„Erstklassiges Westernremake,
bis in kleinste Rollen toll besetzt und getragen vom rustikalen Charme
des Jeff Bridges.“ Cinema
„Kino, das Herzen berührt und ein wunderbar
stimmungsvoller Eröffnungsfilm für die diesjährige Berlinale.“ FBW
„Ein faszinierender, unterhaltsamer und vor allem visuell beeindruckender
Film.“ KinoKino
„Ein exzellent gefilmter, hervorragend gespielter
Film.“ programmkino.de
Als der rechtschaffene Frank Ross von dem Kleinganoven Tom Chaney hinterhältig
ermordet wird, schwört Franks 14-jährige Tochter Mattie Ross – überwältigend
gespielt von der Oscar® nominierten Hailee Steinfeld – Vergeltung:
Sie heuert den raubeinigen und nicht immer gesetzestreuen Marshall
Rooster Cogburn an (Oscar®-verdächtig gespielt durch Jeff Bridges)
und macht sich gemeinsam mit ihm und dem kauzigen Texas Ranger LeBoeuf
(Matt Damon), auf die Suche nach dem Mörder. Die Coen-Brüder beleben
das Western-Genre auf großartige Weise wieder neu. Voller Humor, Wärme,
Einfallsreichtum und einem unglaublich starken Darstellerensemble erschaffen
sie eine kraftvolle und opulente Verfilmung der Romanvorlage von Charles
Portis. Jeff Bridges füllt die Rolle des ruppigen leicht abgehalfterten
Marshalls grandios aus. Und die junge Hailee Steinfeld als beharrliche
und unerschrockene Rächerin ist eine wirkliche Entdeckung für den Film.
Epische Landschaftsaufnahmen und eine ausgefeilte Bildkomposition lassen
die Verbeugung vor dem Genre erkennen. Kino, das Herzen berührt und
ein wunderbar stimmungsvoller Eröffnungsfilm für die diesjährige Berlinale. |
USA 2010
- 110 Min.; ab 16;
Regie: Ethan Coen, Joel Coen;
Darsteller: Hailee Steinfeld, Jeff Bridges, Matt Damon, Josh Brolin,
Barry Pepper, Domhnall Gleeson, Leon Russom, Elizabeth Marvel, Ed Corbin,
Nicholas Sadler, Paul Rae, Dakin Matthews, Joe Stevens, Bruce Green.
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„True Grit“ mag der erste offizielle Western im nun
schon 15 Filme umfassenden Werk der Coen Brüder sein, im Geiste waren
sie diesem uramerikanischen Genre schon oft nahe. Nicht zuletzt der
Oscar-gekrönte „No Country for old Man“ variierte in kaum verklausulierter
Manier Typen und Motive des Westerns. In ihrem neuesten Film nehmen
sich die Brüder nun des in Amerika sehr beliebten Romans von Charles
Portis an, der schon 1969, ein Jahr nach Veröffentlichung, ein erstes
Mal verfilmt wurde. Damals spielte John Wayne die Hauptrolle und
erhielt im Abend seiner langen Karriere doch noch den Oscar. In der
Neuverfilmung schlüpft nun Jeff Bridges in die Rolle des alternden
Marshals Rooster Cogburn, einer typischen, wortkargen Western-Figur.
Die eigentliche Hauptfigur aber, vor allem das Zentrum der moralisch-ethischen
Allegorie, die „True Grit“ ist, ist die bislang vollkommen unbekannte
junge Schauspielerin Hailee Steinfeld. Sie spielt Mattie Ross, ein
14jähriges Mädchen, äußerlich jung und unschuldig, innerlich mit
Intelligenz und Wortwitz weit über ihr Alter ausgestattet. Nach dem
Mord ihres Vaters heuert sie Marshall Cogburn an, um den mutmaßlichen
Mörder Tom Chaney zu fassen. Ihnen schließt sich der Texas Ranger
LaBoeuf (Matt Damon) an und gemeinsam begibt sich das Trio in die
wilde Natur, um der Gerechtigkeit genüge zu tun. Doch tun sie das
wirklich? Einer der ersten Sätze des Films, gesprochen von der alten
Mattie Ross, die die nun folgende Handlung offensichtlich überlebt
hat, gibt den Ton vor: „Man muss für alles auf dieser Welt zahlen,
auf die eine oder andere Weise.“ Womit sie Tom Chaney meint, der,
vom Gesetz nicht verfolgt, seiner Wege geht. Doch man ahnt früh,
dass dieser Satz sich nicht zuletzt auf Mattie selbst bezieht. Welches
Opfer sie für das Stillen ihrer Rache gebracht hat, erfährt man erst
in einem kargen, finsteren Epilog, der jeglichen Moment der Hoffnung
auf wirkliche Gerechtigkeit, auf echte Moral in dieser Welt endgültig
zunichte macht. Denn trotz mancher alberner Momente, besonders zwischen
den konträren Männern des Gesetztes Cogburn und LaBoeuf, ist diese
Frage das emotionale Zentrum des Films. Eigentlich verachtet Mattie
Cogburn für dessen Art, Verdächtige lieber zu erschießen als zu versuchen,
sie vor Gericht zu bringen. Mattie dagegen spricht fortwährend von
Richtern und dem Gesetz, also den scheinbaren Errungenschaften der
Zivilisation, die im Kontrast zum Gesetz des Stärkeren stehen, das
von Männern wie Cogburn symbolisiert wird. Doch dieser Topos des
klassischen Westerns ist längst ad absurdum geführt und so ist „True
Grit“ weniger ein (Spät)-Western, als ein Historienfilm, der wie
alle Historienfilme die Moral der Zeit spiegelt, in der er entstanden
ist. Es fällt leicht, „True Grit“ als Allegorie über das moderne
Amerika zu verstehen, in dem durch Kriege Rache für Terroranschläge
genommen wird, die aber alles andere als Gerechtigkeit herbeiführen.
Und so wird im Laufe der Geschichte zunehmend deutlich, wie wenig
sich die scheinbar so moralische Mattie von dem angeblich so unmoralischen
Cogburn unterscheidet. Wie so oft also begeben sich die Coens auch
in „True Grit“ in moralisches Niemandsland. In Amerika gelang ihnen
damit der kommerziell bei weitem erfolgreichste Film ihrer Karriere,
wobei man gespannt sein darf, ob sich dieser Erfolg auch im wenig
Western begeisterten Deutschland einstellen wird. |