Jane Adler, Mutter dreier erwachsener
Kinder und Eigentümerin einer erfolgreichen Bäckerei, pflegt nach
rund einem Jahrzehnt der Trennung mit ihrem Ex-Mann Jack eine freundschaftliche
Beziehung. Er, erfolgreicher Anwalt, hat inzwischen eine viel jüngere
Frau geheiratet, die ein Kind von ihm will. Da landen die beiden
nach einem feuchtfröhlichen Abend wieder miteinander im Bett. Plötzlich
ist Jane die "andere Frau". Erschwert wird die heikle Situation
durch den liebenswerten Architekten Adam, der ihr gerade den Hof
macht. Nancy Meyers, seit Hits wie "Was das Herz begehrt" oder "Was
Frauen wollen" Hollywoods Fachfrau in Sachen Beziehungschaos,
hat ein verqueres Liebesdreieck in Szene gesetzt, das an die sophisticated
comedies von Howard Hawks und George Cukor erinnert. Die Dialoge
sind geschliffen, das Produktionsdesign ist erlesen und die Fotografie
elegant. Dass diese "erwachsene" Komödie jedoch so gut
funktioniert, liegt vor allem am überzeugenden Spiel der "Turteltauben" Meryl
Streep, Alec Baldwin und Steve Martin. |
USA 2009
- 115 Min.; ab 12;
Regie: Nancy Meyers;
Darsteller: Meryl Streep, Steve Martin, Alec Baldwin, John Krasinski,
Caithlin Fitzgerald, Zoe Kazan, Hunter Parrish, Rita Wilson, Mary
Kay Place, Alexandra Wentworth, Nora Dunn.
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Nancy Meyers überzeugt mit einer intelligenten RomCom
für Erwachsene, die vom Spielwitz des Hauptdarstellertrios Meryl
Streep, Alec Baldwin und Steve Martin lebt.
Jane Adler (Meryl Streep), erfolgreiche Betreiberin einer Bäckerei
mit angeschlossenem Speiselokal, ist geschieden und unterhält eine
Affäre mit ihrem Ex-Mann Jake (Alec Baldwin). Der, erfolgreicher
Anwalt, hat inzwischen die viel jüngere Agness (Lake Bell) geheiratet,
Mutter eines anstrengenden Jungen. Dann ist da noch der liebenswerte
Architekt Adam (Steve Martin), der Janes Haus umbauen soll und gern
Teil ihres Lebens wäre. Mit anderen Worten: "It's Complicated",
was sich im deutschen Titel als "Wenn Liebe so einfach wäre" liest.
Kopf hinter dem verqueren Liebesdreieck ist Nancy Meyers, seit Hits
wie "Was das Herz begehrt" oder "Was Frauen wollen" Hollywoods
Fachfrau in Sachen Beziehungschaos.
Dabei fand die Filmemacherin es besonders kompliziert, den richtigen
Titel zu finden. "Die andere Frau" war angedacht und auch "Geschieden" -
mit einem Werbeplakat, das das entfremdete, in die Jahre gekommene
Paar im Bett zeigt. Mit dem Poster wird inzwischen beiderseits des
Atlantiks geworben und es ist guter Verweis darauf, womit man es
hier zu tun bekommt: einer sophisticated comedy in der Tradition
von Howard Hawks und George Cukor. In Zeiten von kruden, im College-Milieu
angesiedelten Saufexzessen und Sexkaspaden sind "erwachsene" Komödien
selten. Weil sie schwierig zu schreiben sind, gutes Gefühl für Timing
voraussetzen und zurückhaltend inszeniert werden müssen. Nur eine
Handvoll Filmemacher bekommt diese Art Stoff aktuell in den Griff,
James L. Brooks ("Besser geht's nicht") zum Beispiel, Nora
Ephron ("Schlaflos in Seattle") bedingt und eben Ms. Meyers.
Viel Wert legt die Drehbuchautorin, Produzentin und Regisseurin
auf geschliffene Dialoge, auf sorgfältiges Produktionsdesign und
erlesene Fotografie. In Sachen Kamera brilliert Oscar-Preisträger
John Toll ("Braveheart"), der im establishing shot das
noble Santa Barbara in glasklaren Bildern einfängt, so die Parameter
definiert, in denen der Geldadel sich bewegt. Man kreist um sich
selbst, beschäftigt Psychologen und Physiotherapeuten, fährt Ferrari
und schlürft zum Champagner Austern. Finanzielle Probleme bleiben
außen vor, die Wahl der richtigen Kleidung scheint das schwerwiegendste
aller Probleme. Kino funktioniert hier, wie in besten Tagen, als
perfekte Illusionsmaschine, bietet Eskapismus pur - und gleichzeitig
nimmt man an den (Liebes-)Nöten der Helden teil, weil gut besetzt
wurde, alle überzeugend agieren.
Meryl Streep, in Sachen Kochkunst auf den Spuren von "Julie & Julia" wandelnd,
vermag mit dem Hochziehen einer Augenbraue mehr auszudrücken als
viele Kollegen mittels einer Dialogseite, Alec Baldwin ("30
Rock") hält mit vollem Kampfgewicht und mächtiger Körperbehaarung
dagegen, während Steve Martin ("Im Dutzend billiger") auf
von ihm gewohnte Zappeleien verzichtet und traurig wie ein Clown
dreinschaut. Fürs "jugendliche" Element sorgen derweil
die drei erwachsenen Kinder der Adlers, die so gar nicht verstehen,
was Mama und Papa so treiben - womit sie nicht alleine sind, denn
die wissen es ja schließlich selbst nicht. Aber wie hieß es schon
1947 bei Irving Reis: "So einfach ist die Liebe nicht". |