bildinstallationen, Melodram und Discovery-Naturdoku-Elementen auf den Betrachter, der sich bald in eine eigene Welt gezogen fühlt: Plötzlich ist es nämlich, als gäbe es keine Zeit mehr. Es wirkt, als geschehe alles gleichzeitig und das ohne Unterlass. Man sitzt im Kino, verfällt den Bildern und vergisst die Grenzen des eigenen Leben.“
BERLINER ZEITUNG 15.06.11

„Kino, nicht für jedermann. Sehr lang, sehr zäh, sehr bildgewaltig. Wer sich darauf einlässt, erlebt eine sinnliche Erfahrung. Wer nicht, der nicht.“
Wertung: smiley
BILD 16.06.11

„(...) ein Kunstfilm mit radikalen Ideen und metaphorischer Bildsprache“
„Ein Werk, das die Frage der Menschheit im Schema der Dinge aufwirft. Wunderschön und wundersam.“
BILD AM SONNTAG 12.06.11

„Hochgelobt und doch nur etwas für Cineasten, die auf Wispern und Raunen stehen“
„Erinnern Sie sich an die letzten zehn Minuten von „2001 – Odyssee im Weltraum“, ab da, wo es total kosmisch wird? Genauso ist THE TREE OF LIFE: Eine Abfolge von überbelichteten Filmbildern. Ohne echte Dialoge, dafür getragen von mysteriösem Geraune und gewisperten Monologen. So meditativ und symbolträchtig, dass der Mann neben mir nach 20 Minuten einschlief.“
B.Z. 16.06.11

"anstrengendes, aber imposantes Drama"
"Brad Pitt hat man schauspielerisch noch nie so gut gesehen, und die Bilderflut, mit der Malick seine Fabel über die elementaren Dinge des Lebens skizziert, ist schlicht überwältigend. Allerdings wirkt sein Epos zuweilen etwas überfrachtet und den Schlenker zu den Sauriern hätte sich der Meister ersparen sollen. Denn die Familiengeschichte, die Malick hinter all der dicken Symbolik erzählt, ist wirklich berührend."
EXPRESS 16.06.11



"Der Film gleicht einem Drogentrip: Er öffnet den Blick für die Wunder des Universums, doch irgendwann betet man, dass er endlich aufhört. (...) Wer sich auf das neue Werk des Arthouse-Regisseurs einlässt, braucht Sitzfleisch, Sinn für Naturaufnahmen und Frustrationstoleranz gegenüber esoterischen Bildsymbolen. Als Belohnung winkt ein hochkarätig besetztes Familiendrama."
FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND 16.06.11

„Was Malick hier zeigt, sind keine traditionellen Seelenlandschaften mehr, die das Innere ins Außen spiegeln, den Mikro- in den Makrokosmos und umgekehrt. Leider sieht es eher so aus wie recycelte Sequenzen aus UNSERE ERDE oder UNSERE OZEANE: sehr eindrucksvoll, ja, ein bisschen seinsfromm auch, aber vor allem sehr disparat, wenn man diese Bilder (...) mit der Familiengeschichte zu verknüpfen versucht. Die scheinbar beiläufigen Zwischenschnitte, die in Malicks früheren Filmen mal Nick Noltes gewaltig angespannte Nackenmuskeln in ein Stück belebte Natur verwandelten, mal ein Käfer in extremer Nahaufnahme fixierten, waren keine illustrativen Abschweifungen; sie bildeten einen organischen Bestandteil des Films und seiner assoziativen Erzählweise. In TREE OF LIFE jedoch hat Malick dieses Verfahren weiter getrieben als bisher, so weit, dass man am Verfahren selber zweifeln muss. Das Problem ist dabei nicht, dass Dialoge und Handlunge so zusammengestrichen sind, bis kaum mehr etwas bleibt (...). Die Kindheitsbilder, denen Kitsch nachzusagen nicht gerade weiterbringt, haben ja durchaus etwas Berührendes. Und der Rhythmus, in dem sie montiert sind, ist plausibel. Man hat bloß den Eindruck, Malick habe das nicht gereicht, da musste nicht nur der Urknall her, sondern auch noch das Ende aller Zeiten, das wie eine Salzwüste aussieht (...). Da musste halt, wie Heidegger geraunt hätte, mehr Sein her und nicht blos Seiendes. Wie beides zusammenpassen soll weiß der Film ganz offenbar selber nicht (...) In seiner gravitätischen Tonlage, in seiner demütig-frommen Haltung (...) behauptet Malick zumindest, dass es da irgendeinen Zusammenhang gebe. Aber man fragt sich natürlich schon, angesichts eines Bilderstroms, dem man sich oft nur schwer entziehen kann, ob das nun alles nötig war; ob es nicht, wenn man im Kino schon unbedingt von den ersten und letzten Dinge erzählen will, völlig ausreicht, wenn sich da ein schwaches Spiegelbild, eine Spur des Makrokosmos im Mikrokosmos zeigt; ob da nun etwas war oder am Ende vielleicht doch eher nichts?
FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG 12.06.11

„In Terrence Malicks THE TREE OF LIFE liegen Genialität und Banalität dicht beieinander.“
„Dies ist ein Film, der anders ist, als jeder andere. Das allein ist genug für eine Goldene Palme. Andererseits: Für jede genialische Passage darin findet sich mindestens eine banale. (...) Wahre Explosionen des Ausdrucks sind da zu erleben, doch welch ein Ballast an Überflüssigem wird mit in die Luft geschleudert.“
„Da Malick der Figur (des Vaters) nur wenige Dialogzeilen schrieb, muss Pitt die meiste Zeit mit einer verbissen hochgezogenen Unterlippe auskommen. (...) Aber auch die idealisierte Frauenfigur ist ein Problem, auch wenn die talentierte Jessica Chastain das Gewünschte wortlos zu vermitteln vermag. (...) Geradezu sträflich vernachlässigt wirkt die Gestaltung der Filmkinder. Malick lässt sie über Wiesen tollen, zu Charakteren werden sie dabei nicht. (...) Andererseits rufen viele von Malicks Montageszenen (...) auch Glücksgefühle hervor: Der weitgehende Verzicht auf die digitalen Effekte nimmt die visuellen Experimente der Filmavantgarde der 60er Jahre auf.“
FRANKFURTER RUNDSCHAU 15.06.11


„(...) ein Film, der niemanden kaltlässt.“
„Terrence Malick versucht in seinem kosmischen Epos THE TREE OF LIFE nichts Geringeres, als den Sinn des Lebens zu fassen (...). Keine Frage, dieser Film wird das Publikum spalten: Einerseits ist er unerträglich sperrig und anstrengend, andererseits ist es bombastisches, bildgewaltiges, mit großen Stars besetztes Kino. (...) Man darf sich nicht wehren, kann sich nur der transzendenten Schönheit der Bilder ergeben. Alles wird später einen Sinn ergeben. "The Tree of Life" ist ein Film wie ein Urknall. (...) Malick versuchte mit so wenig Computerbildern wie möglich zu arbeiten. Zusammen mit Douglas Trumbull, der schon die visuellen Effekte in Stanley Kubricks Klassiker A SPACE ODYSSEY schuf, experimentierte Malick in einem Labor mit fluoreszierenden Farbstoffen, Chemikalien oder Milch. Die prätentiöse Hybris des Regisseurs, der mit dem Chemiebaukasten Gott spielt, kann man verspotten - schöner ist es, sich ihr zu ergeben. (...) Am Ende führt Malick mit etwas zu viel Pathos all seine Charaktere wieder zusammen. Wer den Kinosaal noch nicht verlassen hat, sieht sie, aus allen Zeitebenen herausfallend, am Wasser aufeinandertreffen. Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn allen Lebens scheint greifbar. Malick spricht sie nicht aus - zum Glück. Der Zuschauer muss sie selbst in den wundersamen Bildern finden. Aber sie ist da.“
HAMBURGER ABENDBLATT 15.06.11

„Malick entwirft vor unseren Augen eine Geschichte des Mikro- und des Makrokosmos in einem opulenten Bilder- und Farbenrausch, wie man ihn so im Kino wohl noch nie gesehen hat. Farbimpressionen, der Pferdekopfnebel, eine überraschende Begegnung mit Sauriern. Vor allem aber ist dieser Film auch eine Sinnsuche.“
„THE TREE OF LIFE ist ein sakraler Film, der daran erinnert, dass dieser Regisseur, der Philosophie studiert hat und ein Fan Heideggers ist, sich auch in seinen Filmen mit ganz großen Fragen beschäftigt. Welchen Platz hat der Mensch in der Natur, wie vergänglich sind wir und ist sie? Der rauschhaften Wirkung der Filmbilder steht an manchen Stellen die Filmmusik entgegen. Naturbilder, untermalt von Smetanas "Moldau" - da kommt man sich dann doch vor wie in der TV-Werbung und nicht unbedingt wie in der guten. Erhabenes und Kitsch sind eben manchmal nicht weit voneinander entfernt.“
HAMBURGER ABENDBLATT HAMBURG LIVE 16.06.11

„Bei THE TREE OF LIFE betätigt er (Malick) sich nun als Priester, Philosoph, Wissenschaftler und Esoteriker zugleich. So wird aus dem Film eine Symphonie, die statt aus Tönen aus Impressionen, Gedankensplittern und Erinnerungsfetzen besteht. Malick belässt es nicht bei einer Geschichte über eine Familie in den 1950ern, er will nicht weniger als gleich dem gesamten Universum auf den Grund gehen. Das ist so anders als alles bisher Dagewesene, dass es kaum verwundert, dass THE TREE OF LIFE bei seiner Uraufführung bei den Filmfestspielen von Cannes zugleich Buhrufe erntete und den Hauptpreis abräumte.“
„Wer auf die assoziative Bilderreise einsteigt, wird mit einem cineastischen Urknall entlohnt. Wer hingegen nach 15 Minuten noch nicht im Film drin ist, sollte sich die verbleibenden zwei Stunden besser sparen.“
HAMBURGER MORGENPOST PLAN 7 16.06.11

"An Malicks Film wird sich künftig jeder Filmemacher messen müssen, der den ernsthaften Versuch wagt, sich mit dem Wesen der Kindheit auseinanderzusetzen. Vom Entdecken der Welt über das Ertasten der unmittelbaren Umgebung, die ersten Schritte, Träume und Ängste bis hin zur Auslotung der Grenzen und der Entdeckung der Scham findet Malick erhabene Bilder, die weniger verstanden als erfühlt werden wollen. (...) Man mag vom weiten Bogen, den Malick spannt, halten was man will. Der 67-jährige Meister riskiert viel und macht sich mit seinen großen Zielen angreifbar. Dabei beweist er jedoch einen Mut zum ganz großen Wagnis, zum Pathos und zum Scheitern, der sich kaum kleinreden lässt. Malicks Lebensbaum ist schlicht 'too big to fail' und nimmt ohne Widerworte im cineastischen Olymp zwischen Tarkovskis DER SPIEGEL und Kubricks 2001 Platz. Er hat es sich verdient. Kein Weg führt an ihm vorbei."
KÖLNER STADT-ANZEIGER MAGAZIN 16.06.11

"Ist das genial? Oder verquast? Kunst oder Kunstgewerbe? Eine philosophische Suche nach Urgründen oder tönernes Kopfkino? (...) THE TREE OF LIFE wuchert gewaltig - und wirkt auf wunderliche Art zu schwerer Bedeutung gewuchtet. Daran hat sich Terrence Malick wohl etwas verhoben. Terrence Malick liegt trotzdem über all den Nichtigkeiten, die das Kino verstopfen. Das Problem: Malick misst sich nur an Malick. Da fühlt man sich unter dieser gewaltig ausladenden Lebenszeder schon etwas malade."
LEIPZIGER VOLKSZEITUNG 16.06.11

"THE TREE OF LIFE ist ein bahnbrechendes Werk über die menschliche Existenz. Wem Malicks radikale Visionen nicht gefallen, der kann sich zumindest in der überwältigenden Schönheit seiner Bilder verlieren."
MANNHEIMER MORGEN MAGAZIN 16.06.11

„TREE OF LIFE ist ein Experimentalfilm aus Hollywood, ein Familiendrama mit CGI-Dinosauriern (die einen ersten Akt der Gnade vollführen). Es ist ein Versuch, das ganze Dasein, den ganzen Kosmos genauso zu fassen wie das intimste Detail.“
„(…) Der Film ist beseelt vom Glauben, dass bewegte Bilder Philosophie betreiben – ach was: verkörpern! – können. Dass Kino ein zugleich überwältigend sinnliches wie tief denkfähiges Medium sei. Es ist ein Film, ein Erlebnis wie kein anderes.“
„Bei all seiner Monumentalität und technischen Brillanz ist TREE OF LIFE doch ein erstaunlich schutzloser Film, in jedem Moment merklich mit brennendem Herzen gemacht. Er hofft auf ein Publikum, das ebenfalls Mut hat. Die Augen zu öffnen und zumindest zu versuchen, das Kino, das Leben, die Welt neu zu sehen. Und er verdient es.“
Wertung: Hervorragend
MÜNCHNER MERKUR / TZ 16.06.11

"großartige und berührende Bilder"
"Es folgt ein mit bombastischer bis schriller (Opern-)Musik unterlegter bildlicher Überwältigungs-(Kraft-)Akt (...). Es ist der Höhepunkt von Malicks philosophisch-esoterisch-religiösem Filmessay: eine Hommage an die Unfassbarkeit der Schöpfung des Seins. Das Staunen darüber spiegelt sich auch in der Form wider: assoziativ, repetitiv, pompös und doch voll betörender Landschaften, die mit Symbolen aufgeladen und überladen sind. Diese missionarische Natur-Zeremonie zeugt sowohl von einer gehörigen Portion Megalomanie als auch von Chuzpe, einem Film in Bildern zu komponieren, die herkömmliche Erzählmuster so konsequent unterwandern. (...) Ob der Zuschauer mit diesem Film auch sein Seelenheil findet, hängt von seiner Affinität zu Spirituellem und seinem Willen ab, sich auf Malicks Experiment einzulassen. Ein filmisches Wagnis ist THE TREE OF LIFE (...) jedoch allemal." NEUES DEUTSCHLAND 16.06.11

"Malick führt schwere optische Geschütze auf, konfrontiert den Zuschauer mit einem nicht enden wollenden Bilderrausch (...). (...) Die Ausdauer, mit der Malick diese Sequenzen in die Länge treibt, lässt das Staunen irgendwann denn doch der Erkenntnis weichen, dass hier auch eine gehörige Portion schwülstiger Metaphysik mit im Spiele ist."
NRZ & WAZ 16.06.11

"wuchtig"
"(…) der filmende Philosoph überfrachtet sein Werk mit Pathos und Bedeutungsschwere."
"unbestreitbar ein einzigartiger Film"
"Die Kamera, die fast nie stillsteht, entfacht einen Bilder- und Erinnerungsstrom und führt zugleich tief in die Gefühlswelt der Kinder (toll: Hunter McCracken als junger, aufbegehrender Jack), die gerade erst die Schönheit und die Schrecken des Lebens entdecken. In diesen Sequenzen ist der Film ungemein authentisch und vor dem Hintergrund des tragischen Todesfalls, der das ganze Werk mit Melancholie durchzieht, sehr berührend. Doch der Visionär wollte eben mehr erzählen, die ganze Schöpfungsgeschichte, und überfrachtet den Film mit pathetischem Bombast und bedeutungsschwangerem Raunen. Am verklärenden Ende mündet alle Spiritualität in esoterischen Kitsch. Ein Meisterwerk? Nicht wirklich."
NÜRNBERGER NACHRICHTEN 16.06.11

"Der Regisseur Terrence Malick geht in seinem größenwahnsinnigen und grandiosen Film THE TREE OF LIFE dieses Wagnis ein: Er will aus dem Bewusstseinsstrom eines Menschen möglichst viele Bilder, Fetzen und Klänge fischen und damit über eine Distanz von 138 Minuten abbilden, was in unseren Köpfen vorgeht, wenn wir uns erinnern."
"brillant: Brad Pitt"
"Der Zuschauer, der sich auf diese Art der Welt-Wahrnehmung einlässt, erlebt Momente großer Wahrhaftigkeit. Sicher ist THE TREE OF LIFE in vielen Einstellungen zu gravitätisch, mancher Effekt ist kosmischer Schwulst, und bestimmt hätten Kürzungen gerade in den Passagen, in denen eine Stimme aus dem Off zu bedrohlich wabernden Lichtgeilden philosophische Fragen formuliert, gut getan. Aber Malick bleibt auch im Augenblick größter Künstlichkeit präzise, er macht sich die ästhetische Uneinheitlichkeit der Produktion zunutze. (...) Und tatsächlich ist gerade in sich mitunter selbst widersprechenden Bedeutungschaos dieses Films die Wahrheit verborgen. Jedenfalls hat im Kino noch niemand eine derart genaue Entsprechung für das gefunden, was uns ausmacht."
"THE TREE OF LIFE ist die Summe von Malicks Werk. Der Film nimmt sich zeit, er landet wie ein Raumschiff im Kinosaal, langsam und fremd. Es ist eine mitunter kaum zumutbare Meditation, vollkommen offen, und sein Schluss ist eher eine Unterbrechung als eine Pointe. Manchen mag das gottweise Geraune, das Pathos der Daseinsschwere zermürben. Zwischen den Resten dieser Handlung aber schimmert Erkenntnis: So sind wir. THE TREE OF LIFE ist verrückt und groß, eine Revolution."
RHEINISCHE POST 16.06.11

"Bei aller philosophisch-existenzieller Aufgeladenheit wirkt Malicks Gegeneinanderstellen von 'männlichen' und 'weiblichen' Prinzip im Kern dann doch ein wenig banal. Nur selten verlässt die geradezu schwerelose Kamera von Emmanuel Lubezki die Perspektive des Sohnes und lässt sich immer wieder mitreißen von kindlichem Ungestüm. Die Reise in die Vergangenheit wird nicht therapeutisch aufgearbeitet, sondern folgt der assoziativen Form der Erinnerung. Manchmal hat man das Gefühl, die Kamera sei direkt im Gedächtnis implantiert - bis man wieder von den hinein gewisperten Off-Kommentaren herausgerissen wird, in denen bedeutsame, rätselhafte und triviale Lebensweisheiten in spirituell-poetischer Verpackung gereicht werden. Das alles macht aus THE TREE OF LIFE noch längst keinen schlechten Film, sondern ein kontroverses Kunstwerk, das nicht nach dem Konsens mit dem Publikum sucht, sondern mit großer, visueller Kraft Gedanken- und Gefühlsgegenden führen will, die im Kino nicht oder nur selten aufgesucht werden."
SAARBRÜCKER ZEITUNG TREFF 16.06.11

„Kitschig, bedeutungsschwanger und sehr religiös (...).“
„TREE OF LIFE (...) ist (…) eine ganz spezielle filmische Wundertüte: radikal, überladen, selbstverliebt, protzend, beeindruckend und vor allem zwiespältig. (...) Und so bleibt ein ungewöhnlicher Film, der ebenso fasziniert wie verärgert, aber in der heutigen Kinolandschaft durch seine Einzigartigkeit besticht.“
DER SONNTAG 12.06.11

"Große Filmkunst oder esoterischer Kitsch? Terrence Malick schuf beides."
"Ein Film soll zu schauen geben, aber zu denken schon auch. Sind die Gedanken des Regisseurs weniger scharf als naturfromm verblasen, hintertreiben sie leider das schönste Geschaute. Dann hat der Kinogänger ein Problem: Er jubelt - und seufzt verärgert dem Abspann entgegen. Genau so könnte es ihm jetzt mit Terrence Malicks TREE OF LIFE gehen, jenem lichtdurchfluteten Monumentalwerk, das zu den erwartungsvollsten Ereignissen der Kinogeschichte gehört."
"Malicks Regie: betörend, irrwitzig, mit Bildern, allesamt prämierenswert. Nur setzt das antizivilisatorische Sentiment falsche Akzente. Und das Gewisper, weniger christenmenschlich als pantheistisch verquast, geht arg auf die Nerven."
STUTTGARTER ZEITUNG 16.06.11

„Achterbahn der Wahrnehmung – Terrence Malicks filmischer Bewusstseinsstrom THE TREE OF LIFE“
„Ein Film über alles, und man muss, um TREE OF LIFE zu mögen, sich entweder darauf einlassen, dass der Film tief religiös ist – oder sehr krampfhaft versuchen, die Idee von den rivalisierenden Mächten, der Natur und der Gnade, männlicher Herrschsucht und weiblicher Schaffenskraft, vom Christentum zu löesen. Aber leicht macht es Malick einem nicht – THE TREE OF LIFE ist einerseits Gedanken- und Erinnerungsstrom, anderersiets aber ein langes Gebet. So richtig folgen kann man Malick nicht immer, aber dass es Raum gibt für Interpretation und Projektion, ist sicher Teil seines Plans – so kann man durchaus den Abspann eines Lebens darin sehen, das, was an einem Sterbenden vorüberzieht. THE TREE OF LIFE ist ein Nebeneinander von Genie und Wahnsinn (...). Wie immer man dazu steht, selbst wenn man nichts anfangen kann mit der Welt- und Gottessicht, wie Terrence Malick sie hier zelebriert – dann muss man immer noch mit Staunen anerkennen, wie er das gemacht hat. Die Gedankenfetzen, die Malick zeigt, sind für sich genommen einfach unfilmbar, die emotionalen Fragmente unspielbar. (...) Man kann daran zweifeln, ob das wirklich eine ideale Form des filmischen Erzählens ist – die Kamera ist permanent in Bewegung, viel mehr, als man es beim tatsächlichen Sehen ist , und der Film ist so schnell geschnitten, dass man den Verdacht nicht los wird, Brad Pitt habe hier den Auftritt seines Lebens absolviert, und man habe es verpasst, weil ein Gesichtsausdruck lange genug im Bild bleibt, um ihn wirklich zu betrachten. Aber grandios und überwältigend ist das, was Malick da gemacht hat, auf jeden Fall. Niemand wird je sagen können, er habe die Pracht nicht gesehen; er findet sie in allem, was er sieht, selbst in der Grausamkeit und Verzweiflung und Verlust. Und wenn Gott die Gesamtheit aller Dinge ist, dann ist auch ein Film göttlich, und THE TREE OF LIFE ein Stückchen Schöpfung für sich.“
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 15.06.11

„Bis dahin zäumte er (Malick) seine Meditationen über Mensch und Natur, Unschuld und Sünde, an Erzählsträngen auf. Aber bei TREE OF LIFE scheint er die lästige Last des Narrativen abwerfen und die Zuschauer mit philosophischen Reflexionen beglücken zu wollen (…)“
„Diese fragmentarischen Impressionen werden assoziativ aneinandergereiht, immer mit Sinn für berückende Bilder.“
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG SZ EXTRA 16.06.11

„Die selten im ‚Mainstream’-Kino zu sehenden Bilder in Terrence Malicks philosophischem und spirituellem Drama unternehmen nichts weniger als den Versuch, Schöpfung und Evolution mit filmischen Mitteln miteinander zu vereinbaren. Die Kamera von Emmanuel Lubezki wandert von den Nahaufnahmen der Kinder und den intimen Familienbildern, die an eine Art Familienalbum erinnern, in die unermessliche Höhe des Kosmos auf der Suche nach Sinn, vielleicht nach Gott. Allerdings erreichen die Kosmos- und Schöpfungsbilder leider selten eine Qualität, die über eine übliche National Geographic-Reportage hinausgeht. Diese ganz unterschiedlichen Bilder werden von einem grandiosen Schnitt zu einer Einheit geführt, aus der zusammen mit der Musik ein meditativer Rhythmus entsteht, der den kontemplativen Duktus in Malicks DER SCHMALE GRAT noch steigert.“
TAGESPOST 16.06.11

„phänomenales Filmwerk“
„THE TREE OF LIFE ist eine Zumutung, und was für eine! Er ist großartig.“
„(…) Wer THE TREE OF LIFE sieht, weiß, dass Malick zur ersten Gruppe gehört: Welch kosmische Unordnung, welche Vermischung des Unvermischbaren! Und es ist – um das gleich noch einmal zu wiederholen – atemberaubend.“
„Malick wollte den Lebensbaum porträtieren, der urtief in die Vergangenheit reicht und weit in die Zukunft, bis ans Ende aller Tage. Und doch ist das Bild des Baums zu statisch für das, was hier geschieht. THE TREE OF LIFE hat die Dynamik und die Konsistenz jenes Films, der in jedem von uns abläuft, solange wir nicht schlafen oder mit dem Umstand konfrontiert sind, den Phänomenologen des Alkoholismus „Filmriss“ genannt haben. Es ist ein Bewusstseinsstrom, lauter Schwemmgut der Erinnerung in Satz- und Bildfetzen, kosmische Spekulation, alte Liedzeilen, versprengte Zitate neben Alltäglichstem. Aber das alles so, wie es die Erinnerung eben aufbewahrt: überhöht, im Positiven wie im Negativen.“
TAGESSPIEGEL 14.06.11

„Es ist eine große Meditation über den Anfang und das Ende aller Dinge geworden, (…) THE TREE OF LIFE ist selbstredend eine Zumutung, aber welches wirklich große Werk wäre es nicht? Faszinierend, wie sich der Film immer wieder weitet und zusammenzieht, und jedes Mal, wenn man denkt: Jetzt stürzt er ab, findet er einen so traumsicheren Übergang, etwa von den Sauriern in einen texanischen Kindheitsgarten, vom Krater des Ätna in die Küche der Mutter. (…) Manch einer mag sich religiös bedrängt vorkommen, aber dieser Baum wächst auch ohne Gott. (…) Eine großartige Zumutung.“
TAGESSPIEGEL TICKET 16.06.11

"Es dürfte der kontroverseste Film dieses Kinojahres sein (...)."
"Das hier strebt nicht nach Schlusspointe und Abspann, das hier strebt nach Ewigkeit, will Kunst sein und ist es auch, ein Rätsel von langer Haltbarkeit, eine Bildersinfonie, ein langes Gedankenspiel, ein totgesagter Park, der Kino heißt und Wunder schafft und unsere Welt, so wie wir sie erinnern. Und wir schauen und staunen. Oder stöhnen."
"(...) TREE OF LIFE ist neben allem anderen auch eine perfekte Gedächtniserzählung. Und das perfekte Porträt pubertärer Gefühls- und Körperverwirrung, eine Geschichte von beginnender und fehlgehender Mannwerdung. (...) Hunter McCracken ist fantastisch. Er liefert sich mit dem diesmal ebenfalls sehr fantastischen Brad Pitt ein Duell der Zerrissenheit. Und gewinnt."
"So schön kann Hybris sein, so schön. Muss man ja nicht immer haben, aber manchmal. Und dann befreit es Auge und Herz."
DIE WELT 16.06.11


"bildgewaltige(s) Familien- und Schöpfungsdrama"
"Leider driftet die Inszenierung gelegentlich in Kitsch und die religiöse Botschaft der Esoterik ab."
WESTFALENPOST / WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU / NRZ / WAZ 16.06.11
"(...) und wieder einmal scheiden sich an diesem Regisseur die Geister."
"Die Bilder sind auf großartige Weise beklemmend, und sie sind es deshalb, weil sie die bürgerliche Kälte nicht einfach zeigen, sondern weil die Bilder selbst traumatisiert sind, ästhetisch gewaltsam, seltsam kantig und zerschnitten."
"Wie schon DER SCHMALE GRAT ist es ein großer mythologischer Kitsch, der das Publikum glauben macht, der Weg zum Leben führe über den Tod, über Opfer und Leid. Gegen Regisseur Terrence Malick ist Papst Benedikt ein Aufklärer."
DIE ZEIT 16.06.11


„ein fesselnder Film mit atemberaubenden Bildern über das Leben an sich“
„eine Hymne an das Leben“
„philosophisch, bilderstark, emotional“
ARD Mittagsmagazin 09.06.11

FILMESTSPIELE IN CANNES

TV

„Und doch hat die Jury wieder alle überrascht und einen Film prämiert, der stark polarisiert hat.“
ARD TAGESTHEMEN 22.05.11

„Magische Bilder, wunderbare Reflexionen.“
„Die Herrlichkeit der Dinge, das Wunder des Daseins. Danach sucht dieser Film. Nebenbei: ein wunderbares Portrait der Kindheit.“
„Es geht ums Ganze in "Tree of Life". Vom Anbeginn der Zeiten bis in alle Ewigkeit. Das ganz Große im ganz Kleinen. Ein Film über die Sehnsucht der Menschen nach etwas Göttlichem – und die Zweifel daran.“
ARD TTT 22.05.11

„Bildgewaltiges, spirituelles Filmepos“
ZDF HEUTE 16.05.11

„Eine spirituelle Reise“
„Voller geheimer Sinnbilder“
„Malick verbindet das Schicksal des Einzelnen mit dem großen Ganzen. Es geht um nicht weniger als die Entstehung des Universums. Bilder wie Gemälde – so rätselhaft wie ihr Schöpfer, der große Unsichtbare des US-Kinos.“
„Eine philosophische Meditation, die leider allzu überladen und bedeutungs-schwanger den Zuschauer zu erdrücken droht. Ein Film, der polarisiert: Applaus und Buh-Rufe in Cannes.“
Sabine Schultz, ZDF HEUTE JOURNAL 16.05.2011

„Ein Mammutwerk, an dem sich hier in Cannes die Geister scheiden.“
„Für die einen das ultimative Meisterwerk, für die anderen überfrachteter Größenwahn. In jedem Fall ein außergewöhnlicher Film. Ein bildgewaltiges Epos. Trotz aller Kritik ein würdiger Preisträger.“
ZDF HEUTE JOURNAL 22.05.11


PRINT

„Ein christlich-katholischer Esoterik-Kitsch“
„Hier sind großartig spontane Lebenssplitter entstanden, die den Zuschauer zum Ergänzen und eigenem Verstehen anregen, ehe der Film sich wieder in peinliche Jenseitsvisionen verliert.“
Adrian Prechtel, AZ 17.05.11

„Überzeugen konnte der Film die Jury, weil er wie eine psychologische Familienaufstellung mit Erinnerungsepisoden funktioniert – ohne Gut und Böse, zum Teil gedreht aus Kinderperspektive. So gerät jeder Zuschauer in eine Selbstbefragung, so dass das Kinoereignis über den Abspann hinaus wirkt.“
Adrian Prechtel, AZ 23.05.11

„Die (die Goldene Palme) ging an "The Tree of Life" von Terrence Malick, was einerseits erwartet wurde und dennoch eine Überraschung war. Schließlich gilt Robert De Niro nicht gerade als avantgardistischer Jury-Präsident; bei ihm könne jeder Wettbewerbsfilm die Goldene Palme gewinnen, hörte man während des Festivals immer wieder. Es gewann indes der extremste und umstrittenste Film: eine zweieinhalbstündige Kosmologie, in die das Drama einer Familie so eingewoben ist, dass sich Seinsfragen im All-Zusammenhang stellen. Eine Art sinfonisches Werk. Bilderstürmer Malick hat längst seine eigene Kirche gebaut.“
Anke Westphal, BERLINER ZEITUNG 24.05.11

„Gestern stellt Brad Pitt (47) seinen Film THE TREE OF LIFE von US-Regisseur Terrence Malick vor. Die Reaktionen? Frenetischer Beifall. Und Buhrufe. Worum’s geht? Das ist bei „Intelektuellen-Kino“ ja schwer . Um Liebe. Um Tod. Um alles.“
Sissi Benner, BILD 17.05.11

„Der ambitionierteste Film seit "2001 - Odyssee im Weltraum": In einer Sinfonie berauschender Bilderfolgen stellt sich Terrence Malick anhand der Geschichte einer Kindheit in den Fünfzigerjahren den großen Fragen des Wunders Leben. Selbst, wenn man sich der imposanten Vision von Terrence Malick nicht verschreiben will und den philosophischen Überbau seines fünften Films als Regisseur seit seinem Debüt "Badlands" im Jahr 1973 als prätentiöses, womöglich gar religiös verklärtes Wolkenkuckucksheim abtut, wird man zugestehen müssen, dass es zu THE TREE OF LIFE, entstanden in vierjähriger Arbeit, an Ambition, Einzigartigkeit und visueller Extravaganz im Kino von heute nichts Ebenbürtiges gibt. Filme wie dieser werden eigentlich nicht gemacht. Nicht einmal in der kreativen Hochphase des amerikanischen Kinos zu Zeiten des New Hollywood gab es Vergleichbares. Dass er heutzutage entstehen konnte, wo Film kaum noch als Kunstwerk sondern als vermarktbares Produkt zu funktionieren hat, grenzt an ein Wunder. Wenn man denn nach Referenzen für dieses, in endlosen, perfekt aufeinander abgestimmten Bilderkaskaden (Kamera: Emmanuel Lubezki) frei fließende Poem über das Wesen der menschlichen Seele sucht, das nach Ordnung strebt, wo keine Ordnung bestehen kann, und nach Sinn, wo alle Fragen unbeantwortet bleiben müssen, dann kann man Kubricks "2001" nennen und vielleicht noch "Koyaanisqatsi".
„THE TREE OF LIFE ist ein einzigartiges Erlebnis, ein kosmischer Trip, der erfühlt und erspürt werden will und erst dann intellektuell aufgearbeitet.“
„Sein Streben, in der Auflösung von Zeit und Raum, Sinn zu finden, eine Quelle der menschlichen Seele, das trägt Züge von Größenwahn. Aber was für ein Größenwahn! Voll von großer Erhabenheit und unendlicher Schönheit. 56-mal hintereinander habe Mantovani ein Stück aufnehmen lassen, erzählt der Vater seinem Sohn Jack in einer gemeinsamen Szene. Danach habe er gesagt: Ich kann es noch besser. Das Streben nach Perfektion ist ein ewiger künstlerischer Impetus, wie auch das Bedürfnis danach, Antworten auf Fragen zu finden und damit Gott näher zu kommen. Vielleicht also kann es Terrence Malick noch besser. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es gut genug. Allemal.
Thomas Schultze, BLICKPUNKT FILM.DE 17.05.11 /
BLICKPUNKT FILM 22/11

„Terrence Malicks THE TREE OF LIFE erkundet in Cannes das Urverhältnis der Welt.“
„Diese Naturmystik schwappt nun mit elementarer Gewalt von der Leinwand. Penns jüngerer Bruder stirbt früh, die Mutter ruft in ihrer Verzweiflung Gott um den Sinn des Lebens an - und Terrence Malick antwortet mit einem Zitat aus dem Buch des Hiob und der vollstmöglichen Wucht des Filmemachens.
„Während Malicks Schöpfungsgeschichte eher Sinn betäubend wirkt, beginnt etwas wirklich Atemberaubendes, sobald er in Brad Pitts Fünfzigerjahrefamilie ankommt. Er erzählt, wie gesagt, aus der Erinnerung von Sean Penn, aber so, wie Erinnerung wirklich funktioniert: in Fetzen und Fragmenten. Es gibt keine durch erzählten Ereignisse, einzig Impressionen, Tupfer, Berührungen. Das, was für Jungs wirklich zählt, jede nutzlose, laute, potenziell zerstörerische Betätigung.“
Hanns-Georg Rodek, DIE WELT 17.05.11
& BERLINER MORGENPOST 18.05.11

„Darüber, ob auch "Tree of Life" ein Mainstream-Film ist, lässt sich trefflich streiten. Malick hat mit Brad Pitt und Sean Penn zwei der größten Stars der Gegenwart und erzählt, wie so viele Filme beim 64. Festival zu Cannes, von einem Vater-Sohn-Konflikt. Er tut dies allerdings mit einem Furor, der einerseits an die naive Gläubigkeit von DeMilles Bibelepen erinnert, andererseits dezidiert esoterische Elemente hat.“
Als einer der drei Söhne von Brad Pitts Filmgattin Jessica Chastain im Teenager-Alter stirbt und sie ein verzweifeltes "Warum?" gen Himmel schickt, antwortet der Übergott der amerikanischen Filmemacher mit seinem bisher ehrgeizigsten Vorhaben: Er konstruiert in einer furiosen Montage aus Natur- und Trickaufnahmen die Geschichte des Universums vom Urknall über die Formung der Erde und die Dinosaurier, bis er in seiner Gegenwart ankommt, dem Texas der Fünfzigerjahre, wo auch Malick aufwuchs.“
„Eine Viertelstunde lang füllt er die Leinwand so mit seiner Version der Schöpfung, und daran knüpfen sich die Vergleiche mit Stanley Kubricks "2001", die nun die Runde machen. Bei aller Überwältigung, die von beiden Filmen ausgeht, muss man sich jedoch fragen, worum es ihren Autoren eigentlich geht. Kubrick malt, trotz seines Untertitels "Odyssee im Weltraum", mit breiten Strichen ein Gemälde von der Evolution der Menschheit durch die Jahrtausende.“
„Bei Malick erschließt sich der Sinn des Unternehmens nicht so richtig. Wenn man einen Vater-Sohn-Konflikt schildern möchte, warum dann beim Urknall beginnen und dem Erlöschen der Sonne enden? Will man hingegen die Geschichte des Universums beschreiben, was hat darin eine texanische Kleinstadt zu suchen? Die Gegenüberstellung des Mikrokosmos der Familie und des Makrokosmos der Ewigkeit, die auf Drehbuchpapier verheißungsvoll ausgesehen haben mag, ist das Problem des "Tree of Life". Jeder der beiden Teile ist für sich genommen brillant, aber ihre erzwungene Verzahnung war wohl der Grund, warum die erste Vorführung vor der Presse in Cannes in mehr Buhen als Klatschen endete. Die Cannes-Jury hingegen hat die Kühnheit eines Versuchs gewürdigt, den weder die Multiplexfutter-Lieferanten aus Hollywood, noch die Arthaus-Versorger aus Cannes jemals gewagt haben.“
Hanns-Georg Rodek, DIE WELT 24.05.11

„(…) Vor allem aber ist der Film mit Brad Pitt eine visuelle und intellektuelle Orgie allererster Güte. Das Spektrum seiner fantastischen, abgefahrenen Bilderwelten wechselt dabei spielerisch vom Urknall zur Entstehung des Lebens und vom Einzeller zum Saurier.“
Dieter Oßwald, FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND 23.05.11

„Es war eine Erfahrung, vergleichbar jener, als wir zum ersten Mal Stanley Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ gesehen haben. In einem sich ständig verändernden Universum aus Bildern und Tönen, aus Szenen von Kindheit und Verlust, aus Gefühlen von Freude und Trauer, Leere und den ersten wie den letzten Fragen treibt man als Zuschauer durch diesen Film wie durch einen Fluss. Erlebt, wie die Erde sich formt, und später, wie ein Meteor sie in Stücke schlägt, wie ein Specht an die Baumrinde klopft, Dinosaurier durch ein Flussbett waten, wie Kinder lernen zu boxen und ein Mann inmitten reflektierender Glas- und Stahltürme verlorengeht. Milliarden Jahre kosmischer Geschichte verbinden sich organisch mit der Geschichte einer Familie in Texas in den fünfziger Jahren, und selbst wenn es sich mittendrin mal anfühlt, als sei man unfreiwillig in eine Kirche geraten, und sich das Ganze am Ende in einer Sequenz an einem Salzsee dem New-Age-Spiritualismus zuneigt, sind die Fragen an keine Schule gebunden, nur an den Grund allen Nachdenkens überhaupt: woher wir kommen, wohin wir gehen, und warum Gott, welcher auch immer, auch seinen Gläubigen nicht antwortet und die Natur nicht stillsteht, einerlei, was uns zustößt.“
„So braucht man nicht zu fragen, was der Film bedeutet, eine Frage, der Malick auch in Cannes wieder auswich, indem er zur Pressekonferenz nicht erschien. Es geht nicht ums Bedeuten hier (so wenig wie in Malicks früheren Filmen), sondern ums Sehen.“
„Vielleicht kommt man der Sache näher, wenn man den Film erst einmal sieht als Requiem für einen verlorenen Sohn. Denn die Familiengeschichte entfaltet sich von dem Augenblick her, in dem ein Telegramm einer Mutter (Jessica Chastain) den Tod ihres Kindes mitteilt. Von dort geht der Film zurück an die Anfänge des Universums, zum Urknall, glühender Lava im All, kosmischen Lawinen – entworfen nach dem Stand der Wissenschaft, so heißt es, nichts Ausgedachtes, Vorgestelltes, vage Geahntes. Wasserfälle stürzen über die Leinwand, Einzeller, Mehrzeller entwickeln sich, Bäume wachsen in den Himmel, und auch ein paar Dinosaurier bekommen wir zu sehen. Fast das ganze erste Drittel umfasst diese beinahe wortlose Reise durch die Naturgeschichte, ein Erlebnis brillanten Filmemachens.“
„Dass die Mutter Liebe predigt und der Vater Härte gegen sich selbst, fällt in seiner Schlichtheit kaum ins Gewicht angesichts der überwältigenden Kinoerfahrung, die Malick geschaffen hat. THE TREE OF LIFE ist der einzige amerikanische Beitrag im Wettbewerbsprogramm. Nach der Pressevorführung am Montagmorgen wurde verhalten gebuht. Das ist hier über die Jahre schon schlechteren Filmen passiert.“
Verena Lueken, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG 17.05.11

„Tree of Life war der herausragende Film eines sehr guten Wettbewerbsprogramms von zwanzig Filmen – visionär in seinem alles umspannenden Ansatz, riskant in seinem Verweben der kosmischen Erzählung mit der Geschichte einer Familie in Texas in den fünfziger Jahren, magisch in seiner Wirkung auf den Zuschauer, der ebenso mühelos wie der Film Zeitsprünge von vielen Millionen Jahren mitmacht, ohne die Orientierung zu verlieren, und sich dem Film ganz überlässt – wenn er es tut und nicht von Beginn, das heißt von dem vorangestellten Bibelzitat aus dem Buch Hiob an, die Schotten dicht macht, was, wie die Missfallensbekundungen in den Vorstellungen zeigten, durchaus auch eine Reaktion auf diesen Film sein konnte.“
Verena Lueken, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG 24.05.11

„In Cannes endet die Uraufführung von Terence Malicks heillos überladenem Bekenntnis zur Lebensfreude THE TREE OF LIFE in einem Buhkonzert.“
„Terrence Malicks Cannes-Beitrag THE TREE OF LIFE ist nach „The New World“ erst sein fünfter Film. Und er ist der erste, dessen Uraufführung am Montag in einem Buhkonzert endete. Kein Film war an der Croisette mit größerer Spannung erwartet worden als die in den 1950er Jahren angesiedelte Familiengeschichte mit Brad Pitt und Sean Penn, deren Dreharbeiten bereits 2008 beendet worden waren. Bereits letztes Jahr hatte sie in Cannes zum Aufgebot gehört, bis sie der Regisseur dann doch für unfertig erklärte. Die 140 Minuten aber, die jetzt durch den Projektor liefen, erscheinen auf tragische Weise überfertig: Sie erinnern mitunter gar an jenes „unbekannte Meisterwerk“ in Balzacs Erzählung, an dem ein Maler so lange gepinselt, bis außer Farbe nichts mehr zu erkennen ist.“
„In einer spektakulären Ellipse seiner Karriere hat Malick nun doch noch seine Schöpfungsgeschichte gedreht. Nur wirkt sie nun, da sie nicht mehr ein Schlachtengemälde rahmt, sondern nur ein winziges Genrebild um eine trauernde Mutter, die einen Sohn im Krieg verliert, grotesk überproportioniert.“
Daniel Kothenschulte, FRANKFURTER RUNDSCHAU /
BERLINER ZEITUNG / KÖLNER STADT-ANZEIGER 17.05.11

„Die Grenze von Leben und Tod ist der Spielort dieses gut zweieinhalb Stunden langen Filmereignisses. Und während alle seine bisherigen Arbeiten lediglich in einen eng begrenzten Zeitraum der amerikanischen Geschichte führten, wählt er nun den breitesten zeitlichen Rahmen, der denkbar ist: Buchstäblich mit dem Urknall beginnt seine nicht ganz so kurze Geschichte der Zeit. Und selbst mit dem Untergang des Blauen Planeten ist sie noch nicht an ihrem Ende angelangt.
Es ist ein filmisches Glaubensbekenntnis – zwar an keine bestimmte Religion aber doch an die Ewigkeit der spirituellen Existenz. Und natürlich an die Kunstform, die den wohl totalsten Eindruck auf die Sinne macht, das Kino. Es ist die schiere Virtuosität der Regieleistung, die man auch dann bewundern kann, wenn man sie mitunter geschmacklich ablehnt. Stets geht Malick in die Vollen, spielt Smetanas Moldau und Bachs Toccata und Fuge. Und immer wieder blendet er auf das Lebenssymbol, das seinem Film den Titel gibt: Den „Tree of Life“ – auch wenn sich in seinem Schatten ein genau besehen recht hölzern inszeniertes Familiendrama abspielt, in dem selbst ein Brad Pitt seltsam verloren wirkt.
Für jede genialische Passage in diesem Film findet sich mindestens eine banale, was sich schon im Buhkonzert nach der ersten Pressevorführung ausdrückte. Aber dass ein Film umstritten ist, bedeutet noch lange nicht, dass er nicht zum Festivalfavoriten taugt. Es war durchaus erwartet worden, dass Robert de Niro diesem großen Einzelgänger des amerikanischen Kinos mit seiner Jury dafür den Hauptpreis spendieren würde.“
Daniel Kothenschulte, FRANKFURTER RUNDSCHAU 24.05.11

„Eine Regielegende meldet sich zurück: Terrence Malick und sein bombastisches Drama THE TREE OF LIFE.“
„Malick hat die Erwartung an seinen Film durch die lange Vorlaufzeit selbst in die Höhe getrieben. Dahinter bleibt er nun weit zurück. THE TREE OF LIFE fasziniert als kunstvoll komponierte Kinosinfonie, angereichert mit bombastischer Musik. Doch wird der Film erdrückt von philosophisch-religiösem Ballast. Das Schönste, was am Montag in Cannes über den Film gesagt wurde, stammte aus dem Mund von Brad Pitt: „Malick ist wie ein Kerl mit einem Schmetterlingsnetz, der wartet, um den richtigen Moment einzufangen.“ Für ein Meisterwerk hat das aber nicht gereicht.“
Stefan Stosch, LEIPZIGER VOLKSZEITUNG /
HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG 17.05.11

„(Terrence Malick) hat seinen Film vielmehr als spirituelle, symphonische Meditation angelegt und mit getragenen Übergroßbildern gefüllt: Vom All, von Dinosauriern, von der Schöpfung, vom Urknall. Zwischen der Makrofamilienebene bis in die unendlichen Weiten des Kosmos öffnet Malick seine gigantische Assoziationsträume für all die großen Fragen der menschlichen Existenz.“
Sascha Rettig, SAARBRÜCKER ZEITUNG 19.05.11

„Wenn einer Pressevorführung in Cannes vehemente Buhrufe folgen, ist das erstmal ein gutes Zeichen: Immerhin gibt es eine Kontroverse. Nichts ist schlimmer als ein Film, der den Kritikern nur ein Schulterzucken abringt. Affirmation oder Gleichgültigkeit wären nichts weniger als eine Beleidigung gewesen für Terrence Malick, den großen Naiven des US-Autorenkinos, der nach sechs Jahren Arbeit nun endlich seinen meisterlich gelungenen fünften Film THE TREE OF LIFE der Öffentlichkeit präsentierte. Am Montagvormittag, nach dem Presse-Screening im großen Festivalpalais, hielten sich Applaus und Buhrufe die Waage.“
„Malicks etwas über zwei Stunden langer Film beschäftigt sich mit nichts Geringerem als einigen der ältesten Fragen der Menschheit: Wo komme ich her? Wie wurde ich zu dem, was ich bin? Und wohin gehe ich, wenn ich sterbe? So viel Größenwahn, noch dazu gepaart mit urgewaltigen Filmsequenzen von der Entstehung des Universums, der Erde und der ersten Arten im Wasser und zu Lande (inklusive Dinsosaurier!), einer poetischen Komposition aus klassischer Musik und farbprallen Bildern, wie man sie zuletzt in Stanley Kubricks "2001: Odyssee im Weltraum" gesehen hat.“
„Mit einem gewagten, fast surrealem Schritt führt Malick alle seine Personen aus allen Zeitebenen schließlich an den elysischen Wassern einer jenseitigen Landschaft wieder tröstlich zusammen - alle aus einem, alle miteinander, alles ein großes Weitergeben und Prägen, ein endloses Entwickeln und Werden, aus dem jeder das für sich Beste machen muss. Denn Malick mag größenwahnsinnig sein, in seinem Anspruch, eine Erklärung für das Geworfensein des Menschen zu finden, aber so vermessen, tatsächlich eine Antwort zu geben, ist er nicht. Die muss jeder, der diesen wundersamen, mitreißenden und bildgewaltigen Film gesehen hat, selbst für sich finden.
Oder aber man entscheidet sich dafür, sich gar nicht erst einzulassen auf so viel Naivität in diesem Festival der zynischen Blicke auf die Welt und ihre Läufe. Dann findet man die aus dem Off gesäuselten Sinnfragen vielleicht prätentiös, die Inszenierung des Urknalls eitel, das Ganze ein schön gefilmtes, aber letztlich vergebliches, verrätseltes Unterfangen eines verschrobenen Filmemachers, der sich längst in seinen existenziellen Fragen verloren hat. Dann bleibt einem immer noch das laute Buhrufen. Es muss halt Gut und Böse geben im Leben.“
Andreas Borcholte, SPIEGEL ONLINE 17.05.11

„Das enttäuschende Meisterwerk“
„Auch der seit Jahren sehnlichst erwartete THE TREE OF LIFE verweigert der Kindheit das Paradies. In zuweilen bis zum Anschlag verschwurbelten, wenn auch schönen Bildern zeigt das Regie-Mysterium Malick ("Thin Red Line") das Heranwachsen dreier Jungs. Pitt ist der brutale Vater (in der Filmmetaphorik die Natur), Jessica Chastain die feengleiche, liebevolle Mutter (=Gnade). Die Familie und ihre Fragen nach Gott, Liebe, Tod und dem Sinn des Lebens spiegeln sich in der Evolutionsgeschichte. Immerhin: Wer hätte gedacht, dass es jemals einen Film geben würde, in dem Brad Pitt und Dinosaurier vorkommen.“
Sophie Albers, STERN.DE 17.05.11

„(...) ganz große Leinwand, chorische Sphärengesänge, Bilderfluten bis ans Ende des Universums, ‚Der Baum des Lebens’, eingefangen von einer unnachahmlich geschmeidig tanzenden Kamera: ein Hymnus auf Himmel und Erde, aufs schöne ländliche Leben, als Jack, der Junge. Samt der Familie im Texas der fünfziger Jahre, urplötzlich vertrieben wurde aus dem Paradies seiner Kindheit. Mit familiärem Off-Gewisper fängt der Film an, saugend und sausend verleibt er sich den Kosmos ein, herrlichste unaufhörliche Naturwunderstrudel, bis Jack uns vor Augen kommt als ein Mann (...) im gleißend gestylten Skyscraper-Zentrum einer Moderne, die er verabscheut. (...) Malicks Regie: grandios, betörend, ein einziger Zauber schaffender Rausch. Mit mindestens tausend Fotografiepreisen müsste man seinen Film überschütten. Nur setzt das antizivilisatorische Sentiment den falschen Akzent. Und so braut sich in Cannes eben doch noch ein Wetter zusammen: Es hagelt Buhs. Ungerecht? Ja, der Film ist brillant.“
Ruprecht Skasa-Weiß, STUTTGARTER ZEITUNG 18.05.11

„Eine Überraschung, eine Sensation? Absolut nicht. Polarisierung hin oder her, die Entscheidung war zwingend: Terrence Malick musste in Cannes die Goldene Palme zufallen, auch wenn sein bildgewaltiges Universalgemälde vom „Baum des Lebens“ mit reichlich viel Reflexionen über Tod, Leben, Verderben, Sterben und Schöpfungsgeschichte glasiert war, so dass manche Betrachter kosmogonische Schwurbelei darin erkannten und andere die Geburt eines neues filmischen Genres, des Soft-Globo.
Trotzdem, des scheuen Amerikaners neueste Kreation ist ingeniös, innovativ, strotzend vor Komplexität. Wie schwebend, gleitend, tanzend Malicks Kamera-Kranfahrten sich diese Welt erobern, buchstäblich sich hineinsaugend in immer neue Himmels-, Meeres-, Landschaftsfluchten, das raubt den Atem.“
„Malick war wenigstens filmsprachlich eine Offerte, sensationell in der Gestaltung.“
Ruprecht Skasa-Weiß, STUTTGARTER ZEITUNG 24.05.11

„Aber man spürt, wie einem vor Schönheit die Augen übergehen, und ganz unvermeidlich denkt man sofort an Stanley Kubrick und seine Odyssee im Weltraum, an einen Trip zu den letzten Dingen. Das ist nicht falsch, genau darum geht es hier - auch in der Größe der Bilder und der Ambition des ganzen Films. Am bewegendsten ist diese Schönheit, so lange sie ganz für sich steht - so lange man noch nicht deuten kann, was man da sieht.“
„Man spürt in diesem Moment, wie er einen Teil des Publikums verliert - jene, die am Ende in heftige Buhrufe ausbrechen werden. Denn so viel unreflektierte Schönheit, das darf man nicht mehr. Oder doch? So wie Malick seit vielen Filmen davon träumt, der Zivilisation in Richtung Natur zu entkommen und dem Menschen in seiner Gewaltbereitschaft und Zerstörungswut - genauso träumt er von einer Zeit, als die schönsten Bilder noch nicht von schlechtesten Absichten kontaminiert waren, und noch nicht mit dieser Wut betrachtet wurden.“
„Es ist schon wahr: Neu und aufregend ist an diesen Ideen nichts, und einem anderen Regisseur würde man das alles auch kaum verzeihen. Es drückt aber doch vor allem aus, wie schwer sich dieser Künstler ganz generell mit Geschichten tut, die Begründungen finden und Sinn produzieren sollen.“
„Das ist dann wieder sehr bewegend - und in diesem Moment beschließt man selbst, dass man doch lieber anders sein möchte: Dass man den eigenen zynischen Blick auch einmal überwinden kann; dass man sich der Schönheit ganz einfach hingeben möchte, wenn sie denn so gewaltig über einen kommt wie in diesem Film.“
Tobias Kniebe, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 17.05.11

„(…) eine Kindheitserinnerung an einen strengen Vater, in permanenter Bewegung, schnell geschnitten – wie Fragmente der Erinnerung.“
Susan Vahabzadeh, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 23.05.11

„Buhs bei der Pressevorführung am Montag morgen, und erst nach langen Schrecksekunden mischt sich enden wollender Applaus für den – in Cannes abwesenden – Meister hinein. Die ersten kräftigen Buhs schon vor Ende des kaum enden wollenden Films, mitten in eine mit gebetsähnlichem Voice-Over unterlegte Bilderkaskade mit Ansichten aus dem Weltall, aus Naturparks, von händchenhaltenden Menschen am Strand, in der Wüste, Flackerbildern wie aus dem Innern einer Kerzenflamme oder auch einem hintergrundbeleuchteten Uterus, Erde, Himmel, Tod, Leben, Anfang, Ende, alles eins.
„Und was als überhöht autobiografische Trauerarbeit angelegt gewesen sein mag, gerät ihm zu alle Sinne und Sinnhaftigkeit zudröhnendem Kunstgewerbe.“
Jan Schulz-Ojala, TAGESSPIEGEL 17.05.11

„Zu Recht wurde Terrence Malicks Delirium der ersten und der letzten Dinge, "The Tree of Life", die Goldene Palme verliehen.“
„Dass sich die Jury unter Vorsitz von Robert De Niro für Malicks "The Tree of Life" entschied, lag umso näher, als dieser Film aus dem diesjährigen, nicht immer überzeugenden Wettbewerbsprogramm weit herausragte. Der Regisseur verknüpft darin die Geschichte einer weißen Durchschnittsfamilie im Texas der 50er Jahre mit der Erschaffung der Welt; das Ergebnis ist eine rahmensprengende Reverie, ein Delirium der ersten und der letzten Dinge und zugleich ein Grundkurs in Sachen Psychoanalyse.
Recht früh im Film lässt sich eine fast 20-minütige Sequenz bestaunen, die die Entstehung der Welt nachempfindet. Es ist ein großes Pulsieren, Wabern, Blubbern, Fließen und Strömen. All die stellaren Nebel, all die explodierenden Gestirne, all die Magmamassen und Wasserstrudel haben dabei einen doppelten Charakter. Denn ob sich die Kamera durch die Weiten des Alls bewegt oder durch das Innere einer Gebärmutter, ist nicht in jeder Einstellung mit Sicherheit zu sagen. Die kosmische Ursuppe und das Fruchtwasser fließen zu einer Leinwandversion des ozeanischen Gefühls zusammen. Das Embryonalstadium der Welt setzt Malick mit dem Embryonalstadium des Protagonisten in eins, getreu der These, dass sich in der Entstehung eines jeden individuellen Menschenlebens die Erschaffung der Art noch einmal vollzieht.
Die spektakuläre Sequenz endet entsprechend mit der Geburt des Protagonisten Jack OBrien, an dessen Perspektive sich der Film im Folgenden anschmiegt. Licht- und glücksdurchflutet sind die Bilder des ersten Teils, in dem die Liebe der von Jessica Chastain gespielten Mutter die Strenge des von Brad Pitt gespielten Vaters überdeckt. Je mehr Raum diese Vaterfigur einnimmt, desto weniger Licht und Glück pulsieren durch den Film. In seinen theoretischen Prämissen hat "The Tree of Life" etwas entschieden Gestriges. Trotz dieser Gegenwartsferne war es der Film, der im Laufe des Festivals wuchs, wieder und wieder in die eigenen Gedanken und in die Gespräche mit anderen zurückfloss und all die anderen Filme überstand, die auf ihn folgten.“
Christina Nord, TAZ 24.05.11

„Welches Gesetz sollen wir uns geben, und was gilt das Gesetz im Angesicht der Liebe zu den Anderen? Keiner verhandelte das in Cannes in einem weiteren Rahmen als TREE OF LIFE. (...) TREE OF LIFE ist tatsächlich so monumental geworden, wie es die Skizzen versprachen, überraschend im formalen Horizont, der nicht nur in seinem Jahrmilliarden umfassenden Rahmen an Kubricks 2001 – ODYSSEE IM WELTRAUM denken lässt, aber auch in der Direktheit, mit der Malick die christliche Heilsgeschichte in ein gewöhnliches Familienuniversum übersetzt – und auch jederzeit wieder zurück.“
Robert Weixlbaumer, TIP 12/11

„philosophisches Drama über die menschliche Existenz und die Natur“
WELT KOMPAKT / LEIPZIGER VOLKSZEITUNG /
MÜNCHNER MERKUR 23.05.11
(dpa-Meldung)

„Heiliger Bimbam! THE TREE OF LIFE ist ein mystischer Erlösungsknaller. Eine krude Mischung aus amerikanischer Kindheitsgeschichte der fünfziger Jahre, übersteigertem Protestantismus, Naturkitsch, ästhetisierten Tieraufnahmen, digitalen Weltschöpfungsbildern und einer grauen Vorzeit, in der Vulkane ausbrechen und Dinosaurier durchs Bild laufen.“
Katja Nicodemus, DIE ZEIT 19.05.11

„Mit welch zerstörerischer Ruhe von Trier die Apokalypse orchestriert! Und mit welch kitschiger Emphase sich dagegen Terrence Malick, der Übervater des amerikanischen Autorenkinos, auf die Suche nach dem Sinn des Seins begibt. Von Trier ist der anmaßende Weltenlenker, der ohne Hoffnung, aber durchaus mitfühlend auf unsere kleine scheinheilige Zivilisation blickt. Malick ist der nicht weniger anmaßende Prediger, der sich mit dem Herrgott und der Schöpfung versöhnt. (…)
Eine Kamera, die immer wieder kühn Kopf und Hände abschneidet, suggeriert, dass hier schon immer etwas aus dem Lot war. Als wolle er den Tod in ein großes Schicksalsspektakel einbetten, zitiert Malick das Buch Hiob, fährt in den Weltraum, erzählt die Schöpfungsgeschichte, vom Urknall bis zum Pleistozän, feiert die Schönheit der Natur, an der sich der Mensch versündigt hat. (…) Auf seltsam folgerichtige Weise passt The Tree of Life, diese Kreuzung aus übersteigertem Protestantismus und Discovery Channel, in unsere antiaufklärerischen Zeitläufte der sich abschottenden und radikalisierenden Religionen.
Muss man darüber klagen, dass The Tree of Life, dessen gewaltiger Gestus leicht mit Bildgewalt verwechselt werden kann, in diesem Jahr den Hauptpreis des Festivals gewann? So, wie man bedauern kann, dass Aki Kaurismäki, der sich in seinem Film Le Havre im Rückenwind der französischen Filmgeschichte noch einmal neu erfunden hat, leer ausging? Nein. Wirklich zu bedauern war in Cannes nur die Tatsache, dass die skandalgierige Berichterstattung über Lars von Triers unglücklichen Auftritt anderen Filmen die Aufmerksamkeit nahm, die sie verdient hätten.“ Katja Nicodemus, DIE ZEIT 26.05.11