Der Roboter „Wall-E“ wurde auf der Erde zurückgelassen und tut das, wozu er bestimmt ist: aufräumen. Und das seit 700 Jahren. Eines Tages tritt Eve, ein weiterer Roboter, in sein Leben... Die Hitschmiede Pixar zeichnet erneut für ein filmisches Meisterwerk verantwortlich. Perfektes Entertainment mit erstaunlich deutlicher Gesellschaftskritik verwoben.

Prädikat: besonders wertvoll;
USA 2008 - 95 Min.; ab 0;
Regie: Andrew Stanton.

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Was hat das Animationsstudio Pixar, was andere nicht haben? Egal, welches Filmprojekt die Pixar-Schmiede angeht, das Resultat ist jedes Mal spektakulär, innovativ und Lichtjahre von den formelhaften Produkten der Konkurrenz entfernt. Und obwohl Pixar mittlerweile zum Disney-Konzern gehört, hat dies sich in keiner Weise negativ auf die Qualität der Filme ausgewirkt. Im Gegenteil: Wall-E gehört zum Besten, was im Bereich der Computeranimation je geschaffen wurde. Zudem ist es ein visuell ungewöhnlicher, erzählerisch anspruchsvoller Film. Ein Wagnis für Pixar, das sich gelohnt hat.

Wall-E spielt 700 Jahre in der Zukunft. Die Erde ist entvölkert. Die Menschen haben den Planeten derart vermüllt, dass sie nur einen Ausweg sahen: die Erde per Raumschiff-Flotte zu verlassen. Müllroboter sollten alles wieder ins rechte Lot bringen. Doch der Plan ging schief. Die Menschen kamen nicht wieder und die Solarroboter wurden im Lauf der Jahrhunderte selbst funktionsuntüchtig und rostender Schrott. Nur ein Roboter verrichtet auch nach sieben Jahrhunderten noch seinen Dienst und hat im Lauf der Zeit einen eigenen, leicht exzentrischen Charakter entwickelt. Wall-E ist der Letzte, der die Erde noch aufräumt. Begleitet von seinem einzigen Freund, einer Kakerlake, geht er tagein, tagaus hinaus in die große Stadt um Müll in kleine Würfel zu pressen.

Die fast wortlose Bildsprache, die das Team von Regisseur Andrew Stanton hier entwirft, ist meisterhaft. Keine Dialoge, nur über Wortfetzen und Geräusche entwickelt Wall-E seinen Charakter und seinen Charme. Sounddesigner Ben Burtt hat bereits für George Lucas Star Wars-Saga den Klang von R2 D2 und einer ganzen Roboter-Armada entworfen und gilt als lebende Tonlegende. Die tägliche Stille wird aber bald unterbrochen mit der Ankunft eines schicken, wuchtigen Raumschiffs, unbemannt, nur mit einer weißen, eleganten Roboterdame versehen, Eve, die auf der Suche ist nach biologischen Leben auf der Erde. Zwischen Wall-E und Eve entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte, und ehe sich der rostende Müllroboter versieht, liegt das Schicksal der Menschheit in seinen Händen.

Regisseur Andrew Stanton bedient sich geschickt in der Ikonographie der Filmgeschichte, vermischt den wortlosen Witz von Charlie Chaplin mit Stil und Stimmung der Science-Fiction-Klassiker der 1960er und 1970er Jahre, wie etwa "2001: Odyssee im Weltraum", "Krieg der Sterne", "Alien" und "Unheimliche Begegnung der Dritten Art". Es entstand ein für Animationsfilme extrem realistischer, doch zugleich ganz eigenständiger Look. Stille und Hektik, Romantik und futuristische Technik - Wall-E bringt die Extreme zusammen, mischt sie zu einem fabelhaften Cocktail, der von der ersten bis zur letzten Minute verzaubert. Pixar hat sich die eigene Latte nun extrem hoch gesetzt. Ein visuelles Gagfeuerwerk vermischt mit einem wunderbaren Gefühl fürs Geschichtenerzählen. Eines der Filmhighlights dieses Jahres.